Serie
Ein Wattwiler auf Weltreise (Folge 10): Sieben Tage ohne Land in Sicht

Maurice Grob aus Wattwil ist im September 2018 zu einer Weltreise aufgebrochen, die fünf Jahre dauern sollte. Bei seinem Fernstudium in Mathematik legt er schon länger eine Pause ein und konzentriert sich auf Kulturen und Sprachen. Vorläufig wird diese Folge für längere Zeit eine der letzten sein. Maurice Grob pausiert auch mit seiner Weltreise und zieht möglicherweise im September wieder los.

Maurice Grob
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Im Mittelmeer machte Maurice Grob im Rahmen eines Segelkurses innert zwei Wochen seine Day-Skipper-Lizenz. (Bild: PD)

Im Mittelmeer machte Maurice Grob im Rahmen eines Segelkurses innert zwei Wochen seine Day-Skipper-Lizenz. (Bild: PD)

Gleich am ersten Tag in Gibraltar wurde mir ein Schlafplatz auf einer Jacht angeboten. Durch Stephen, mein Gastgeber, wurde ich gut in die Welt der Jachtbesitzer und Weltumsegler eingeführt. Eine Welt, die mich fasziniert.

Auf seinen Ratschlag hin, ging ich am nächsten Tag in die Stadt, um eine Segelschule zu suchen. Ich wurde fündig und bekam ein interessantes Angebot von einer Segelschule, um in zwei Wochen eine Day-Skipper-Lizenz zu erwerben, welche es mir ermöglicht, auf der ganzen Welt Segeljachten zu mieten.

Gibraltar liegt auf einer Landzunge an der Südküste von Spanien und ist britisch. (Bild: PD)

Gibraltar liegt auf einer Landzunge an der Südküste von Spanien und ist britisch. (Bild: PD)

Begleitet von einer Gruppe Delfine

Meine ersten zwei Wochen auf See waren aus technischer Sicht perfekt. Wir hatten Sonnenschein und Regen, viel Wind und kein Wind, holten uns alle einen Sonnenbrand und froren an die Füsse. Einer der Höhepunkte in dieser Zeit war die Überquerung der Strasse von Gibraltar. Mit einem 38 Fuss (11,5 Meter) langen Segelschiff sind wir bis nach Afrika gesegelt und wurden dabei von einer Gruppe Delfine begleitet.

Es war unglaublich, die Natur so in ihrer vollen Pracht zu erleben und obwohl ich tendenziell eher seekrank werde, war ich schnell begeistert vom Segeln. Nachdem ich meine Grundausbildung abgeschlossen hatte, verabschiedete ich mich von meinen neu gewonnenen Freunden und fuhr mit dem nächsten Bus nach Cadiz. Von dort aus nahm ich die Fähre und reiste nach Palmas auf Grand Canaria, wo ich eine Freundin besuchen und mich für ein paar Wochen auf meine Spanischkenntnisse fokussieren wollte.

In vier Wochen ein paar Seemeilen gesammelt

Aus den paar Wochen wurde jedoch nichts. Schon am zweiten Tag lernte ich einen ukrainischen Skipper kennen, der nach Barbados segeln wollte und auf der Suche nach Crew-Mitgliedern war. Ich entschloss mich spontan, ein paar Seemeilen zu sammeln, und heuerte auf seinem Schiff an. Schon am nächsten Tag legten wir ab, voll bepackt mit Proviant für vier Wochen.

Ein Traumstrand auf der Inselgruppe Cape Verde. (Bild: PD)

Ein Traumstrand auf der Inselgruppe Cape Verde. (Bild: PD)

Die ersten drei Tage waren etwas schwierig, da mir leicht übel war, doch als ich mich allmählich an die Bewegungen des Schiffes gewöhnte, war der Segelurlaub perfekt. Begleitet von Delfinen und grossen Walfischen segelten wir sieben Tage ohne Land in Sicht, bis wir die ersten Fliegenden Fische sahen. Da waren wir schon kurz vor Cape Verde, wo wir einen Zwischenstopp einlegen mussten, um den Schiffsmotor zu reparieren.

Nach zwei Tagen musste er umkehren

Die Insel São Vicente in Cape Verde hat mir so gut gefallen, dass ich dortblieb. Ich traf erneut viele tolle Personen, vor allem Segler, die mit ihren Jachten um die Welt segeln und von allen Himmelsrichtungen den Hafen von Mindelo (Hauptort auf São Vicente) ansteuerten. Dabei bekam ich einige Angebote, mich einer anderen Crew anzuschliessen. Mein Versuch, mit einem deutschen Kapitän gegen Wind und Wellen aufzukreuzen und zurück auf die Kanaren zu segeln, scheiterte leider kläglich, da ich schwer seekrank wurde. So stark, dass ich beinahe dehydriert war und wir nach zwei Tagen umkehren mussten.

Damit war die erste Etappe meiner Reise ziemlich abrupt an einem Ende angelangt. Um meine Gesundheit zu schonen, plante ich meine kurzfristige Heimreise. Nebenbei ging mir auch das Geld langsam aus, was auch ein Grund ist, den Sommer in der Schweiz zu verbringen, um mein Reisebudget aufzubessern. Nun bin ich zurück, geniesse meine Heimat und freue mich auf den Start der zweiten Phase im September.

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