Kolumne
Speerspitz: Last minute ist zu spät – zumindest bei der Weihnachtsdekoration

Wie viel Bling-Bling soll in der Wohnung sein? Oder soll sie selbst Hand an die Dekoration legen? Die Entscheidung ist nicht einfach, nicht zuletzt wegen der Gesundheit.

Sabine Camedda
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Sabine Camedda, Redaktorin

Sabine Camedda, Redaktorin

Bild: Urs Jaudas

Sie können beruhigt sein. Ich lasse mich hier nicht über den Sinn oder Unsinn von Weihnachtsbeleuchtungen an Hausfassaden und Dächern aus. Soll es jeder so üppig, so bunt, so hell und so kitschig machen, wie er will.

Auch mit seinem Klimagewissen ob des temporär erhöhten Stromverbrauchs und mit den damit verbundenen Auswirkungen aufs Portemonnaie muss jeder selber klarkommen.

Für mich persönlich gilt: Weniger ist mehr. Doch die Lust, in dieser dunklen Zeit vermehrt Kerzen anzünden, wird einem jetzt auch vergällt: Überall war zu lesen, dass Kerzen schädlichen Feinstaub verbreiten.

Viele Lämpchen bei über 35 Grad?

Noch viermal schlafen bis Heiligabend, höchste Zeit also, die Fühler nach Alternativen auszustrecken. Internet sei Dank, kann ich mich mit wenigen Klicks durch ein weltweites Sammelsurium an «wunderschönen» Kuriositäten klicken. Erster Halt ist Stuttgart: Dort steht ein Modell eines Porsche-Sportwagens, gefertigt aus Lichterketten. Ich verwerfe die Idee – zu platzraubend.

Zweite Station: Canberra in Australien. Eine Familie soll dort mehr als eine halbe Million Lämpchen in ihrem Haus installiert haben. Wo die Familie in der Adventszeit wohl haust? Denn wer will schon dauernd den Kopf an einem Lämpchen anstossen? Und von der Abwärme ganz zu schweigen. In unseren Breitengraden könnte man die ja noch sinnvoll nutzen. Aber nicht bei den aktuell über 35 Grad in Australien.

Rekordhalter beginnen bereits im August mit der Dekoration

Dann vielleicht doch lieber zurück nach Europa. 350 dekorierte Christbäume in der Wohnung, wie ein Paar in Norddeutschland? Dafür ist es jetzt eh zu spät, denn die beiden Rekordhalter beginnen bereits im August, die über 50000 Christbaumkugeln und die 18000 Lichter aufzustellen.

Schon überlege ich mir eine schnelle Do-it-yourself-Weihnachtsdeko. Die erste Idee, die auf dem Bildschirm aufpoppt, ist ein Christbaum aus Bierharassen. Ich suche weiter. Kleiner und handlicher wäre ein aus Papier gefalteter Christbaum. Dafür braucht es aber eine Fingerfertigkeit, die mir fehlt.

Je länger ich suche, desto klarer wird mir: In der Weihnachtszeit geht es doch nicht ohne Kerzen. Gesundheit hin oder her. Also bleibe ich in diesem Jahr beim Bewährten und vertage das Thema «Veränderung der Weihnachtsdeko» aufs nächste Jahr. Auf dass ich es dann nicht vergesse!

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