Seltene Käfer tummeln sich im Toggenburg

Kürzlich trafen sich 28 interessierte Betreuer im Landgasthaus Rössli in Tufertschwil zur traditionellen Jahresversammlung des Projekts «Natur pur an Necker und Thur». Höhepunkt war ein Referat des Biologen Lukas Lischer.

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Der Kies-Sandlaufkäfer ist ein spezialisierter Bewohner offener Flusskiesflächen. (Bild: PD)

Der Kies-Sandlaufkäfer ist ein spezialisierter Bewohner offener Flusskiesflächen. (Bild: PD)

Die Gemeindepräsidentin von Lütisburg, Imelda Stadler, begrüsste die an der Natur interessierten Leute und dankte ihnen für ihr Engagement zu Gunsten von Natur und Landschaft. Reto Zingg stellte das Projekt seines Büros vor und informierte über Pflege- und Aufwertungsmassnahmen, die in diesem Jahr durchgeführt wurden.

Langjähriger Artenschutz an Flusslandschaften

Im Projekt «Natur pur an Necker und Thur» setzen sich die beteiligten Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg und Lütisburg, sowie die Regionalwerk Toggenburg AG zusammen mit der Schweizerischen Stiftung für Vogelschutzgebiete (SSVG) schon seit Jahren erfolgreich für den Artenschutz entlang der Fliessgewässer Necker und Thur ein. Insbesondere steht die Vernetzung von verschiedenen Landschaftsräumen zwischen Mühlau-Stutz und Bütschwil-Ganterschwil sowie der Betreuung der Naturlandflächen im Mittelpunkt.

Die Aufsicht wird von zahlreichen Freiwilligen aus allen Gemeinden durchgeführt. Auch für das Jahr 2019 haben sich wieder Naturinteressierte für die Kontrollgänge eingeschrieben. Ein Informations- und Signalisationskonzept ermöglicht sowohl den Schutz als auch eine vielfältige Nutzung der Natur etwa durch die Wasserkraft, Land- und Forstwirtschaft und die Erholung suchende Bevölkerung. Das Projekt ist wichtig für die Vereinbarung von Nutzung und Erhaltung der Naturwerte.

Kleine Schutzgebiete sind wichtig

Eine Überraschung gab es während des vergangenen Jahres im Gebiet Müliwis: hier konnte dieses Frühjahr eine Rohrdommel nachgewiesen werden. Dies zeigt die Wichtigkeit auch kleiner Schutzgebiete für Zugvögel. Sehr erfreulich ist die Meldung über die guten Bestände der stark gefährdeten Gelbbauchunke. Von der ebenfalls stark gefährdeten Geburtshelferkröte konnten im Jahr 2018 zwei Vorkommen neu entdeckt werden.

Im Rahmen von Unterhaltsarbeiten im Gebiet Lochermoos wurde der Einlauftrichter im Altlauf-/Auenbereich der Thur neu ausgehoben. Dieses Gebiet soll auch zum Habitat des Kies-Sandlaufkäfers werden. (Bild: PD)

Im Rahmen von Unterhaltsarbeiten im Gebiet Lochermoos wurde der Einlauftrichter im Altlauf-/Auenbereich der Thur neu ausgehoben. Dieses Gebiet soll auch zum Habitat des Kies-Sandlaufkäfers werden. (Bild: PD)

Nebst den Amphibien galt 2018 der Schwerpunkt des Monitorings den Laufkäfern, welche im Südteil erfasst wurden. Dabei konnten 405 Individuen aus 65 der total 530 in der Schweiz vorkommenden Laufkäferarten nachgewiesen werden. Nebst häufigeren Arten wurden auch spezialisierte Arten wie beispielsweise der Kies-Sandlaufkäfer, ein Bewohner offener Flusskiesflächen, gefunden. Weiter konnte der Erstnachweis für das Toggenburg des an vegetationsfreien Ufern vorkommenden Sandahlenläufers erbracht werden. Diese auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Vorwarnstufe geführte Art lebt in den luftgefüllten Zwischenräumen, welche im Substrat zwischen Sand- und Kiesbestandteilen vorhanden sind.

Ausblick auf die Schwerpunkte 2019

2019 liegt der Fokus des Monitorings weiterhin auf den im Jahr 2017 ausgeschiedenen Ziel- und Leitarten. Anhand der gemachten Beobachtungen werden die Unterhalts- und Pflegearbeiten weiter angepasst und neue Aufwertungen durchgeführt. (pd)