Spital Wattwil kann nicht mehr für Wiler Thurvita kochen: «Rund 20 Prozent aller Speisen fallen weg»

Die Thurvita AG kocht seit Jahresbeginn selber für ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Das hat Auswirkungen auf die Küche am Spital Wattwil.

David Grob
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Sabin Rickenbach, Leiterin Facility-Management SRFT.

Sabin Rickenbach, Leiterin Facility-Management SRFT.

Bild: PD

Der Jahreswechsel bedeutet für die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg (SRFT) einen Einschnitt. Seit Anfang Jahr bezieht die Thurvita AG, eine gemeinnützige Pflegeinstitution im Raum Wil, die Speisen für die Bewohnerinnen und Bewohner ihres Alterszentrums Fürstenau nicht mehr aus der Produktionsküche der SRFT in Wattwil. Der Grund für die Änderung: Die Thurvita AG betreibt seit Jahresbeginn eine eigene Grossküche im Keller des Alterszentrums Sonnenhof. Doch was bedeutet der Wegfall für die SRFT?

Wie äussert sich der Wegfall der Thurvita AG als Kundin konkret?

Sabin Rickenbach: Im Alterszentrum Fürstenau in Wil leben insgesamt 85 Bewohnerinnen und Bewohner. Mit dem Wegfall dieses Auftrages bereiten wir also täglich je 85 Mittags- und Abendessen weniger zu. Dies betrifft die Produktionsküche im Spital Wattwil wie auch die Fertigungsküche im Spital Wil.

Wie gross war denn der Anteil der 85 Gerichte an der Gesamtmenge, die in Wattwil zubereitet werden?

Wir bereiten täglich rund 770 Mahlzeiten für Patienten, Mitarbeitende und Besucher zu. Somit sind es rund 20 Prozent, die nun wegfallen.

Dies klingt nach einem grösseren Einschnitt.

Ja. Er bedeutet aber nicht, dass wir das Personal proportional zu den wegfallenden Mahlzeiten abgebaut haben. Wir wurden von der Thurvita AG frühzeitig über den Entscheid informiert und haben uns dementsprechend vorbereitet. Die Prozesse in der gesamten Gastronomie – sprich in den Küchen, im Roomservice und in unseren Restaurants – haben wir auf Anfang Jahr überarbeitet. So haben wir auch die Zuordnung der Aufgaben entsprechend angepasst. Alle Bereiche arbeiten eng zusammen, und so hat eine Umverteilung der Stellenprozente stattgefunden. In der Küche in Wattwil haben wir keine Stelle abgebaut. Insgesamt haben wir um knapp eine Stelle reduziert.

Kann man den Wegfall mit neuen Kunden ausgleichen?

Es wäre sicher denkbar, neue Kunden zu gewinnen. Die Produktionsküche in Wattwil bietet gewisse Kapazitäten. Trotzdem gehen wir derzeit nicht proaktiv auf die Suche nach neuen Kunden, da uns derzeit die Ressourcen dafür fehlen.

Wie funktionierte die Essensproduktion denn genau?

Rund 60 Prozent der Speisen fürs Alterszentrum Fürstenau in Wil wie auch für unsere Patienten, Mitarbeitende und Besucher wurden in der Produktionsküche vorproduziert und anschliessend mit unserem Transportwagen nach Wil transportiert. Dort wurden sie vor dem Service mit professionellen Gerätschaften regeneriert. Die restlichen 40 Prozent – also Salate, Desserts oder À-la-minute-Gerichte – werden jeweils in der Küche vor Ort frisch zubereitet. (dar)