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Kolumne

Speerspitz: Die Säulis im Wahlkampf

Zwischen dem Säulirennen an der Olma und dem Wahlkampf gibt es mehr Parallelen, als man zuerst glaubt.
Timon Kobelt
Timon Kobelt, Redaktor. (Bild: Hanspeter Schiess)

Timon Kobelt, Redaktor. (Bild: Hanspeter Schiess)

Sie sehen allmählich müde aus, die Politikerinnen und Politiker, die sich für ein Amt in Bundesbern beworben haben. Kein Wunder. Der Wahlkampf war zäh und lang. Während dieser Zeit debattierten, provozierten und lächelten die Kandidierenden um die Wette. Ausserdem eilten sie von Podium zu Podium – ein regelrechtes Herumgerenne für die Involvierten. Gut nur, dass zumindest die Ostschweizer Politiker und Politikerinnen sich an der Olma von diesen Strapazen erholen können. Und sie müssen sich nicht einmal verstellen, denn sowohl an Podiumsdiskussionen als auch der Olma gilt der Grundsatz: Wer zu nüchtern auftritt, bleibt weder im Gedächtnis noch wirkt er glaubwürdig.

Auch die Säuli vom Säulirennen wirken nach acht Tagen Herumgerenne an der grössten Publikumsmesse der Schweiz nicht mehr ganz frisch. Und wenn man sich das Säulirennen genau ansieht, lassen sich weitere Parallelen zum Wahlkampf erkennen.

Favoriten gegen Aussenseiter, jung gegen erfahren

Da gibt es das Favoriten-Säuli. Alles andere als dessen Reüssieren käme einer faustdicken Überraschung gleich. Dann haben wir die Routiniers unter den Rennsauen: Ihre Art zu rennen mag nicht sehr innovativ oder attraktiv sein. Doch die Erfahrung hilft dabei, die jungen und aufmüpfigen Säuli in Schach zu halten. Diese halten den rennerprobten Schweinen vor, schon zu lange in ihrem Stall respektive an ihrem Sessel kleben. Die jungen Säuli wollen mit neuen Ideen wie gesunder, nachhaltiger und klimafreundlicher Ernährung oder dank bauernschlauer Büezer-Attitüde den alten um die Ohren rennen.

Ebenfalls passend: Bei fast jedem Rennen schiessen gewisse Säuli über das Ziel hinaus und rennen einfach jenseits der Absperrung. Auch mancher Politiker ist mit einer zu pointierten Aussage schon im Abseits gestanden, weil er sich von seinen Kontrahenten differenzieren wollte. Was in solchen Momenten nie fehlt: Ein Moderator – zugegeben nicht immer mit so schönem Appenzeller Dialekt wie an der Olma – der die Fehltritte kommentiert und kompetent einordnet.

Zum Schluss nun noch ein Unterschied: Wenn die Säuli in ihren Ställen verschwinden und tagen, weiss man dank ihrer Sponsoren-Mänteli immer transparent, wer ihre Lobbyisten sind.

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