Kolumne

Speerspitz: Schönwettervespafahrer

Die Vespa hat viele Vorteile, so zum Beispiel bei der Parkplatzsuche. Wenns kalt wird, nützt aber auch das nicht mehr.

Beat Lanzendorfer
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Beat Lanzendorfer, Redaktor. (Bild: PD)

Beat Lanzendorfer, Redaktor. (Bild: PD)

Ich habe an dieser Stelle schon über die Vorteile geschrieben, wenn man zwischen Wattwil und Bütschwil im Stau steht, aber nicht mit dem Auto unterwegs ist, sondern mit der Vespa. Die nachfolgenden Zeilen beschäftigen sich aber nicht mit der Verkehrslage. Schon eher mit dem, was passiert, wenn die Vehikel die Strasse verlassen wollen und dafür einen Parkplatz benötigen.

Als Motorrad-, Roller- oder Vespafahrer kann man dieses Problem locker umgehen. Es findet sich immer ein Plätzchen, um das Gefährt zu deponieren. Ungemütlicher wird es erst, wenn die kältere Jahreszeit Einzug hält und das Thermometer Werte um den Gefrierpunkt anzeigt. Für mich als Schönwettervespafahrer ist dann der Zeitpunkt gekommen, vom Zwei- aufs Vierrad umzusatteln.

Letzter Einsatz vor dem Winter

Bevor meine Vespa aber in den verdienten Winterschlaf darf, muss sie mir für den am Sonntag stattfindenden Frauenfelder noch einmal ihre Dienste zur Verfügung stellen. Das Laufereignis besuche ich seit Jahren, immer mit meiner Vespa, weil sie sich als sehr «frauenfeldertauglich» erwiesen hat. Ich muss mich zum Beispiel nie um die Suche eines Parkplatzes kümmern. Diese Vorzüge geniesse ich dann besonders, wenn ich von meinen ersten Zwischenstopps – immer die Gegend um Eschlikon und Sirnach – nach Wil fahre. In der Stadt ist das Parkplatzproblem noch ausgeprägter. Vor allem am Sonntag im Bereich der Altstadt.

In diesem Jahr zeichnet sich aber ein Szenario ab, mit dem ich mich in der jüngeren Vergangenheit nicht zu beschäftigen brauchte: Nebst der Kälte soll am Sonntag noch Schnee hinzukommen. Mir graut jetzt schon davor. Wenn ich mir allerdings überlege, welche Strapazen die Teilnehmenden auf sich nehmen, relativiert sich mein Problem. Im Gegensatz zu mir, der sich zwischendurch aufwärmen kann, sind die Läuferinnen und Läufer stundenlang der Kälte ausgesetzt. Wahre Helden sind keine Schönwettervespafahrer, sondern jene, die teilweise seit Jahrzehnten im November die Strecke zwischen Frauenfeld und Wil und zurück auf sich nehmen.