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Spital Wattwil: Zehn bis zwölf Stellen fallen weg

Die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg wird den Operationsbetrieb im Spital Wattwil einstellen. Zudem wird die Überwachungsstation verkleinert und in die Bettenstation integriert. Als Grund werden Einsparungen genannt.
Martin Knoepfel
Der neue Bettentrakt des Spitals Wattwil wurde 2018 eingeweiht. (Bild: Martin Knoepfel)

Der neue Bettentrakt des Spitals Wattwil wurde 2018 eingeweiht. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spitals Wattwil wurden gestern Morgen um neun Uhr orientiert. Eine Stunde später lief die Sperrfrist der Medienmitteilung ab. Und die Neuigkeiten tönen nicht gut fürs Spital Wattwil.

Ab dem 1. November werden im Spital Wattwil keine Operationen mehr durchgeführt. In der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT) kann man sich ab November nur noch in Wil operieren lassen. Das sei die wichtigste Sparmassnahme, heisst es im Communiqué des Verwaltungsrats der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen weiter.

Überwachungsstation wird verkleinert

Ferner werde die eigenständige Überwachungsstation von vier auf zwei Betten verkleinert und in die interdisziplinäre Bettenstation integriert. Laut Communiqué sind auch Einsparungen bei Sachkosten und Optimierungen bei Prozessen geplant.

Insgesamt werden laut dem CEO der SRFT, René Fiechter, zehn bis zwölf Vollzeitstellen in unterschiedlichen Bereichen abgebaut. Das Ziel sei, diese Reduktionen in erster Linie durch interne Stellenwechsel und die natürliche Fluktuation zu realisieren. Kündigungen werden aber nicht ausgeschlossen. Nach Wil würden nur wenige Arbeitsplätze verschoben, zumal die Teams im Bereich der Operationen bereits seit längerem standortübergreifend arbeiten. Eine effizientere Organisation an einem Standort benötige weniger Personal.

Der Verzicht auf Operationen und damit verbundene Massnahmen soll laut René Fiechter 1,5 Millionen Franken im Jahr sparen, vor allem bei den Personalkosten.

«Wir haben lange nicht gewusst, woran wir sind und was auf uns zukommt. Nun haben wir wenigstens Klarheit», sagte Ursula Hollenstein, Präsidentin der Personalkommission der SRFT laut «FM1Today».

«Wir haben ja gewusst, dass irgendwann etwas passiert. Für den Moment wissen wir, woran wir sind. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen.»

Kleines Sparpotenzial bei Standardisierung

Die Sachkosten sollen um rund eine Million Franken pro Jahr sinken. Sparpotenzial sieht die SRFT offenbar vor allem bei der Beschaffung und bei einem tieferen Verbrauch von Materialien. Prozesse sollen weiter standardisiert werden. Hier ist das Sparpotenzial aber gering, wie René Fiechter einräumt, da man in den letzten Jahren schon viel getan habe.

Wie hoch waren beim Ausbau des Spitals Wattwil die Kosten für die ab kommendem November nicht mehr benötigten Operations- und Überwachungsräume? Diese Frage sei nicht so einfach zu beantworten, sagte Fiechter. Die Kosten des Operationssaals seien in der Bauetappe 2 angefallen. In dieser sei im selben Trakt auch der neue Bereich für die Radiologie realisiert worden. Die Überwachungsstation sei als Element der ersten grossen Etappe mit der Erstellung des gesamten neuen Bettentrakts realisiert worden. Grundsätzlich sei die Bewertung nicht wie geplant genutzter Investitionen abhängig von der künftigen Nutzung.

Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde hat für die gestern bekanntgegebenen Massnahmen die Rückendeckung des Regierungsrats. Das schreibt die Staatskanzlei in einem Communiqué. Die «Denkpause» beim Ausbau des Spitals Wattwil heisst neu «Bauunterbruch». Er soll nach dem Willen des Regierungsrats andauern, bis die Zukunft der Spitalstandorte feststeht.

«Entscheid steht quer in der Landschaft»

Der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner sagte, grundlegende Entscheide wie die Schliessung des Operationssaals in Wattwil jetzt zu fällen, stehe quer in der Landschaft. Der Gemeinderat von Wattwil und der Förderverein des Spitals müssten sich beraten, bevor sie eine ausführliche Stellungnahme abgeben könnten. Die Gemeinde hat Ende März ein Modell für eine integrierte Gesundheitsversorgung im Toggenburg vorgestellt. Dies auf Aufforderung des Präsidenten des Verwaltungsrats der Spitalverbunde. In diesem Modell soll das Spital Wattwil die stationäre Versorgung in der Inneren und der Altersmedizin sicherstellen. Daneben soll es weitere Behandlungen anbieten.

Überrascht vom gestern kommunizierten Entscheid ist der Geschäftsführer der Region Toggenburg, Daniel Blatter. Die Region sei davon ausgegangen, dass der Vorschlag für die Zukunft des Spitals vertieft geprüft werde. Persönlich hat Daniel Blatter den Eindruck, dass gestern Fakten geschaffen wurden, die eine Lösung eher erschweren.

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