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Talentierter Bazenheider Schiedsrichter erklimmt im Eilzugstempo Stufe um Stufe

2014 hat der Bazenheider Elvis Musliu als Schiedsrichter angefangen. Heute pfeift er bereits in der zweiten Liga.
Beat Lanzendorfer
Der 22-jährige Elvis Musliu ist in der Karriereleiter als Schiedsrichter schon ziemlich weit nach oben geklettert. In Zukunft soll es weiter aufwärtsgehen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Der 22-jährige Elvis Musliu ist in der Karriereleiter als Schiedsrichter schon ziemlich weit nach oben geklettert. In Zukunft soll es weiter aufwärtsgehen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ein Grossteil jener, die sich als Schiedsrichter zur Verfügung stellen, hat zuerst Fussball gespielt. Das war beim heute 22-jährigen Elvis Musliu nicht anders. Er begann als Junior beim FC Bazenheid und durchlief anschliessend sämtliche Nachwuchskategorien der Alttoggenburger. Sein letzter Trainer bei den A-Junioren hiess Peter Baumann, der sein Wissen heute dem FC Bütschwil zur Verfügung stellt. Danach entschied sich Elvis Musliu, Schiedsrichter zu werden.

Bis zur Aufnahme in die 20-köpfige Talentgruppe des Ostschweizer Fussballverbandes, der Elvis Musliu seit Herbst 2017 angehört, musste er einige Hürden überspringen. Angefangen hat es im März 2014 mit einem Eintrittstest in Arbon. «Dafür war ein Tag erforderlich. Die anschliessende Grundausbildung dauerte von Freitagabend bis Sonntagnachmittag », sagt Elvis Musliu. Nach diesen vier Tagen hatte er die Bedingungen erfüllt, um als C-Junioren-Schiedsrichter amten zu können.

Der Start war nicht 
verheissungsvoll

«Ein offizieller Schiedsrichter des Schweizerischen Fussballverbandes wird man erst, wenn man nach der erfolgreich bestandenen Grundausbildung fünf Pflichtspiele absolviert hat», erklärt Musliu. Heute kann er darüber schmunzeln, damals war es für ihn aber keine einfache Situation:

«Bei den ersten beiden Spielen wird man von einem langjährigen Schiedsrichter begleitet und betreut. Ausgerechnet bei meinem ersten Auftritt, bei dem ich dann alleine unterwegs war, traten Schwierigkeiten auf.»

Nach einer Tätlichkeit gingen die Spieler aufeinander los, es kam zu einer Rudelbildung, an der sich beide Trainer beteiligten. Musliu blieb nichts anderes übrig, als die Partie abzubrechen. Ein zufällig anwesender Schiedsrichterkollege hat ihm attestiert, alles richtig gemacht zu haben. «Als junger Schiedsrichter war es für mich nicht einfach, den Vorfall zu verarbeiten, deshalb war ich froh um die Unterstützung des Verbandes.»

Für den damals 17-Jährigen war dies kein Grund, die Pfeife bereits wieder zur Seite zu legen. Dafür gab es auch keinen Anlass, denn er erhielt gute Noten. Im September 2015 wurde ihm erstmals ein Spiel der Aktiven anvertraut. «Herisau unterlag damals St.Otmar mit 2:6.» Nach dem Einstieg bei den Aktiven ging es weiterhin zügig voran. Elvis Musliu kletterte praktisch im Jahresturnus eine Stufe höher. Vor gut einem Jahr schaffte er die Qualifikation zur 3.Liga, welche aus seiner Sicht die schwerste aller Ligen ist.

«Sie verlangt den Unparteiischen physisch und psychisch sehr viel ab. Das spielerische Niveau ist teilweise sehr hoch und weil wir Schiedsrichter ohne Assistenten an der Linie auskommen müssen, wird von uns ein hohes Mass an Laufvermögen gefordert.»

Hat er sich auch schon über sich selber geärgert, weil ihm ein Fehler unterlaufen ist? «Selbstverständlich. Im Unterbewusstsein spürt man sehr schnell, dass ein bestimmter Pfiff ein Fehlentscheid gewesen sein könnte. Zu lange darf man sich aber mit solchen Dingen nicht beschäftigen. Es gilt, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen.»

Mittlerweile hat Elvis Musliu weitere Hürden erfolgreich gemeistert. Im Herbst 2018 schaffte er als einziger Ostschweizer Schiedsrichter die Promotion zur 2. Liga. Die Affiche Wängi – Rapperswil-Jona war sein erster Meisterschaftseinsatz in der höchsten regionalen Liga. Nach der erfolgreich bestandenen Probezeit erhielt er vor wenigen Wochen die definitive Qualifikation zur 2. Liga regional. Wie geht es nun weiter? «Ich möchte weiter an mir arbeiten und vorwärtskommen. Daher habe ich mir zum Ziel gesetzt, im Sommer 2020 die Aufnahme in die Referee-Academy des Schweizerischen Fussballverbandes zu schaffen.» Im dreijährigen Förderprogramm werden die Talente auf höhere Aufgaben vorbereitet, an dessen Ende die «1.Liga Definitiv» stehen soll. Jedoch sei ihm unabhängig davon wichtig, jedes Wochenende seine bestmögliche Leistung auf dem Platz zu geben. Und irgendwann möchte das ehrgeizige Bazenheider Schiedsrichtertalent, das auch gerne Klavier und Saxofon spielt, in der Super League sein Début geben.

Durchstarten 
auch im Beruf

Nebst seiner Tätigkeit als Schiedsrichter steht Elvis Musliu auch im Beruf mit beiden Füssen am Boden. Nach seiner Lehre als kaufmännischer Angestellter in der Zentralverwaltung von Aldi Suisse in Schwarzenbach konnte er beim Ausbildungsbetrieb bleiben. Als Angestellter in der Personalabteilung ist er für das Arbeitsrecht zuständig.

Zusätzlich absolviert er in St.Gallen die Matura für Erwachsene. Drei von sieben Semestern hat er hinter sich. «Mein anspruchsvolles Pensum könnte ich ohne das Entgegenkommen meines Arbeitgebers nicht bestreiten. Für Einsätze als Schiedsrichter, auch für kurzfristige, bekomme ich jederzeit frei, wofür ich sehr dankbar bin», sagt Elvis Musliu.

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