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Kommentar

Spitaldebatte in Wattwil: Der Lenkungsausschuss hat den Goodwill schon zu Beginn des Abends verspielt

Wer zu einem Bevölkerungsgespräch zur Spitalzukunft einlädt, sollte möglichst viel mit der Bevölkerung sprechen und nicht bloss informieren. Der Lenkungsausschuss hatte andere Pläne.
Ruben Schönenberger
Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: PD)

Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: PD)

Wenn es um die Zukunft des Spitals Wattwil geht, ist die Toggenburger Bevölkerung zur Stelle. Kampflos nimmt man die drohende Schliessung nicht hin. Das hätte allen klar sein müssen. Spätestens beim Anblick der rund 700 Anwesenden wurde es offensichtlich.

Trotzdem plante der Lenkungsausschuss für sich selber doppelt so viel Zeit ein wie für die Fragen und Bedenken der Bevölkerung. Der Abend hatte kaum begonnen, hatten die Verantwortlichen mit dieser Agenda schon viel Goodwill verspielt. Und Goodwill war an diesem Abend ohnehin nicht im Überfluss vorhanden.

2014 schien die Zukunft noch rosig

Dass der Goodwill fehlt, erstaunt auch nicht. Es ist noch nicht lange her, dass das Toggenburg schon einmal um sein Spital fürchtete. Mit der Abstimmung 2014 wurde die Zukunft erstmals rosig, mit der Investition der ersten 50 Millionen Franken in den Bettentrakt schien sie endgültig gesichert. Dass weder die Abstimmung noch der mittlerweile erstellte Bettentrakt ausreichen, um das Spital Wattwil zu sichern, irritiert zurecht.

Die Irritation wird grösser, weil in der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg der Standort Wil als gesichert gilt. Mehrfach war gestern zu hören, dass die geografische Lage doch eher für Wattwil sprechen würde. In Wil seien andere Angebote näher.

Werden mit dem Baustopp Fakten geschaffen?

Die verordnete Denkpause verschärft die Situation unnötigerweise. Dieser eigentliche Baustopp führt zu weiteren Bedenken. Kann das Spital Wattwil ohne die nächsten Bauetappen überhaupt noch weiter bestehen? Werden hier nicht einfach Fakten geschaffen? Stirbt so am Schluss auch die Grundversorgung, weil bei den Ärzten der Nachwuchs fehlt, wie es die Toggenburger Ärzte befürchten? Und sowieso: Ist dieser Baustopp zulässig? Und fusst er nicht auf wackligem Zahlenmaterial?

Dass der Lenkungsausschuss noch nicht zu allen Fragen Antworten hat, ist verständlich. Er müsste der Bevölkerung aber mindestens das Gefühl geben, die Fragen und Bedenken ernst zu nehmen und ergebnisoffen weiterzuarbeiten. Das schaffte er am Mittwochabend nicht. Das kann auch nicht funktionieren, wenn Aussagen des Verwaltungsratspräsidenten der Spitalverbunde als arrogant empfunden werden. Genau das passierte aber bei seiner Aussage, dass für den Nachwuchs ja die niedergelassenen Ärzte zuständig seien.

Die Toggenburger kämpfen weiter

Zugegeben, am Schluss war für die Wortmeldungen aus dem Publikum doch mehr Zeit vorhanden als geplant. Gereicht hat das nicht. Die Toggenburger Bevölkerung wird weiterkämpfen. Wie sie das beim Klanghaus tat, wie sie das bei der Kantonsschule weiterhin tun wird. Wie sie das immer tut, wenn sie sich ungerecht behandelt oder gar übergangen fühlt.

Lesen Sie im Liveticker nach, wie der Abend ablief

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