Spital Wattwil
Gemeinderat hat Verantwortung wahrgenommen: Die Wattwiler Parteien zeigen sich zufrieden mit der Entwicklung

Die Vertreter der CVP, der FDP, der SP und der SVP begrüssen und unterstützen den Weg des Wattwiler Gemeinderats in der Spitalpolitik. Sie stellen eine klare Forderung an die St.Galler Regierung: Sie muss die Gesundheits- und Notfallversorgung im Tal sicherstellen.

Sabine Camedda
Drucken
Teilen
Die Ortsparteien von Wattwil äussern sich positiv zum Weg, den der Gemeinderat für die Zukunft des Spitals Wattwil eingeschlagen hat.

Die Ortsparteien von Wattwil äussern sich positiv zum Weg, den der Gemeinderat für die Zukunft des Spitals Wattwil eingeschlagen hat.

Bild: Benjamin Manser

Die Wattwiler Ortsparteien haben sich vor kurzem über die Entwicklung der Spitalfrage intensiv ausgetauscht. Dies im Nachgang zum Entscheid der St.Galler Kantonsregierung und der Solviva AG, das geplante Kompetenzzentrum für Gesundheit, Notfall und spezialisierte Pflege in der Liegenschaft des heutigen Spitals nun noch nicht zu realisieren.

Wie die CVP, FDP, SP und SVP nun in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben, kommen sie zum Schluss, dass sich der Gemeinderat Wattwil für eine gute Gesundheitsversorgung einzusetzen hat und diese Verantwortung in den Verhandlungen mit der St.Galler Regierung über die zukünftige Nutzung der Spitalliegenschaft auch übernommen hat.

Die Ortsparteien erwarten eine konsensorientierte Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Regierung. Ein «Schwarzpeterspiel» sei nicht angebracht, es stehe im Widerspruch zum Wohle der Toggenburger Bevölkerung, sind die Ortsparteien überzeugt.

Direktbetroffene wurden nicht einbezogen

Der vor zehn Tagen kommunizierte Rückzug des St.Galler Regierungsrates und der Solviva AG erstaunt die Ortsparteien. Vor allem, weil sowohl der Regierungsrat als auch der Spitalverwaltungsrat immer eine «ergebnisoffene» Diskussion versprochen haben. Die Ortsparteien schreiben:

«Offensichtlich haben die Verantwortlichen nur mit einem Partner verhandelt und den Gemeinderat Wattwil nicht angehört bzw. die eingebrachten Vorschläge ungeprüft vom Tisch gewischt.»

Aus ihrer Sicht war daher die regierungsrätliche Lösung nur schon darum zum Scheitern verurteilt, weil ein elementarer Fehler begangen wurde: der Verzicht auf einen frühen Einbezug der Direktbetroffenen.

Der Regierungsrat habe versucht, eine Lösung für den Standort Wattwil zu diktieren, ohne die Meinung des Gemeinderates abzuholen oder diesen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, schreiben die Ortsparteien in ihrer Medienmitteilung.

Zweifel an der Zustimmung der Region

Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident von Wattwil, wehrte sich gegen die Pläne der Regierung.

Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident von Wattwil, wehrte sich gegen die Pläne der Regierung.

Bild: Benjamin Manser

In ihrer Stellungnahme ziehen die Wattwiler Ortsparteien die Unterstützung der Toggenburgerinnen und Toggenburger für die Pläne der Regierung und der Solviva AG in Zweifel. Das Votum der Toggenburger Bevölkerung für den Erhalt einer guten Gesundheits- und Notfallversorgung sei bei der kantonalen Abstimmung am 13. Juni klar zum Ausdruck gekommen. Mit Ausnahme der Gemeinde Kirchberg haben alle Gemeinden die Vorlage «Nachtrag zum Kantonsratsbeschluss über die Erneuerung und Erweiterung des Spitals Wattwil» mehr oder weniger deutlich abgelehnt.

«Damit kann in keiner Weise von einer Zustimmung der Region gesprochen werden», schreiben die Ortsparteien. Viel mehr habe der Gemeinderat Wattwil dieses Votum als Auftrag verstanden, sich für die Rückübertragung der Spitalliegenschaft ins Eigentum der Gemeinde Wattwil und sich für eine wohnortsnahe Gesundheits- und Notfallversorgung einzusetzen. In zähen Verhandlungen mit der Regierung hat der Gemeinderat Wattwil versucht, diesen Auftrag zu erfüllen.

Ortsparteien unterstützen den eingeschlagenen Weg

Wie die Regierung vor zehn Tagen mitteilte, kommt sie dem Wunsch des Gemeinderats Wattwil nach, die Spitalimmobilie an die Gemeinde zu verkaufen. Der Kanton werde bei der Nachfolgelösung Hand bieten, wo er gesetzlich dazu verpflichtet ist. Weiter aber werde die Regierung keinen alternativen Vorschlag unterbreiten. Im Gegenteil: Sie erwartet nun, dass der Gemeinderat Wattwil eine Nachfolgelösung zur Nutzung der Spitalimmobilie präsentiert.

Für die Wattwiler Ortsparteien ist der vom Gemeinderat Wattwil eingeschlagene Weg jedoch richtig und wird ausdrücklich unterstützt. Sie zeigen sich erfreut, dass die Gemeinde mit der Berit Gruppe ein regional bekannter und zuverlässiger Akteur anwerben konnte.

Dass sich der Kanton nun nur noch auf die gesetzlichen Pflichten konzentrieren will, stufen die Parteien als eine Trotzreaktion ein. Sie erwarten von der Regierung eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Wattwiler Behörden. Eine gute Gesundheits- und Notfallversorgung im Tal ist essenziell für die Wohn- und Arbeitsregion Toggenburg. Daher unterstützen die Ortsparteien den eingeschlagenen Weg des Wattwiler Gemeinderates.

Aktuelle Nachrichten