Wattwiler Gemeindepräsident reagiert auf Vorschlag von vier Kantonsräten – Alois Gunzenreiner ist erfreut: «Kantonsräte nehmen Wattwiler Konzept auf»

Das Spital Wattwil mit einer ambulanten und stationären Grund- und Notfallversorgung sowie Spezialisierungen in Fachgebieten langfristig erhalten, dafür setzen sich die Kantonsräte Karl Brändle (CVP), Kilian Looser (FDP), Mathias Müller (CVP) und Christan Spoerlé (SVP) ein. Den Wattwiler Gemeindepräsidenten Alois Gunzenreiner freut diese Ankündigung.

Sabine Camedda
Hören
Drucken
Teilen
Geht es nach dem Willen von einigen Toggenburger Politikern, bleibt im Spital Wattwil eine ambulante und stationäre Grund- und Notfallversorgung erhalten.

Geht es nach dem Willen von einigen Toggenburger Politikern, bleibt im Spital Wattwil eine ambulante und stationäre Grund- und Notfallversorgung erhalten.

Bild: Ruben Schönenberger

«Es ist erfreulich, dass weitere Kantonsräte aus der Region unsere Argumente und unser Konzept aufnehmen. Zwar stehen wir kurz vor der Ankündigung des Parlamentsgeschäftes durch die Regierung, aber besser spät als nie», fasst der Wattwiler Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner seine Reaktion auf den Vorschlag von vier Toggenburger Kantonsräten zusammen.

Karl Brändle (CVP), Kilian Looser (FDP), Mathias Müller (CVP) und Christian Spoerlé (SVP) glauben, dass das Spital Wattwil mit einer ambulanten und stationären Grund- und Notfallversorgung sowie Spezialisierungen in Fachgebieten langfristig erhalten bleiben könnte.

Positive Alternative der Gemeinde Wattwil

Seit der Schliessungsankündigung durch den Verwaltungsrat im Mai 2018 und durch die Regierung im Oktober 2019 haben Regionsorganisation, Ärztevereinigung, Spitalförderverein, Gemeinde Wattwil und weitere Akteure auf die Folgen für die regionale Gesundheitsversorgung hingewiesen.

Die Gemeinde hat im März letzten Jahres das Modell der «Integrierten Gesundheitsversorgung» vorgestellt, in dessen Zentrum nach wie vor ein Spitalbetrieb steht mit einem ambulanten und stationären Angebot und dem Schwerpunkt der Inneren Medizin mit Altersmedizin. Mit einem Partner, der einerseits akutmedizinische Kliniken und anderseits im Bereich der Suchttherapien ein europäisch führendes Institut betreibt, würde dieser Schwerpunkt weiter betrieben und ausgebaut.

«Die Gemeinde Wattwil hat damit eine positive Alternative eingebracht, welche die nötigen Veränderungen aufnimmt, aber zugleich, und das ist zentral, in Wattwil weiterhin einen Betrieb mit einem ausreichenden und funktionstüchtigen medizinischen Angebot vorsieht», sagt Alois Gunzenreiner. Damit wäre im Toggenburg die Notfall- und Grundversorgung für unsere Bevölkerung sowie Arbeitsplätze gesichert.

Spezialpflege als Ergänzung, nicht als Ersatz

Das Modell kann natürlich ergänzt werden. Ein zusätzliches Spezialpflegeangebot kann ebenfalls nur mit entsprechenden medizinischen Kompetenzen betrieben werden. Das wäre im bisherigen Vorschlag der Spitalstrategie der Regierung kaum zu leisten. «Von den erwähnten Einrichtungen und Experten haben wir die Auskunft erhalten, dass das Potenzial eher begrenzt ist. Zudem müsste auch bei diesem Angebot die Finanzierung klar geregelt werden», sagt Alois Gunzenreiner.

Nicht zu vergessen sei: Spezialpflege ist kein medizinisches Angebot. Es kann also durchaus als Ergänzung dienen, aber keineswegs den Spitalbetrieb ersetzen. Für Alois Gunzenreiner als Präsident der Region Toggenburg, des Spitalfördervereins und Gemeindepräsident von Wattwil ist daher klar: «Aber genau diese Frage muss nun zuerst entschieden werden, Spital Wattwil Ja oder Nein.» 

Mehr zum Thema