SVP Toggenburg fordert: Wattwil statt Wil

Die Kreispartei der SVP Toggenburg will statt in Wattwil in Wil ein Gesundheits- und Notfallzentrum errichten. Das Spital Wattwil soll erhalten bleiben.

Ruben Schönenberger
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Geht es nach der SVP Toggenburg, bleibt das Spital Wattwil erhalten.

Geht es nach der SVP Toggenburg, bleibt das Spital Wattwil erhalten.

Mareycke Frehner

Zwar unterstütze die SVP Toggenburg die Regierung grundsätzlich im Bestreben, die heutige Spitalpolitik anzupassen. Es seien aber weitreichende Schritte gefordert. Das sagt die Kreispartei in ihrer Stellungnahme zur Vernehmlassung in der Spitalfrage.

«Aufgrund der stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen und der rasanten Spezialisierung in diversen Bereichen der Medizin ist dringender Handlungsbedarf angezeigt», ist in dem Papier zu lesen.

Überkantonale Sichtweise fehle bisher

Um Spezialisten finden zu können, müsse ein Spital eine gewisse Grösse aufweisen. Bei der Betrachtung der nötigen Standorte sei aber eine überkantonale Sichtweise zwingend. Diese vermisst die SVP in den Plänen der Regierung. «Eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung endet nicht an den Kantonsgrenzen.» So sei beispielsweise im St.Galler Oberland eine Zusammenarbeit mit dem Kanton Graubünden erforderlich. Und auf der Achse Zürich-St.Gallen seien die Kantonsspitäler in Frauenfeld und Winterthur zu berücksichtigen.

Daraus ergebe sich dann eine neue Ausgangslage: Die Achse Wil-St.Gallen sei hervorragend abgedeckt. Und weil in Wattwil bereits 60 Millionen investiert wurden, sei es unverständlich, dass das Spital Wattwil geschlossen werden solle, während in Wil noch Investitionen von 170 Millionen Franken erfolgen müssten. Die SVP Toggenburg spricht sich deshalb dafür aus, das Spital Wattwil zu erhalten und am Standort Wil ein Gesundheits- und Notfallzentrum zu errichten. Das sei auch angezeigt, weil das Toggenburg topografisch und geografisch ein Sonderfall sei. Aus dem Gebiet Nesslau-Neu St.Johann schaffe man es in 30 Minuten weder nach Grabs, noch nach Wil oder Uznach. Zudem fordert die SVP, dass das alternative Modell der Gemeinde Wattwil zu prüfen sei, das sei bisher nicht sachlich geschehen.

Regierung habe 2014 das Volk getäuscht

Die SVP Toggenburg geht in ihrer Stellungnahme auch auf Verantwortlichkeiten ein. In den Diskussionen um die Spitalneubauten und -renovierungen und die dazugehörigen Volksabstimmungen 2014 sei das Stimmvolk von der Regierung irregeführt worden, insbesondere vom damaligen Bauchef Willi Haag und von der Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes, Heidi Hanselmann. «Mit dem Argument, wenn die St.Galler Spitalinfrastruktur auf Vordermann gebracht wird, seien die Spitäler für die Zukunft gerüstet und gut unterwegs, konnten sie alle überzeugen.»

Die ersten Alarmzeichen einer aus dem Ruder laufenden finanziellen Situation seien dann gekommen, als ein unabhängiger Verwaltungsrat der Spitalverbunde die Arbeit aufgenommen habe.

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