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«Sinkender Eurokurs hat uns den Todesstoss versetzt: Traditionsreiche Neckertaler Spedition verschwindet nach Konkurs

Die Anfänge der Gubser Transport AG gehen auf 1959 zurück. 2001 zog sie grossmehrheitlich nach Gossau um, war aber immer noch in Metzwil domiziliert. Nun ist der Konkurs eröffnet worden.
Johannes Wey
Tafel beim Industriepark an der Industriestrasse 135 in Gossau. Die Gubser Transport AG geht in Konkurs. (Bild: Johannes Wey)

Tafel beim Industriepark an der Industriestrasse 135 in Gossau. Die Gubser Transport AG geht in Konkurs. (Bild: Johannes Wey)

An der Industriestrasse 135 in Gossau sind die verschiedensten Unternehmen zu finden. Die Heilsarmee betreibt hier ihr Brockenhaus, gleich nebenan verkauft die Migros Restposten. Und neben Handwerksbetrieben finden sich auch verschiedene Namen aus der Lebensmittelbranche. Gut ins Bild passen da auch Betriebe, die auf den Transport von Lebensmitteln spezialisiert sind respektive waren. Denn: Von der Gubser Transport AG ist beim Industriepark nicht mehr viel zu sehen, seit am 5. September der Konkurs über die Spedition eröffnet worden ist.

Die Lastwagen sind schon weg. Die meisten waren geleast oder gemietet und gingen zurück an die Leasingeber und Eigentümer. Drei wurden an die Bündner Christian Cavegn AG verkauft. Dort sind auch die meisten Mitarbeiter untergekommen. Inhaber Bruno Gubser sagt:

«Das war mir das Wichtigste: Dass jeder die Möglichkeit hat, weiter zu arbeiten. Das ist ein Glück. Es ist ein super Team.»

Sinkender Europreis versetzte den Todesstoss

Gubser hat zeitgleich mit der Konkurseröffnung im Mitteilungsblatt der Gemeinde Oberhelfenschwil den Verkauf an die Cavegn AG verkündet. Dort, im Weiler Metzwil, hat das Unternehmen seinen Sitz. Strenggenommen haben die Bündner allerdings nur das Schweizer Geschäft übernommen, das internationale wird, zusammen mit der Gubser Transport AG, liquidiert.

Die Mitteilung sei wohl zu wenig detailliert gewesen, sagt Gubser. Ihm sei es darum gegangen, die Öffentlichkeit wissen zu lassen, dass seine ­Animaltruck AG weiterhin im Geschäft mit Tiertransporten bleibe. Diese wurde im Jahr 2001 gegründet. Für ihn sei es eine schwierige Situation, sagt Gubser. Der sinkende Eurokurs habe seiner Spedition den Todesstoss versetzt.

«Die Preise sind im Keller.»

Als «ruinös» bezeichnet er den Preiskampf im Mitteilungsblatt.

Die Anfänge des Unternehmens gehen zurück auf das Jahr 1959. Mit Geländewagen und Anhänger wurden die ersten Tiertransporte durchgeführt. Die Aktiengesellschaft wurde 1976 gegründet. Im Zuge einer Wachstumsstrategie zog das Unternehmen 2001 von Oberhelfenschwil nach Gossau. Zu Spitzenzeiten zählte der Fuhrpark bis zu 70 Lastwagen, sagt Bruno Gubser. «In den letzten Jahren sind wir wieder kleiner geworden.»

Lebensmittel verlangen schnelle Lösung

Die Gubser Transport AG hat bislang als Subunternehmen Transporte für die Christian Cavegn AG durchgeführt. In Gossau sind die beiden Betriebe Nachbarn, der Industriepark an der Industriestrasse 135 liegt in Sichtdistanz zur Niederlassung der Christian Cavegn AG an der Kühlhaustrasse.

Gubser habe der Cavegn AG den Kauf angeboten. Für eine vollständige Übernahme sei der St.Galler Betrieb aber zu überschuldet gewesen, sagt Severin Cavegn, der die Firma zusammen mit seinem Bruder Christian führt. Allerdings sei durch die Übernahme von Aufträgen, Fahrzeugen und Mitarbeitern die Konkursmasse nicht geschmälert worden, sagt Christian Cavegn. Da die beiden Firmen in der Lebensmittellogistik tätig seien, sei Eile geboten gewesen. «Wir konnten nicht riskieren, dass die Lieferungen unserer Kunden tagelang stillstehen.» Deshalb habe man das nationale Geschäft der Gubser AG übernommen – und allen Mitarbeitern ein Angebot gemacht.

Der Grossteil von ihnen wird nun am bestehenden Standort der Cavegn AG in Gossau weiter beschäftigt, und zwar zu besseren Bedingungen als bisher, wie auch Bruno Gubser bestätigt. Diese Lösung gilt bis auf weiteres. Über die Weiterführung der zusätzlich übernommenen Aufträge würden im Gespräch mit den Kunden Lösungen gesucht.

Physisch ist nicht mehr viel übrig

Die Übernahme des Inventars und der Aufträge seien vor Konkurseröffnung erfolgt. Aufgrund der dem Konkursamt eingereichten Unterlagen und der ersten summarischen Prüfung, sei alles rechtens zugegangen, sagt Jörg Frei, der Leiter der Regionalstelle Wil des kantonalen Konkursamts. Die weiteren Fahrzeuge seien geleast oder gemietet gewesen und für die Geschäftsräumlichkeiten an der Industriestrasse in Gossau bestand ein Mietverhältnis. Physisch gibt es deshalb laut Frei nicht mehr viele Güter, die in der Konkursmasse verbleiben. Es gehe vor allem um Gelder von Kunden.

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