Der Männerchor St.Peterzell hat singend der Lebensfreude gehuldigt

Einen an Höhepunkten reichen Samstagabend bot die Unterhaltung des Männerchors St.Peterzell. Zu begeistern vermochte im zweiten Teil die junge Truppe BombrasstisCH.

Franz Steiner
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Dirigent Adrian Riss verstand es meisterlich, aus dem 18 Männer starken Chor grossen Stimmklang herauszuholen, wie hier Reinhard Meys «Über den Wolken» in Pilotenmontur. (Bild: Franz Steiner)

Dirigent Adrian Riss verstand es meisterlich, aus dem 18 Männer starken Chor grossen Stimmklang herauszuholen, wie hier Reinhard Meys «Über den Wolken» in Pilotenmontur. (Bild: Franz Steiner)

Was für die Besucher beste Unterhaltung bedeutete, ist für die Sänger des 1879 gegründeten Männerchors St. Peterzell ein hartes Stück Arbeit. Der Chor hob ab. Nicht wörtlich gemeint, sondern in seinen Liedern. Die Sänger waren nämlich auf dem Flug «PZ 9127» mit an Bord, und mit ihm nahmen rund 280 Besucher Platz.

Schon beim Eingang wurden die Gäste durch die Stewardessen Linda und Lia sowie Platzanweiser Freddy nach einer Check-in-Kontrolle herzlich empfangen und durften sich sogleich in besten Händen fühlen. Den Nackt-Scanner, den man beim Eintritt in die Mehrzweckhalle passieren musste, liess man aussen vor und brauchte keine Leibesvisitation zu fürchten.

Eine spannende Reise mit dem Männerchor

So langsam füllte sich das «Flugzeug» bis zum letzten Platz – in Erwartung einer spannenden Reise, stand doch das Liederprogramm unter dem Motto «... der Männerchor hebt ab». Unter der Leitung von Adrian Riss erfreuten die Sänger mit ihrem beherzten Gesang. Was wäre ein solcher Abend, wenn die Lieder ohne Moderation einfach aneinandergereiht würden. Mit gepfefferten Witzen und mit Pfiff führte Hansruedi Michel mit Assistentin Valentina durchs Programm.

Das Lied «Willkommen» war zum Start der passende Titel von G. F. Händel. Nach diesem gelungenen Auftakt folgten Melodien aus luftigen Höhen bis ins All. Noch kurz die Sicherheitsvorschriften gecheckt, beruhigte Michel salopp: «Habt keine Angst vor dem Fliegen, runter kommt man immer.»

Schon liess man sich mit Fluggeräusch aus den Lautsprecherboxen beim Start berieseln, und die 18 gestandenen Mannen sangen mit «La Golondrina» ein spanisches Lied, was zu Deutsch «Schwalbe» heisst. Anfangs bedächtig, nahm das Lied Tempo auf, wartete doch der weisse Strand und die Sehnsucht nach Palmenstrand.

Mit «Sailing» folgte ein Welthit des schottischen Sängers Rod Stewart, begleitet am Piano von Irène Keller. Als Nächstes sang Markus Engler, begleitet von der Band BombrasstisCH, den Ohrwurm «Übere Gotthard flüget Bräme» voller Freude und Inbrunst. Dann übernahm wieder der Männerchor mit dem Mani-Matter-Lied «Dr Alpeflug».

Fliegen und Träumen konnte man auch beim Lied «Über den Wolken» von Reinhard May. Bei diesem Klassiker tauschten die Sänger ihr Tenü in eine Pilotenkluft. Lebendig und kraftvoll gesungen wurde dann «Das Geierlied», den lieben Freunden von Menschenkind Mowgli und Tiger Shirkan im Dschungelbuch. Ein weiterer Leckerbissen wurde mit «Major Tom» geboten – vorgetragen von den Solisten Markus Engler, Patrick Mettler, Marcel Brockhus und Adrian Riss –, bei dem es textlich ins All und in die Schwerelosigkeit führt.

Rhythmen zum Mitklatschen

Das Bord-Publikum hatte so viel Spass, dass die Sänger nach dem Schlusslied «Only You» nicht ohne Zugabe von der Bühne treten durften. «Der Hahn von Onkel Giacometo» setzte einen lustigen Schlusspunkt eines gelungenen Abends, der mit der Brassformation BombrasstisCH einen ebenso fulminanten zweiten Teil erlebte. Mit sichtlichem Vergnügen und mit einem unglaublichen Drive interpretierte die junge Band einen Mix aus Polkas und Märschen im böhmisch-mährischen Stil und begeisterte ebenso mit modernen Rhythmen. Das Publikum nahm die Stimmung auf und war restlos begeistert. Zum Tanz und gemütlichen Beisammensein spielte das Trio Reichmuth-Signer auf.