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Sicherheit auf dem Schulweg: Schule Lütisburg informiert Eltern über getroffene Massnahmen

Die Eltern, deren Kinder auf dem Weg zur Schule die Toggenburgerstrasse überqueren müssen, wurden am Montag von der Schule Lütisburg zu einem Informationsanlass eingeladen.
Michael Hehli
Der Fussgängerstreifen bei der Holzbrücke Lütisburg liegt an einer stark befahrenen Strasse, über die danebengelegene Brücke fahren viele E-Bikes. (Bild: Michael Hehli)

Der Fussgängerstreifen bei der Holzbrücke Lütisburg liegt an einer stark befahrenen Strasse, über die danebengelegene Brücke fahren viele E-Bikes. (Bild: Michael Hehli)

Mit dem Beginn des Schuljahres machten sich auch in Lütisburg Kinder und Jugendliche wieder auf den Weg zur Schule. 29 davon müssen auf ihrem Weg die Toggenburgstrasse überqueren. Sie wohnen in den Weilern Lütisburg Station, Neu- und Altgonzenbach, Spillhusen, Au, Guggenloch und Ischlag.

Ihnen steht nur ein einziger Fussgängerstreifen zur Verfügung, der allerdings nach einem durch Schule, Gemeinde, Kantonspolizei und dem Strassenkreisinspektorat Gossau durchgeführten Augenschein vom Schulrat als gefährlich eingestuft wurde. «Die Strasse ist stark befahren und abschüssig», erklärt Schulpräsidentin Marianne Burger Studer.

Schulpräsidentin Marianne Burger Studer (Bild: Timon Kobelt)

Schulpräsidentin Marianne Burger Studer (Bild: Timon Kobelt)

Das sei insbesondere ein Problem, wenn Fahrzeuge zu schnell unterwegs oder stark beladen seien. «Ausserdem führt die stark durch E-Bikes befahrene Herzroute über die Holzbrücke, hinter den an der Strasse wartenden Kindern können also Elektrovelos durchbrausen», ergänzt sie.

Die Gemeinde habe die Situation zwar verbessert, indem sie das Gebiet roden liess, um es übersichtlicher zu machen. Gefährlich sei der Streifen aber immer noch.

Geteilte Verantwortung

Die Verantwortung für den Schulweg ist zwischen Schule und Eltern klar aufgeteilt. Während die Eltern für ihr Kind und die Art, in welcher der Schulweg bestritten wird, zuständig sind, hat die Schule für die Sicherheit zu sorgen. Wenn ein Schulweg als unzumutbar eingestuft wird, muss die Schule Abhilfe schaffen. Ist die Strecke beispielsweise zu lang, kann dies mit einem Schulbus geschehen.

Die Unzumutbarkeit einer Strecke hängt nicht nur von dieser selbst ab, sondern auch vom Kind, welches sie tagtäglich geht. Distanzen, die einem Kindergartenkind zu weit sind, können von einem Sechstklässler vielleicht problemlos zurückgelegt werden, wobei für körperlich beeinträchtigte Kinder wieder andere Massstäbe gelten.

Verschiedene Massnahmen in Betracht gezogen

Die Schule lud die betroffenen Eltern am Montag zu einem Informationsanlass ein. Burger Studer erklärt, es sei darum gegangen, diese über den Augenschein zu informieren und die Lage auf dem Fussgängerstreifen gemeinsam anzuschauen. Ausserdem wollte man die Eltern über die Massnahmen der Schule in Kenntnis setzen und mit ihnen darüber diskutieren.

Verworfen wurde die Option einer besseren Signalisation mit Blinklichtern. Die Polizei hatte an anderen Orten die Erfahrung gemacht, dass diese nur solange wirksam sind, wie sich die Verkehrsteilnehmer noch nicht daran gewöhnt haben.

Den Übergang an eine andere Stelle zu legen, war auch keine Option, da die Situation entlang der Strasse nirgendwo sicherer wäre. In Lütisburg Station wird zwar möglicherweise ein sicherer Übergang entstehen, dieser wäre allerdings nur für einen Teil der betroffenen Schulkinder eine Erleichterung, für den Rest würde der Weg über diesen Streifen einen grossen Umweg bedeuten.

Bauliche Massnahmen wären laut Burger Studer am sinnvollsten: «So könnten wir die Verkehrssicherheit langfristig sicherstellen». Der Bau einer Überführung wäre aber wahrscheinlich frühestens in zehn Jahren möglich. «Wir haben die Gemeinde gebeten, das Projekt trotzdem in das nächste Antragspaket an den Kanton aufzunehmen», sagt Burger Studer. Es sei schon einmal in solch einem Paket gewesen, der Kanton sei damals aber nicht darauf eingegangen.

Schulbus und Leuchtwesten als Sofortmassnahmen

Ergriffen werden dafür zwei andere Massnahmen, die kurzfristig helfen sollen. «Auf Anraten der Kantonspolizei teilen wir den Kindern, die den Weg zu Fuss zurücklegen, ganzjährig Leuchtwesten aus», sagt Burger Studer. Zuvor wurden die Westen nur im Winterhalbjahr ausgeteilt.

Ausserdem werde das Schulbusangebot erweitert: «Neu können alle betroffenen Kinder vom Kindergarten bis in die sechste Klasse den Schulbus nutzen.» Ob die Eltern dieses Angebot nutzen, bleibt ihnen überlassen.

Es könne auch sein, dass entschieden werde, die älteren Kinder zu Fuss gehen zu lassen, während die jüngeren den Bus nehmen. «Wir stellen einfach das Angebot, alles andere ist die freie Entscheidung der Eltern», sagt Burger Studer.

Dieser Fussgängerstreifen bei der Holzbrücke in Lütisburg wurde vom Schulrat als gefährlich eingestuft. (Bild: Michael Hehli)

Dieser Fussgängerstreifen bei der Holzbrücke in Lütisburg wurde vom Schulrat als gefährlich eingestuft. (Bild: Michael Hehli)

Der Schulweg als Freiraum

Von gefährlichen Stellen abgesehen hält Burger Studer den Schulweg zu Fuss für die beste Option: «Der Schulweg als kleiner Freiraum, in dem sie nicht ständig von Eltern und Schule beaufsichtigt werden, ist für Kinder wichtig. So können sie auch ihre sozialen Kontakte pflegen», meint sie.

Daher hält sie, abgesehen von begründeten Fällen, nichts davon, wenn Eltern ihre Kinder selbst zur Schule fahren. Je nachdem, wo diese Elterntaxis halten, können sie gar eine Gefahr für die Schulkinder darstellen: «Mit Kindern in der Umgebung ist es gefährlich, rückwärts zu fahren», erklärt Burger Studer.

Neue Verkehrsordnung regelt Elterntaxis

In der neuen Verkehrsordnung, welche diesen Monat in Kraft treten wird, heisst es: «Ist es aus triftigem Grund trotzdem notwendig, so müssen die Schulkinder bei den öffentlichen Parkplätzen beim Mehrzweckgebäude ein- bzw. ausgeladen werden. Der Fussweg von dort über den Pausenplatz ist am sichersten.» Es soll darauf verzichtet werden, wie bisher vor der Schule oder auf Privatgrundstücken zu halten.

Am liebsten wäre Burger Studer aber, wenn ganz von Elterntaxis abgesehen würde: «Ich wünsche den Eltern den Mut, ihren Kindern den Gefallen zu machen, dass sie den Schulweg selbst absolvieren dürfen.»

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