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Damals: Stadtvision Wattwil mit Wolkenkratzern

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Traugott Stauss zeichnete die Stadtvision von Wattwil 1924 mit Kohle und Fettstift auf Papier. (Bild: PD)

Traugott Stauss zeichnete die Stadtvision von Wattwil 1924 mit Kohle und Fettstift auf Papier. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

25. Januar: Wattwil. Die Volkshaus-Projekte fanden ein recht erfreuliches Interesse. Daselbe hat hoffentlich zur Folge, dass der Volkshausgedanke nach und nach in ein Stadium der Reife übergeht. Zur Zeit diskutiert man noch darüber, ob man nur einen Saal schaffen will mit Anschluss allernotwendiger Nebenräume oder ob man doch ein Volkshaus im vollen Sinne des Wortes anstreben sollte.

Vielleicht ist die Erstellung eines den Wattwiler Verhältnissen angemessenen Saales aber auch das Leitmotiv der Firma Heberlein gewesen, als sie die Stiftung im Betrage von 50 000 Franken errichtete. Durch diese schöne Zuwendung wird ermöglicht, rascher als man erwarten durfte, eine finanzielle Grundlage zu schaffen, die eine baldige Abklärung des Projektes und damit auch die Ausführung desselben in die Nähe rücken wird.

25. Januar: Wattwil. Seit acht Tagen wird ein Mann (Familienvater) aus Walde, Gemeinde St.Gallenkappel, vermisst, der über die Kreuzegg einen Gang nach dem Wattwiler Steintal unternahm. Zur Rückkehr benützte er die gleiche Route, trotzdem ihm dies der einbrechenden Dunkelheit wegen abgeraten wurde. Seit dieser Zeit ist der Mann verschollen und es blieben angestellte Nachforschungen bis jetzt erfolglos. Man wird ihn kaum mehr am Leben finden.

Vor 50 Jahren

24. Januar: Wattwil. Die Heberlein Holding AG übernimmt die AROVA AG. Dadurch entsteht ein Konzern mit 5000 Mitarbeitern und einem Umsatz in der Grössenordnung von 300 Millionen Franken, der sich unter die 20 grössten Industrie-Konzerne der Schweiz einreiht. Die bemerkenswert offene Pressekonferenz wurde von Dr. Hans W. Kopp, Verwaltungsrat der Heberlein Holding, Zürich, ausgezeichnete geleitet.

Von der Heberlein Holding nahmen am Vorstandstisch Dr. Georg Heberlein, Verwaltungsratspsäsident, Wattwil, Vizedirektor Dr. R. Domeniconi und Vizedirektor Dr. Wolfgang Heberlein Platz, von der Arova Theodor R. Ernst, Schaffhausen, Verwaltungsrat Dr. Hanspeter Schaer-Ernst, Arlesheim, und Direktor K. Huber, Flurlingen. Gut fünfzig Journalisten waren im Hotel Elite in Zürich anwesend und viele stellten Fragen, auf die direkt geantwortet wurde. Vor der Konferenz nahmen Fernseh- und Radio-Interviewer Dr. Georg Heberlein und Theodor Ernst auf’s Korn.

29. Januar: Hemberg. Auto-Bergrennen Peterzell-Hemberg. Das Polizeidepartement St.Gallen möchte von einer Durchführung dieses Automobilrennens absehen und befürchtet einen schlechten Einfluss solcher Veranstaltungen auf die Verkehrsteilnehmer. Der Gemeinderat ist jedoch der Meinung, dass dies ein sportlicher Anlass sei wie viele andere auch. Zudem ist an der Strasse nicht der kleinste Schaden von Bedeutung entstanden und die Zuschauer können absolut sicher und ungefährdet in Wiesen plaziert werden.

Das Autobergrennen ist für unsere, auf den Fremdenverkehr angewiesene Bevölkerung von wesentlicher Bedeutung und das Interesse ist bei jung und alt über jedes Erwarten gross. Der Gemeinderat Hemberg ist entschlossen, in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat St. Peterzell Mittel und Wege zu suchen, um diesem sportlichen Grossanlass in unserer Talschaft zum Durchbruch zu verhelfen.

