Die Umfahrung Ebnat-Kappel ist kein Unfallschwerpunkt

Vor kurzem gab es einen Unfall mit sieben Verletzten auf der Umfahrung Ebnat-Kappel. Beim Kanton sind aber keine baulichen Mängel der Strasse bekannt.

Martin Knoepfel
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Am 26. Juli ereignete sich auf der Umfahrung Ebnat-Kappel bei der Überführung der Hüslibergstrasse ein äusserst heftiger Zusammenstoss dreier Autos.

Am 26. Juli ereignete sich auf der Umfahrung Ebnat-Kappel bei der Überführung der Hüslibergstrasse ein äusserst heftiger Zusammenstoss dreier Autos.

(Bild: Kantonspolizei St.Gallen)

Nicht weniger als sieben teilweise schwer verletzte Personen forderte der Unfall, der sich am Nachmittag des 26. Juli auf der Umfahrung Ebnat-Kappel ereignete. Eine junge Frau war mit ihrem Auto etwas unterhalb der Überführung der Hüslibergstrasse auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit zwei entgegenkommenden Autos zusammengestossen.

Kein alltäglicher Unfall

Verkehrsunfälle mit so vielen Verletzten sind nicht alltäglich. Da stellt sich die Frage, ob die Umfahrung Ebnat-Kappel ein Unfallschwerpunkt auf dem St.Galler Strassennetz darstellt.

Dies verneint allerdings der Leiter Kommunikation der Kantonspolizei, Hanspeter Krüsi. Es gebe auch keine Stelle auf der Umfahrung Ebnat-Kappel, die als Unfallschwerpunkt gelten könnte, antwortete er. Bauliche Mängel wie beispielsweise rutschige Beläge sind weder der Kantonspolizei noch dem kantonalen Tiefbauamt bekannt.

Projektierung könnte zwei Jahre dauern

Das 17. Strassenbauprogramm deckt die Jahre 2019 bis 2023 ab. 700000 Franken sind darin für die Projektierung – noch nicht für die Ausführung – der Gesamtsanierung der Umfahrung Ebnat-Kappel von der Stegrüti bis Giselbach vorgesehen.

Der Kantonsrat hat das 17. Strassenbauprogramm am 19. September 2018 angenommen. Momentan werden laut Manfred Huber, Leiter Strassen- und Kunstbauten im Tiefbauamt, die Grundlagen für die Projektierung der Gesamtsanierung erarbeitet. Dazu gehört unter anderem eine umfassende Aufnahme des Zustands der Strasse.

Ausführung im 18. Strassenbauprogramm?

Die Projektierung dürfte rund zwei Jahre dauern. Die Sanierung könnte ins 18. Strassenbauprogramm kommen, wenn der Kantonsrat zustimmt. Im 17. Strassenbauprogramm ist kein Geld für die Sanierung vorgesehen.

Zu den Kosten und zur Dauer der Sanierung kann Manfred Huber noch nichts sagen. Offen ist auch, ob die Strasse für die Sanierungsarbeiten gesperrt werden muss.

Tempo 60/80 auf der zweiten Etappe der Umfahrung Wattwil

Voraussichtlich 2022 kommt die zweite Etappe der Umfahrung Wattwil in Betrieb. Sie führt von der Brendi an der Strasse Wattwil–Ricken zur Stegrüti zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel. Geplant ist, dass die Höchstgeschwindigkeit auf der neuen Strasse 80 Kilometer pro Stunde beträgt, mit Tempo 60 im Bereich der beiden Kreisel in der Brendi und der Stegrüti.

Geschwindigkeitslimiten könnten gesenkt werden

Da stellt sich die Frage, ob die Umfahrung Ebnat-Kappel umsignalisiert wird. Heute sind auf dieser Strasse abschnittsweise 60, 80 oder 100 Kilometer pro Stunde erlaubt. Nach Auskunft der Medienstelle der Kantonspolizei ist die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit im Zusammenhang mit der Gesamtsanierung der Umfahrung ein Thema.

Manfred Huber betont, dass die Kantonspolizei für Geschwindigkeitsbeschränkungen zuständig ist. Vor Jahren hatte der TCS St.Gallen-Appenzell Innerrhoden den Wirrwarr bei den Tempolimits auf den Strassen kritisiert, allerdings ohne Folgen im Fall der Umfahrung Ebnat-Kappel.

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