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Tennis ist ein Einzelsport, beim Interclub wird aber in der Mannschaft gespielt – im Toggenburg mit Erfolg

Die Toggenburger Tennisclubs spielen mit grosser Freude bei der Interclub-Meisterschaft mit. In diesem Jahr stiegen drei Teams auf: Die Herren 65+ von Wildhaus-Unterwasser, die Herren 55+ von Wattwil und die Herren 35+ von Nesslau.
Sabine Camedda
Der Aufstieg in die Nationalliga C ist für die Herren 65+ des Tennisclubs Wildhaus-Unterwasser ein grosser Erfolg. (Bild: PD)

Der Aufstieg in die Nationalliga C ist für die Herren 65+ des Tennisclubs Wildhaus-Unterwasser ein grosser Erfolg. (Bild: PD)

Wenn Roger Federer den Final in Wimbledon spielt, kennen die Sportjournalisten kaum ein anderes Thema. Die Interclub-Spiele jedoch, die Tennis-Mannschaftsmeisterschaft für Breitensportler, werden abseits der Öffentlichkeit ausgetragen. Spannung bieten auch diese Partien und in Unterwasser, Nesslau und Wattwil konnten sich drei Toggenburger Mannschaften in dieser Saison über den Aufstieg freuen.

Für die Wattwiler Spieler in der Alterskategorie 55+ beispielsweise war der Aufstieg in die Nationalliga C erst mit dem letzten Ball Tatsache geworden. «Der Final gegen Lido Lugano war hochspannend», erzählt Heiner Gross, einer der Spieler.

Nach den vier Einzel stand jede Mannschaft mit zwei Siegen und zwei Niederlagen da. Somit kam es auf die beiden Doppel an. «Als wir das erste Doppel für uns entscheiden konnten, waren wir schon ein bisschen erleichtert. Mit dem Sieg im zweiten Doppel schafften wir den Aufstieg definitiv», erzählt Heiner Gross.

Langjährige Partner in derselben Mannschaft

Als einer der Erfolgsfaktoren nennt Heiner Gross die Kameradschaft innerhalb der Mannschaft. «Wir kennen uns schon seit langem und spielen seit jeher zusammen, zuerst im Fussballclub, nun im Tennisclub», sagt er. Sie hätten viel Freude daran, trainieren zusammen im Sommer und im Winter.

Am selben Tag wie die Herren 55+ sind auch die Aktiven des TC Wattwil auf den Plätzen in der Grüenau anzutreffen. Diese haben die Interclubsaison in der 1. Liga gespielt. Christoph Huber, einer der Mitspieler dieses Teams, glaubt nicht, dass ein Aufstieg für seine Mannschaft realistisch ist. Er glaubt:

«Bei den Aktiven sind die Nationalligen eine andere Klasse, da müsste man wohl in den Top 500 der Schweiz klassiert sein.»

In einer anderen Altersklasse aber kann er sich für seine Mannschaft einen Platz in der Nationalliga C durchaus vorstellen.

Auch er und seine Mannschaftskollegen kennen sich seit langem. «Wir haben schon zusammen bei den Junioren Interclub gespielt. Unsere Freundschaft hat all die Jahre überdauert.» Christoph Huber begründet dies vor allem mit der Kameradschaft neben dem Tennisplatz. «Interclub ist die einzige Möglichkeit, um unsere Einzelsportart in der Mannschaft auszuüben.»

Heimrunden sind bei den Toggenburgern beliebt

Die Prioritäten der Spieler sind klar gesetzt: Der Donnerstagabend gehört dem Training, an den Interclub-Wochenenden hat ebenfalls Tennis Priorität. Die Teilnahme beim Interclub bringe eine gewisse Reisetätigkeit mit sich. Je höher eine Mannschaft klassiert ist, desto weiter muss sie reisen.