Vor 20 Jahren

25. Januar: Lichtensteig. Gewaltiger Medienrummel im Städtli. Seit dem Rücktritt der beiden Bundesräte Arnold Koller und Flavio Cotti wird Rita Roos-Niedermann in den Medien als Kronfavoritin für eine Nachfolge gehandelt. Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt ihre Zustimmung einer Kandidatur nicht vorliegt, wird sie beinahe auf Schritt und Tritt von Medienleuten verfolgt.

27. Januar: Wattwil. Stephan Bärlocher, Verwalter des Gemeindespitals Wattwil – 250 Tage im Amt. Vor knapp neun Monaten trat Stephan Bärlocher als Nachfolger von Jakob Rhiner das Amt des Verwalters im Spital Wattwil an. Sein neuer Aufgabenbereich gefällt ihm vor allem deshalb, weil er eine Herausforderung darstellt und ihm viel Gestaltungsfreiraum lässt.

Die Notwendigkeit des Spitals am Standort Wattwil ist für Stephan Bärlocher kein Diskussionspunkt. Ihm geht es um etwas ganz anderes. «In Zukunft darf nicht nur die Frage nach Leistungsfähigkeit oder Leistung im Vordergrund stehen», unterstreicht er mit Nachdruck, «das Spital muss als ein fester Bestandteil der Gemeinde und der ganzen Region akzeptiert sein. Das Versorgungsangebot für das Toggenburg sollte sich ganz einfach hier befinden und nicht irgendwo sonst». Als Beispiel führt er den Yburg-Turm als Wattwiler Wahrzeichen an und vergleicht. So wie dieser Turm historische Bedeutung erlangt habe und aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken sei, müsse das Spital mit aktueller und realistischer Bedeutung in der Gemeinde integriert sein. Nur so lasse sich jenes Mass an Akzeptanz bewirken, das der Funktion des Hauses entspricht. Diese Vision lässt sich mit Leitbild, Qualitätssicherung und strukturellen Veränderungen verwirklichen – davon ist Stephan Bärlocher überzeugt.

Vor 10 Jahren

27. Januar: Wildhaus. Am Samstagmittag wurden zwei Lawinen am Gamserrugg durch Variantenfahrende abseits der Pisten ausgelöst. Diese verschütteten offene Skipisten. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Die Hänge oberhalb der Pisten wurden am Morgen vom Pistenrettungsdienst mit Sprengungen gesichert. Es konnten keine Lawinen ausgelöst werden. Somit wurden die Pisten freigegeben. Temperaturveränderungen bewirkten einen Spannungsaufbau um die Mittagszeit, welche mit geringer Zusatzlast – ein Schneesportler genügte – die Lawinen auslöste. Diese Lawinen wären spontan nicht abgeglitten.

29. Januar: Toggenburg. Im Chössi-Theater ist im Februar die Uraufführung von «Traugott Stauss malt ein Bild und unser Haus ist auch drauf». Rea Brändle, geboren 1953 in Neu St.Johann, heute wohnhaft in Zürich, schrieb das Stück als Auftragswerk für Theaternetz Toggenburg. Sie habe kein Stück über den Lichtensteiger Designer geschrieben, sagt Rea Brändle. Strauss tritt denn auch als Figur gar nicht auf.

Was Rea Brändle interessiert: Zu zeigen, wie die Umbruchzeit von den Menschen erlebt wird. Der Schauplatz ist ein Depot, den sich Rea Brändle als kollektiven Estrich denkt. Ein grossformatiges Bild weckt das Interesse der beiden Hauptpersonen. Es handelt sich um eine Vision Wattwils mit lauter Wolkenkratzern. Traugott Stauss wurde 1898 in Oberhelfenschwil geboren. Zwei Jahre nach seiner Geburt liess sich die Familie im Bunt nieder, wo der Vater eine Wagnerei betrieb. Eine Weberlehre musste Traugott Stauss aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Er besuchte in Zürich die Kunstgewerbeschule, kehrte nach Lichtensteig zurück und eröffnete den Laden «Raumkunst». Den Durchbruch schaffte er allerdings nicht und Stauss liess sich als Dessinateur bei der St. Galler Feinweberei anstellen. Stauss war auch Gründungsmitglied des Wattwiler Theatervereins. Er starb 1952.

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