Sternenhimmel
Ein unsichtbares Haar am Märzhimmel

Am 20. März ist Frühlingsanfang, diesen Monat wechseln wir zudem von der Winter- auf die Sommerzeit. Zur Zeit ist der Mars der einzige Planet am Himmel, den man am Abendhimmel im Westen beobachten kann.

Hanspeter Steidle
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Sonne

Sonnenaufgang:

  • 1. März: 7.09 Uhr
  • 20. März: 6.30 Uhr. Am 20. März ist Frühlingsanfang: Die Sonne kreuzt auf ihrer Bahn den Himmelsäquator und wechselt in den Nordhimmel.
  • 31. März: 7.09 Uhr (Sommerzeit)

Sonnenuntergang:

  • 1. März: 18.03 Uhr
  • 20. März: 18.29 Uhr
  • 31. März: 19.46 Uhr

Sommerzeitumstellung ist von Samstag, 27. März, auf Sonntag, 28. März.

Mond

Neumond: 13. März, Sternbild Wassermann

Vollmond: Sonntag, 28. März, Sternbild Jungfrau.

Planeten

Merkur: Ab der zweiten Hälfte des Monats kann er am Abend tief im Westen gesehen werden.

Venus: Sie erscheint als «Stern» am frühen Morgen.

Mars: Er hält sich im Westen auf und geht kurz nach Mitternacht unter.

Jupiter: Er kann ab Monatsmitte am Morgenhimmel beobachtet werden.

Saturn: Der Ringplanet befindet sich im Sternbild Steinbock. Er kann ab Monatsmitte am Morgen beobachtet werden.

Sterne und Milchstrasse

Die hellen Sterne, welche zum Sechseck der Wintersternbilder gehören, sind noch im Südwesten zu sehen. Sogar die Plejaden sind hoch im Westen noch gut zu sehen. Die Milchstrasse liegt immer mehr im Westen. Diejenigen Sternbilder, welche in der Zenitzone und weiter nördlich liegen, sind klar zu sehen: Zwillinge, Fuhrmann, Perseus und Cassiopeia.

Östlich des Sternbildes Zwillinge scheint der Himmel bis zum Sternbild Löwe fast leer zu sein. Dieser Himmelsteil besteht aus lichtschwachen Sternen, die nur in klaren Nächten zu sehen sind. Das Sternbild Krebs mit seinem offenen Sternhaufen in der Mitte ist nicht leicht zu finden. Die Wasserschlange, die unterhalb des Krebses beginnt und weit unter dem Horizont ostwärts weitergeht, ist nur schwer zu erkennen. Der Mars befindet sich nahe bei den Plejaden und ist für wenige Stunden am Nachthimmel zu sehen.

Im Osten nähern sich die Frühlingssternbilder, allen voran das Sternbild Löwe. Es ist eines der wenigen, welches aus vorwiegend hellen Sternen besteht und daher als liegender Löwe zu erkennen ist. Dass die Sonne auf ihrer Bahn, der Ekliptik, im Frühjahr an den Sternbildern Zwillinge, Krebs, Löwe und Jungfrau vorüberzieht, beobachteten schon die Sumerer und Babylonier vor mehr als 5000 Jahren. Sie notierten die Sonnenpositionen in Keilschrift auf Tontafeln. Sie schufen auch den Tierkreis mit den zwölf Sternbildern, der allerdings nicht nur aus Tiersymbolen besteht. Es gibt noch ein dreizehntes Sternbild, den Schlangenträger. Er liegt ebenfalls auf der Ekliptik zwischen Skorpion und Schütze. Die Zahl 12 aber war für die Hofastrologen eine heilige Zahl. Eine 13 hätte da nicht in diese 12er-Ordnung gepasst.

Hoch im Nordosten blinkt ein leicht rötlicher Stern. Es ist der Stern Arktur. Das dazugehörige Sternbild Bootes lässt sich bereits sehen. Es hat die Form eines Papierdrachens. Über dem Sternbild Jungfrau ist auf der Sternkarte ein Kreis eingezeichnet und zeigt ein für das blosse Auge unsichtbares Sternbild: das Haar der Berenice. An dieser Stelle befindet sich ein lokaler Galaxienhaufen, zu dem auch unsere Milchstrassen-Galaxie gehört. Man vermutet, dass der Haufen aus mehr als 1300 Galaxien bestehe.

Sternschnuppen

Auch im März sind nicht viele Sternschnuppen zu erwarten. Sie kommen vorwiegend aus den Regionen der Sternbilder Krebs, Löwe und Jungfrau. Am ehesten huschen Sternschnuppen nach Mitternacht über den Himmel. Das hängt mit der Erddrehung zusammen, nicht mit den Sternschnuppen an sich.

Mars Rover Perseverance

Zur Zeit ist der Mars der einzige Planet am Himmel, den man am Abendhimmel im Westen beobachten kann. Die Frage, ob auf dem Mars einmal Leben existiert hat, bewegt die Astronomen wie nie zuvor. Vor mehr als 100 Jahren glaubte ein Astronom Kanäle auf dem Mars zu sehen. Kanäle wären Erzeugnisse intelligenter Lebewesen. Mit besseren Fernrohren erkannte man bald, dass es sich bei diesen Wahrnehmungen um Sinnestäuschungen gehandelt hat.

Und doch: Auf dem Mars wurden ausgetrocknete Flussläufe entdeckt. Dort, wo Flüsse waren, muss es auch Leben gegeben haben. Wasservorkommen wurden in den letzten Jahren entdeckt. Deshalb sucht man heute intensiv nach Spuren von Leben. Vor 3,5 Milliarden Jahren herrschten auf dem Mars ähnliche Verhältnisse wie heute auf der Erde. Die Sonne schien damals heller. Es ist verständlich, dass sich die astrobiologische Forschung auf mögliche Spuren von Leben auf dem Mars konzentriert.

Der Mars bekam schon in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts Besuch von irdischen Sonden. Zuerst von russischen, später auch von amerikanischen. Am 20.Februar konnte die Nasa ihren fünften Rover in einem Krater absetzen, der früher einmal ein See war. Im Gegensatz zu den früheren Missionen konnte das Landemanöver des Perseverance-Rovers am TV verfolgt werden. Perseverance heisst Beharrlichkeit. Sie zahlte sich für die Nasa doppelt aus: Der 472 Millionen Kilometer entfernte Rover landete, vom Nasa-Team in Pasadena gesteuert, fast metergenau am vorbestimmten Ort in der Jezero-Krater-Ebene. Die Amerikaner waren sich sehr sicher, dass diese Landung gelingen würde.

Zum ersten Mal gelang es zudem, den Marswind akustisch einzufangen und für alle Menschen hörbar zu machen. In den folgenden Monaten werden die verschiedenen Messinstrumente des Rovers zum Einsatz kommen. Motoren für die Bohrungen und für den kleinen, mitgeführten Helikopter wurden in der Schweiz entwickelt. Man darf gespannt sein, ob im Boden des Mars Lebensspuren zu finden sind. Unter dem Marsboden in nicht allzu grosser Tiefe ist der Schutz vor kosmischer Strahlung bei der sehr dünnen Marsatmosphäre wesentlich besser.