«Am liebsten spielen wir aber zu Hause in Wattwil», sagen Christoph Huber und Heiner Gross. Nicht wegen des Heimvorteils. Sondern vielmehr, weil sie die Anlage in der Grüenau als eine der schönsten in der Region taxieren und weil sie gerne den gemütlichen Teil nach den Spielen ausrichten.

Tennis wurde zum Ganzjahressport

«Die Gemütlichkeit wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger», pflichtet ihnen Kurt Wiederkehr bei. Der Gründer der European Tennis Academy ist mit seinem Team des Tennisclubs Wildhaus-Unterwasser in der Kategorie 65+ ebenfalls von der 1. Liga in die NLC aufgestiegen.

Für die Obertoggenburger ist dies ein grosser Erfolg. Kurt Wiederkehr führt diesen auf die Tennishalle in Unterwasser zurück, die aus dem Sommersport Tennis einen Ganzjahressport gemacht hat. «Viele Mannschaften trainieren zusammen und das hat zu einer Leistungssteigerung geführt», sagt er. Gemeinsame Trainings würden aber nicht nur dem Spiel, sondern auch der Kameradschaft dienen.

Zusammenhalt in der Mannschaft ist wichtig

Im Interclub seien die Beziehungen innerhalb des Teams wichtig. Man kenne sich sehr gut und wisse darum auch, welche Spieler im Doppel zusammenpassen. Kurt Wiederkehr nennt noch einen weiteren wichtigen Punkt:

«Im Interclub darf man sich gegenseitig coachen. Weil wir uns so gut kennen, wissen wir genau, wer wem den passenden Input geben kann.»

Auch den Fans komme eine wichtige Rolle zu, findet er. Die Mannschaft habe sich sehr gefreut, dass viele Clubmitglieder sie beim zweiten Aufstiegsspiel unterstützt und den Champagner mitgebracht hätten. «Wir hatten ja dann auch Grund, ihn zu trinken.»

Die Vorbereitung auf die nächste Interclub-Saison werden die Spieler von Wildhaus-Unterwasser seriös angehen. «Oben pfeift ein anderer Wind», glaubt Kurt Wiederkehr. Sie wollen ihre Leistung bestätigen und in der NLC bleiben. Daneben hätte Kurt Wiederkehr noch einen weiteren Wunsch: «Wir sind jetzt sechs Spieler in der Mannschaft. Einen mehr könnten wir gut gebrauchen.»

Seit über hundert Jahren wird Interclub gespielt

Swiss Tennis, der nationale Sportverband, führte 2019 zum 108. Mal die Interclub-Meisterschaft durch. Die Teilnahme scheint bei den Tennisclubs beliebt zu sein, bei den Herren machten über 3000 Mannschaften mit, aufgeteilt in sechs Altersklassen.

Bei den Damen wurden 1275 Teams registriert, hier gibt es fünf Altersklassen. Jeweils am meisten Teams sind bei den Aktiven verzeichnet. Damit wird der Interclub zu einer der grössten Sportveranstaltungen, wenn man die Sportart Fussball ausklammert.

Zu Beginn der Saison, die von Anfang Mai bis etwa Mitte Juni dauert, werden die Begegnungen innerhalb der jeweiligen Gruppen ausgelost. Die Heimmannschaft ist für die Austragung der Spiele verantwortlich, sie bietet den Gegner auf und sorgt für die Plätze und den Gegner. Nach den Spielen bleibt meistens noch Zeit für ein gemütliches Beisammensein.

Bei den Interclubrunden wird der Einzelsport Tennis zur Mannschaftssportart. Je nach Alterskategorie werden vier bis sechs Einzel gespielt. Danach folgen zwei bis drei Doppel. Fürs Resultat zählen die Siege in den Spielen.

Wie viele Runden pro Saison gespielt werden, ergibt sich aus der Gruppengrösse. Ende Saison entscheidet die Gruppenrangliste über die Plätze – die Ersten können um den Aufstieg in die nächst höhere Liga spielen. (sas)

Hinweis

www.swisstennis.ch

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