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Kolumne

Speerspitz: Smalltalk mit vollem Mund

Wer beim Zahnarzt sitzt, kann eigentlich keine Unterhaltung führen. Zahnärzte sollten das wissen, tun sie aber nicht.
Ruben Schönenberger
Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Small Talk ist nicht meine Stärke. Leserinnen und Leser des «Toggenburger Tagblatts» erinnern sich an meine Probleme beim Coiffure-Besuch. Die Coiffeuse muss mit mir reden, weil es zu ihrem Job gehört. Ich bin dafür der denkbar schlechteste Kunde, weil ich mich ganz schlecht über Belangloses unterhalten kann.

Nach jedem Coiffure-Besuch habe ich deshalb ein latent schlechtes Gewissen. Ganz anders verhält es sich bei einer anderen Berufsgruppe: Zahnärztinnen und Zahnärzten. Auf den ersten Blick gibt es zwar Gemeinsamkeiten. Auch diese Berufsgruppe erachtet es als wichtig, mit dem Kunden über Belangloses zu sprechen. So weiss meine Zahnärztin nun zum Beispiel, dass ich nicht in den eigentlichen Sommerferien, sondern davor und dann wieder im Herbst in den Urlaub gefahren bin. Was sie mit dieser Information anstellt, bleibt indes unklar.

Eine Konversation ist nicht möglich

Es gibt aber einen gravierenden Unterschied: Bei der Coiffure könnte man zumindest theoretisch durchaus mitplaudern. Aber versuchen Sie das mal beim Zahnarztbesuch. Den Mund sollten Sie permanent offenhalten, meist stecken dann auch noch mehrere Geräte drin und so sollen Sie noch vernünftige Antworten liefern können? Das ist natürlich unmöglich, weshalb die Zahnärztin dann auch nach der Frage schnell merkt, dass das so nicht geht.

Sie legt die Werkzeuge deshalb zur Seite – sie will vermutlich nicht unhöflich sein – schaut von oben herab ganz interessiert und hört der Antwort zu. Dass das so nicht über die ganze Behandlung weitergehen kann, erschliesst sich schnell, weshalb der Small Talk glücklicherweise meist gleich eingestellt wird.

Deshalb, liebe Zahnärztinnen und Zahnärzte: Anders als bei den Coiffeuren und Coiffeusen liegt es hier an euch und euren Geräten, nicht an mir. Auch deshalb habe ich nach dem Zahnarztbesuch kaum je ein schlechtes Gewissen. Das habe ich dafür meist schon vor dem Besuch. Als Ex-Raucher hat sich zwar die Situation erheblich verbessert, aber auf die Frage «Händ Si immer schö zaahgsidelet, Herr Schöneberger?» habe ich bis heute noch nicht die perfekte Ausrede gefunden, obwohl ich Jahr für Jahr übe.

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