Sternenhimmel
Am 22. September ist Wintersonnenwende: Tag und Nacht sind gleich lang

In klaren Nächten sind die schwach leuchtenden Sterne des Steinbocks gut zu sehen. Im Umfeld der Erde, von wo aus Astronauten und Satelliten weiter ins All schauen, wird der Müll immer mehr zum Problem.

Hanspeter Steidle
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Sonne

Sonnenaufgang:

  • 1. September: 6.48 Uhr
  • 22. September: 7.15 Uhr
  • 30. September: 7.15 Uhr

Sonnenuntergang:

  • 1. September: 19.57 Uhr
  • 22. September: 19.14 Uhr
  • 30. September: 18.59 Uhr

Am 22. September passiert die Sonne den Herbstpunkt: Tag und Nacht sind gleich lang.

Die Sonne geht im Herbst immer früher unter.

Die Sonne geht im Herbst immer früher unter.

Bild: Urs Flüeler/Keystone

Mond

Neumond: Dienstag, 7. September, im Sternbild Löwe

Vollmond: Dienstag, 21. September, im Sternbild Fische

Planeten

Merkur: Er kann nicht beobachtet werden.

Venus: Sie ist immer noch Abendstern, geht aber um ca. 21 Uhr, Ende Monat um ca. 20 Uhr unter.

Mars: Er hält sich am Taghimmel auf und kann nicht beobachtet werden.

Jupiter: Er ist am frühen Abend das auffälligste Gestirn und kann während der ganzen Nacht beobachtet werden.

Saturn: Er befindet sich im Sternbild Steinbock und kann bis nach Mitternacht beobachtet werden.

Sterne und Milchstrasse

Das Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Deneb im Schwan, Atair im Adler und Wega in der Leier, stehen Anfang September im Meridian, der Schwan genau über unsern Köpfen. Sie ziehen im Laufe des Monats immer mehr gegen Westen. Die Herbststernbilder Pegasus, Fische, Wassermann und Steinbock erscheinen im Osten und Südosten. Die beiden Planeten Saturn und Jupiter befinden sich horizontnah im Sternbild Steinbock. In klaren Nächten sind die schwach leuchtenden Sterne des Steinbocks gut zu sehen.

Die Sterne des Wassermanns leuchten nur schwach und sind nur bei klarer Sicht erkennbar. Die vier markanten Sterne des Pegasus, die als Herbstviereck bezeichnet werden, bilden den Körper des für uns auf dem Kopf liegenden, geflügelten Pferdes. An seinem Kopfende ist der prächtige Kugelsternhaufen M15 im Fernrohr ein schönes Beobachtungsobjekt. Er ist 33'600 Lichtjahre von der Sonne entfernt und beherbergt rund 500'000 Sterne. Der Umfang des Haufens beträgt 170 Lichtjahre.

Im Vergleich dazu sind die Sterne Wega, Arktur und Deneb wirklich sehr nahe. Hoch im Nordwesten sehen wir den Grossen Wagen. Auf der Sternkarte ist der mittlere Deichselstern genauer dargestellt: Es ist der Stern Mizar mit seinem Begleiter Alcor. Mizar selbst besteht aus zwei Sternen, die man im Fernrohr gut trennen kann. Das Sternbild Schütze tief im Südwesten ist immer noch ein lohnendes Beobachtungsobjekt.

Der Kugelsternhaufen M22 (in der Sternkarte eingezeichnet) wurde schon 1665 entdeckt. Er ist der hellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel. Wer mit einem Fernrohr den Kugelsternhaufen M13 (auf der Sternkarte angegeben) im Sternbild Herkules betrachtet, wird bereits die Randsterne des Haufens sehen.

Sternschnuppen

Aus fünf Regionen des Himmels erscheinen ab und zu Sternschnuppen. Sie werden nach den Sternbildern benannt, aus denen sie zu fliegen scheinen. Aus jedem dieser Ströme fliegen ca. fünf bis zehn Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel. Die günstigste Beobachtungszeit für Sternschnuppen ist nach Mitternacht.

Müll im All

Wir kennen die Probleme mit Abfall auf der Erde. Der Plastikmüll beispielsweise bereitet auf der ganzen Erde und im Meer grosse Sorgen und schafft auch für die Tierwelt Probleme. Im nahen Orbit der Erde umkreisen täglich ca. 7600 Tonnen Weltraumschrott unseren Planeten. Davon sind geschätzt 700'000 bis 900'000 Teilchen grösser als ein Zentimeter, welche es für die Raumfahrt immer schwieriger werden lassen, ohne Schaden in die vorgesehenen Bahnen zu gelangen.

Schrottteilchen rasen mit Geschwindigkeiten bis zu 29'000 km/h um die Erde und werden, wenn Raumschiffe oder Satelliten ins All kommen, zu einer erheblichen Gefahr. Auf der Erde verlassen wir uns auf die GPS-Navigation. Geostationäre Satelliten werden in Höhen bis zu 36'000 km gebracht. Selbst in dieser Höhe mussten schon Ausweichmanöver durchgeführt werden, damit Geräte nicht zerstört wurden. Die meisten Trümmerteilchen befinden sich im nahen Orbit bis zu einer Höhe von etwa 1000 km. Allerdings sorgt die Erdatmosphäre dazu bei, dass kleine Teilchen relativ schnell ausgefiltert werden beziehungsweise verglühen, weil Luftmoleküle sie bremsen.

Die Internationale Raumstation ISS musste in einer Höhe von rund 500 km schon mehrere Ausweichmanöver durchführen, weil Weltraummüll in ihre Nähe kam. Da stellt man sich die Frage, wie man noch Wege ins All finden kann, um nicht gleich abgeschossen zu werden, wenn Astronauten zur ISS geflogen werden oder wenn neue Satelliten platziert werden müssen. Es gibt Radarstationen auf der Erde, die heute fast lückenlos Teilchen ab zwei Zentimeter Grösse erfassen und registrieren, und dies bis zu einer Höhe von 1000 km. Da werden Regionen erfasst, durch welche neue Raketen mit Geräten zum Beispiel zu Satelliten fliegen müssen, um unbeschadet ihre Ziele zu erreichen.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA, welcher 19 Nationen angehören, finanzieren die erforderlichen Radaranlagen, um den Weltraum zu überwachen. Gleichzeitig arbeitet die ESA intensiv daran, Mittel und Wege zu finden, um den Weltraumschrott zu vermindern. Raketenstufen, die abgetrennt werden: Sie werden so konstruiert, dass sie beim Absprengen keine Teile mehr verlieren. Zudem sollen sie so konstruiert werden, dass sie nach der Abkapselung kontrolliert in Bahnen gelenkt werden, aus denen sie ebenfalls kontrolliert zurückgebracht werden können. Eine Wiederverwertung wertvoller Teile ist geplant.

Für die Astronomen ist der Weltraumschrott ein grosses Problem, wenn sie mit den grössten Teleskopen tief ins Weltall blicken und Neues entdecken wollen. Die Erde ist heute leider sowohl am Boden, im Meer und oben im Orbit ein problematischer Müllhaufen geworden.