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Damals: Siloballen-Werfen und Mostkrug-Stossen

Das "Toggenburger Tagblatt" veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Beim Mostkrugstossen muss der Krug nach rund vier Metern auf der Tischkante stehen bleiben. (Bild: PD)

Beim Mostkrugstossen muss der Krug nach rund vier Metern auf der Tischkante stehen bleiben. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

8. Juni: Wattwil. Die letzten Tage waren bei heftigem Nordwinde auffallend kühl und die Nächte brachten jeweils Temperaturfälle, wie sie um diese Zeit selten sind. Dies war besonders in einer Nacht der Fall; gegen Morgen hatte die Kälte einen derartigen Grad erreicht, dass starke Reifbildung eintrat und der Pflanzenwelt arg zusetzte.

8. Juni: Brandfall. Vormittags ca. 10 Uhr brach aus unaufgeklärter Ursache im oberen Stockwerke des alten hölzernen Hauses an der Flotzstrasse Feuer aus. Als ein grosses Glück ist es zu betrachten, dass der Brand nicht des Nachts ausgebrochen, ansonst eine ähnliche Katastrophe zu befürchten gewesen wäre, wie sie am 21. Juni 1909 in unmittelbarer Nähe eingetreten war, wobei elf Personen einen schrecklichen Flammentod erlitten. Ein weiterer Brandausbruch wurde gleichzeitig aus Lichtensteig gemeldet, indem der am Oberthorplatz wohnender Schuhmacher seine brennende Tabakspfeife auf dem Stuhl liegen liess. Der Brand konnte indessen, bevor er Ausdehnung gewonnen hatte, gelöscht werden. Mittags drohte ein Brand im hiesigen Krankenhaus auszubrechen. Bei einer Dachreparatur geriet durch die Löteinrichtung der Schindel-Unterzug in Brand. Durch rasches Eingreifen konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden.

Vor 50 Jahren

7. Juni: Mogelsberg. Für Aufregung und Angst sorgte in der Nacht auf Pfingstsonntag im Toggenburger Dörfchen Nassen-Mogelsberg ein 23-jähriger Autolackierer und Amateur-Waffenhändler. Mit einem doppelläufigen Jagdgewehr aus seiner Waffenkammer ballerte der angetrunkene Arbeiter zur mitternächtlichen Stunde durch die Gegend und gab gezielt Schüsse auf parkierende Autos vor dem Gasthof Traube ab. Drei Stunden später wurde er von der Polizei in seinem Bett schlafend angetroffen und mitgenommen.

Vor 20 Jahren

8. Juni: Krummenau. Polo: «Zwäg wie n’ä Moore». Mit neuen und alten Hits begeisterte der Schweizer Rockstar Nummer eins, Polo Hofer, das Publikum, das weniger zahlreich als erwartet erschien. Jene, die kamen, brauchten den Weg aber nicht zu bereuen. Polo Hofer bekundete keine Probleme, die Stimmung anzuheizen. Vom ersten Ton an war das Publikum dabei. Ein Publikum, das bunter gemischt nicht hätte sein können. In seiner über dreissigjährigen Bühnenpräsenz hat der Berner Rockstar Polo Hofer eine Fangemeinde hinter sich versammelt, welche vom mittlerweile zum Grossvater gewordenen Mann bis hin zu seiner Enkeltochter reicht.

9. Juni: Lichtensteig. Riesenglück hatte der elfjährige Lukas aus Krinau, welcher ein Rascheln hörte, einen immer breiteren Schatten auf sich zukommen sah und sich in letzter Sekunde von einem herunterstürzenden Baum retten konnte. Für Badmeister Martin Bucheli ein Riesenglück im Unglück: «Zwei Stunden früher waren Spiel- und Liegewiese mit Kindern und deren Eltern stark bevölkert. Es ist nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Baum dann umgestürzt wäre.» Über die Ursache des abgebrochenen und umgestürzten Baumes könne nur spekuliert werden. Als erste Massnahme zur Sicherheit der Badegäste hat der Förster bereits alle Bäume entlang der Liegewiese kontrolliert. In naher Zukunft werden der Förster und Vertreter des Städtchens Lichtensteig als Schwimmbadbesitzerin zu entscheiden haben, ob weitere Sicherheitsmassnahmen nötig sind.

Vor 10 Jahren

10. Juni: Mühlrüti. Heuerhahnenfest. Was früher gang und gäbe war, ist dank des Männerchors Mühlrüti vor acht Jahren wieder neu auferstanden, das Heuerhahnenfest. Es ist ein alter Brauch, der fast auf allen Bauernhöfen nach der Heuernte gefeiert wurde. Der Wettbewerb bestand aus Siloheuballen-Werfen und Mostkrug-Stossen. Rund zwölf Kilo für die Jüngeren und 18 Kilo schwere Siloballen für die Älteren wurden fleissig hochgestemmt. Wichtig war, dass sich die Siloballe, einmal am Boden aufgeprallt, zu drehen anfing. Christian Giezendanner aus Grämigen, also ein «Auswärtiger», schnappte mit einem 16,58-Meter-Wurf den Sieges-Rekord den Einheimischen weg. Auch das Mostkrugstossen zog junge und alte Besucher in seinen Bann. Nach rund vier Metern musste der Krug auf der Kante des Tisches stehen bleiben.

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