Sozialhilfequote im Toggenburg sinkt leicht

Der Wahlkreis Toggenburg kann die Sozialhilfequote leicht senken. Relativ zur Einwohnerzahl am meisten Bezüger weist die Gemeinde Neckertal aus.

Ruben Schönenberger
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Verschiedene persönliche Notlagen können Menschen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Verschiedene persönliche Notlagen können Menschen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Auf diesen Spitzenplatz hätte die Gemeinde Neckertal vermutlich gerne verzichtet. Erstmals nach vier Jahren ist sie im Toggenburger Vergleich wieder jene Gemeinde mit der grössten Sozialhilfequote.

3,6 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner beziehen in der Gemeinde Sozialhilfe. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 3 Prozent. Das ist den neusten Zahlen der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen zu entnehmen. Sie beziehen sich auf das Jahr 2017.

Hälfte der Gemeinden mit hohen Quoten

In der letzten Erhebung hatte Lichtensteig die Spitzenposition inne. Das Städtli konnte seine Sozialhilfequote jedoch von 3,4 auf 3,1 Prozent verringern. Und auch Ebnat-Kappel (von 3,2 auf 2,6 Prozent) wurde von Neckertal überholt. Weitere Gemeinden konnten ihre Quote verringern, ebenso der gesamte Wahlkreis. In diesem beziehen 2,2 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner Sozialhilfe (Vorjahr: 2,3 Prozent). Das entspricht dem kantonalen Schnitt. Allerdings liegt die Hälfte der Toggenburger Gemeinden über diesem Schnitt. Diese sechs Gemeinden – zu den drei erwähnten kommen Kirchberg (2,5 Prozent), Nesslau und Wattwil (beide 2,4 Prozent) – gehören gleichzeitig zu den 15 Gemeinden mit den höchsten Quoten im Kanton.

Am anderen Ende der Toggenburger Skala liegen Lütisburg und Mosnang mit je 0,8 Prozent Sozialhilfebezügerinnen und Sozialhilfebezügern. Auch Oberhelfenschwil (1 Prozent), Wildhaus-Alt St. Johann (1,2 Prozent), Hemberg (1,4 Prozent) und Bütschwil-Ganterschwil (1,7 Prozent) verzeichnen einen vergleichsweise geringen Anteil.

Immobilienangebot und Ein-Eltern-Familien als Erklärung

Eine Erklärung für die hohe Neckertaler Quote könnte gemäss Gemeindepräsidentin Vreni Wild im Immobilienangebot liegen. «In der Gemeinde gibt es vergleichsweise günstigen Wohnraum», sagt sie. Eine andere, damit zusammenhängende Erklärung könnte gemäss Wild der relativ hohe Anteil sogenannter Ein-Eltern-Familien in der Gemeinde sein. «Jedes Kind zählt als einzelner Fall», sagt sie. Und in der Tat zeigt sich bei der Betrachtung der Altersgruppen, dass der Anteil der Sozialhilfeempfänger bei den Kindern und Jugendlichen besonders hoch ist. In der Gemeinde Neckertal bezieht fast jeder fünfzehnte Minderjährige Sozialhilfe. Nirgendwo sonst im Toggenburg sind es so viele.

Viel machen könne man da als Gemeinde nicht. Ein alleinerziehender Elternteil mit mehreren Kindern könne nur schwer einer Arbeit nachgehen. «Wir bieten aber in Absprache mit den Betroffenen Hand, um bei der Finanzierung von Kita-Plätzen behilflich zu sein», sagt Wild.