SP Toggenburg startet kabarettistisch ins neue Jahr

Die SP begrüsste das neue Jahr mit Risotto und politischem Kabarett. Auch der Spitalstreit war Thema an der traditionellen Neujahrsbegrüssung in Lichtensteig.

Sascha Erni
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Hans Jörg Fehle (links) und Kathrin Bolt diskutierten kabarettistisch das Thema Care-Arbeit.

Hans Jörg Fehle (links) und Kathrin Bolt diskutierten kabarettistisch das Thema Care-Arbeit.

Bild: Sascha Erni

Der Neujahrsanlass der SP Toggenburg fand dieses Jahr im Lichtensteiger Chössi-Theater statt. «Wir versuchen, an diesen Anlässen auch Kultur mit einfliessen zu lassen», erklärte Vizepräsident Stefan Diener während des Apéros. Zentral sei zwar das Gesellschaftliche, dass sich die Leute Anfang Jahr ungezwungen untereinander austauschen. Aber der Kopf solle dabei eingeschaltet bleiben.

Freiwilligenarbeit oder unbezahlte Arbeit?

So fanden sich am Freitag an die 40 Männer und Frauen im Chössi ein, vom gestandenen Kantonsrat bis zum neugierigen Mittzwanziger. Der Ort war mit Bedacht gewählt, denn vor dem gemeinsamen Abendessen stand Kabarett auf dem Programm, beziehungsweise auf der Chössi-Bühne.

«Wie jetzt, ich soll einen Tag in der Woche mit Kindern spielen, statt zu arbeiten?», wunderte sich der hoffnungsvolle Kader-Anwärter im Gespräch mit der Personalchefin. Die letzte Sequenz von «Care – und lustig?» brachte das kabarettistische Programm von Kathrin Bolt und Hans Jörg Fehle auf den Punkt.

Musikalisch begleitet von Katja Bürgler diskutierten Bolt und Fehle in verschiedenen Alltagsszenen die Frage: Weshalb misst die Gesellschaft der Care-Arbeit, von besagter Kinderbetreuung bis zur häuslichen Pflege, so wenig Wert zu? Obwohl humoristisch, blieb einem bei manchen Situationen das Lachen im Hals stecken – wie es sich für gelungenes politisches Kabarett gehört.

Nach gut einer halben Stunde ging es zurück ins Restaurant. Hansheiri Keller, Präsident der SP Toggenburg, griff in seiner Neujahrsansprache ein tagesaktuelles Thema auf. Er ärgerte sich über die Entwicklungen in der Diskussion zur St.Galler Spitallandschaft, insbesondere um die just an diesem Freitag bekannt gewordenen Umnutzungspläne fürs Spital Wattwil. «Wir müssen für unser Spital zusammenstehen», sagte er. Das letzte Wort sei hier noch lange nicht gesprochen.

«Die SP hat eine sehr gute Liste»

Aber der Spitalstreit machte nur einen kleinen Teil von Kellers Neujahrsgruss aus. Er blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufs 2019 zurück, sagte er. Zwar habe die SP in den Gesamterneuerungswahlen abgegeben, aber dafür hätten die Grünen zugelegt.

«Und im Toggenburg konnten wir uns halten.»

Für die kantonalen Wahlen vom 8. März zeigte er sich zuversichtlich. Durch die gut durchmischte Aufstellung mit Kandidatinnen und Kandidaten von 18 bis 58 hätte die SP eine sehr gute Liste, freute sich Hansheiri Keller.

Zum Schluss des Abends verdankte die Parteileitung die Arbeit des langjährigen Küchenteams, das sich auch an diesem Abend ums leibliche Wohl der Gäste kümmerte. Hier blieb die SP Toggenburg konsequent beim Thema des Neujahrsanlasses – alle Gäste bezahlten einen Unkostenbeitrag. Denn so, wie bereits «Care – und lustig?» aufzeigte, dass ein Unterschied zwischen freiwilliger und unbezahlter Arbeit besteht, so war auch die Arbeit des Küchenteams zwar freiwillig – aber alles andere als umsonst.