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Tango-Messe ging unter die Haut

Drei Chöre führten am Wochenende in der katholischen Kirche Wattwil Martin Palmeris Tango-Messe auf. Die Verbindung der traditionellen Messeform mit den musikalischen Elementen und Rhythmen des argentinischen Tango nuevo faszinierte.
Peter Küpfer
Die Aufführung wurde von drei Chören gemeinsam realisiert. (Bild: Peter Küpfer)

Die Aufführung wurde von drei Chören gemeinsam realisiert. (Bild: Peter Küpfer)

Die Aufführung in der katholischen Kirche bestach durch mehrere Trümpfe. Einmal war sie geprägt durch den Auftritt einer grossen Chorgemeinschaft mit mächtigem Klangvolumen, bestehend aus dem noch von Domkapellmeister Hans Eberhard gegründeten Chor Voce aus Bütschwil, dem reformierten Kirchenchor Richterswil und dem Tösstaler Kammerchor, alle unter der Leitung von Kantor Andreas Zwingli.

Solistischen Glanz verliehen der Aufführung die Mezzosopranistin Zsuzsa Alfäldi, Roland Senft am Bandoneon, Claudia Dischl am Klavier und Linda Egli an der Violine. Sie wurden mit Leidenschaft und Präzision begleitet von einem Streicher-Ensemble, das nicht nur für das Chorwerk markante Akzente setzte, sondern auch in den instrumentalen Intermezzi zwischen den einzelnen Messeteilen.

Die vom argentinischen Komponisten Martin Palmeri 1996 komponierte «Misa a Buenos Aires», auch Tango-Messe genannt, vereinigt die musikalische Sprache des von Astor Piazzolla geschaffenen Tango nuevo mit der Formensprache der traditionellen, europäisch geprägten Messe. So beginnt und endet das Werk mit «geradezu schulbuchmässigen Fugen im Kyrie und im Agnus Dei», wie das Programmheft anmerkte. Die gefällige, durchaus modern ausgestaltete Musik ging unter die Haut.

Trümpfe wie ein Paukenschlag

Gleich zu Beginn wurden die Trümpfe ausgespielt. Chor und Orchester setzten mit einem kraftvollen Tutti ein, wie ein Paukenschlag. Es folgten kunstvolle Variationen in den rhythmisch markant artikulierten Eingangsfugen. Intensität und Drive der Aufführung wurden bis ans Ende durchgehalten. Spannungsvoll das Wechselspiel zwischen dem manchmal hart, dann wieder lyrisch angegangenen Bandoneon, dem argentinischen Akkordeon, und dem Schmelz der Violinen.

Das mit spürbarer Freude spielende Orchester gab so ein hellwaches, instrumentales Echo auf den bald flehenden, bald jubelnden, immer drängenden Klangteppich des Chors. Mit ihrer warmen, voll tönenden Stimme überstrahlte Sopranistin Zsuzsa Alfäldi das ganze vielfältige Geschehen.

Die Messeteile wurden im Programm durch instrumentale Stücke verbunden und variiert. Es erklangen unter anderem der Tango «Nostalgias» von Cobián sowie Astor Piazzolas «Oblivion». Gerade in diesem Titel traten die Verlorenheit des Bandoneons, meisterhaft gespielt von Roland Senft, und die Schwermut der Violinen besonders deutlich hervor.

Alles war musikalisch auf das «Dona nobis pacem» angelegt

Piazzolas «Milonga del Angel» (Engelstanz) erklang als vielschichtiges Solostück für Klavier, in Claudia Dischls Interpretation wehmutsvoll und leidenschaftlich zugleich gespielt, wie es das für das Tango-Quintett geschriebene Original vorsah. Die instrumentalen Programmteile unterbrachen zwar den Fluss der mächtigen Messe, fachten aber viel von dem Feuer an, das auch Palmeris Messe durchglüht. Alles war musikalisch auf das «Dona nobis pacem» (Gib uns Frieden) hin angelegt, mit dem das eindrückliche Werk endet: mit dem Friedenswunsch, dem gerade bei einem südamerikanischen Komponisten in der friedlosen Zeit sein ganz eigener Stellenwert zukommt.

Besondere Anerkennung gebührt auch den drei Chören, die das anspruchsvolle Werk mit sichtlicher Freude und spürbarem Sinn für ihr Zusammenwirken intonierten. Die Sängerinnen und Sänger liessen sich unter der musikalischen Gesamtleitung von Andreas Zwingli punkto Tempo und Dynamik vom südamerikanischen Komponisten mitreissen.

Hinweis

Das Konzert wird am Samstag, 7. Juli, in der reformierten Kirche in Turbenthal erneut aufgeführt. Der Beginn ist um 20 Uhr.

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