spucktest am samstag
Mutiertes Coronavirus in Wattwil – 210 Schüler und 40 Lehrer per sofort in Quarantäne

Im Primarschulhaus Wis in Wattwil ist bei zwei Kindern ein mutiertes Coronavirus festgestellt worden. Rund 250 Menschen sind in Quarantäne – am Samstag müssen sie zum Spucktest antreten.

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Aufgestuhlt: In diversen Schweizer Schulhäusern findet wegen Corona derzeit kein Unterricht statt. Nun ist auch das Schulhaus Wis in Wattwil betroffen.

Aufgestuhlt: In diversen Schweizer Schulhäusern findet wegen Corona derzeit kein Unterricht statt. Nun ist auch das Schulhaus Wis in Wattwil betroffen.

Symbolbild: Keystone

(dwa/hs) Die beiden Kinder, bei denen das mutierte Virus festgestellt wurde, befinden sich laut der St. Galler Staatskanzlei bereits seit zehn Tagen in Quarantäne. Dies, weil die Ansteckung im familiären Umfeld stattgefunden habe. In welche Klasse die Primarschulkinder gehen und welcher Nationalität sie angehören, möchte die stellvertretende Leiterin des Kantonsarztamtes, Karen Peier, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht bekannt geben.

Im selben Wattwiler Schulhaus wurden gemäss dem Communiqué in vier weiteren Klassen insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrperson positiv auf das Coronavirus getestet. «In diesem Zusammenhang befinden sich zwei Klassen bereits in Quarantäne», schreibt die Staatskanzlei. Ob darunter auch Ansteckungen mit dem mutierten Coronavirus vorliegen, ist laut Karen Peier noch nicht bekannt.

Das Kantonsarztamt hat in Absprache mit den Schulbehörden angeordnet, dass sich alle 210 Schülerinnen und Schüler und 40 Lehrpersonen des Schulhauses Wis mit sofortiger Wirkung in Quarantäne begeben müssen. Nur so könnten Verschleppungen durch Ferienreisen und verhindert werden.

PCR-Spucktest statt Ferienreisen

Am Samstag werden sich alle Personen des Schulhauses einem PCR-Spucktest unterziehen. Damit will das Kantonsarztamt präsymptomatische und asymptomatische Trägerinnen und Träger identifizieren und eine unerkannte Virusverbreitung, insbesondere eben im Rahmen von Ferienreisen, vermeiden. Denn genau diesen Samstag beginnen die Ferien.
Laut Schulratspräsident Norbert Stieger werden die Kinder und Lehrkräfte klassenweise getestet:

«Das Ganze dauert pro Klasse etwa 20 Minuten und ist kurz und schmerzlos: Wasser in den Mund, gurgeln, spülen und spucken.»

Laut Stieger konnten bis am Freitagabend alle Eltern informiert werden. «Grossmehrheitlich zeigten sie sich sehr verständnisvoll, die Stimmung ist gut.»

Massnahmen gelten vorerst bis Dienstag

Personen, die positiv getestet werden, müssen sich anschliessend in eine zehntägige Isolation begeben; ihre Kontaktpersonen müssen in Quarantäne. Allfällige Ferienreisen können nicht angetreten werden. Bis die Testergebnisse vorliegen, müssen sich die betroffenen Personen konsequent an die Verhaltensregeln halten und Kontakte zu anderen Personen soweit möglich vermeiden.

Karen Peier hofft, dass bis Dienstag alle Testresultate vorliegen und Klarheit herrscht, ob und welche weiteren Massnahmen nötig sind.