Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Speerspitz: Soll es doch geheim bleiben

Uralte Sätze aus der Werbung bleiben ungewollt lange in Erinnerung. Aber deswegen haben sie die Produzentin Liska Meier doch nicht zum Kauf der Produkte verführt.
Liska Meier
Liska Meier, Produzentin «Toggenburger Tagblatt».

Liska Meier, Produzentin «Toggenburger Tagblatt».

«Da weiss man, was man hat», sagte der Mann. «Guten Abend», und guckte im Wohnzimmer aus der Röhre. Neben sich hatte er eine Packung weisses Pulver stehen, darauf stand der Name eines Waschmittels. Nach seinem abendlichen Auftritt hüpften jeweils die Heinzelmännchen pausenfüllend über den Bildschirm.

Wie der Mann geheissen hat – ich weiss es nicht mehr. Und diejenigen Leserinnen und Leser, welche die Werbung mit dem Waschmittel noch genau so bildlich vor sich sehen wie ich, haben sich wohl ebenso ihrer Mitte der zu erwartenden Lebensjahre genähert wie ich, oder sind schon darüber hinaus. Jedenfalls, Alter hin oder her, ich habe bis heute trotz vollmundigem Versprechen noch nie mit dem entsprechendem deutschen Waschmittel gewaschen. Auch von der Frau, die «nicht nur sauber, sondern rein» gewaschen hat, und deren Name an eine südliche Frucht erinnert, und von der anderen Dame, die ihre Finger jeden Abend ins pure Abwaschmittel tunkte, habe ich mich bis jetzt nicht bezirzen lassen. Ich will schliesslich keine schrumpeligen Finger.

Bei Martina Hingis denkt er an Waschmaschinen

Werbung bildet weiter. Auch wenn die Prioritäten teils falsch verlinkt sind. Ein Arbeitskollege denkt bei den Stichwörtern Martina Hingis zuerst einmal an Waschmaschinen – einen Gedankenblitz später erst an Tennis. Fällt der Name Werner Günthör, so läuft in meinem Kopf ein Film über Wasserbetten und blonde Haarsträhnen ab. Man nannte ihn damals «Kugel-Werni» und der Thurgauer war 1987 der erste Schweizer Leichtathletik-Weltmeister. Kugeln stossen? Zweitrangig. Und ein Wasserbett hab ich auch nicht.

Von einem älteren Herrn aus Unterwasser kennt übrigens die halbe Welt das Gesicht. Seit Jahren verschweigt er in einem TV-Spot zusammen mit zwei anderen älteren das Geheimnis eines rässen Käses und macht ein saures Gesicht. Spätestens jetzt kommt mir ein früheres «Lumpeliedli» in den Sinn, welches mit «Appäzäller Mäiteli, wiä machsch dänn du dä Chääs...», beginnt und mit einem Satz endet, der nicht jugendfrei ist. Aber die drei Herren und s’Mäiteli können ihr rässes Käse-Geheimnis für ewig für sich behalten. Auch diese Werbung geht mir in Sachen «Anstiftung zum Kauf» an der Nase beziehungsweise den Geschmacksnerven vorbei. Der Käse ist mir zu räss.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.