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Selfies, Drohungen und Frauenstreik – das wollen Wattwiler Schüler von zwei Kantonsräten wissen

Schüler der Brückenklasse Wattwil verfolgten einen Teil der Klimadebatte im Kantonsrat. Die Fragen an die Adresse von Imelda Stadler und Christoph Thurnherr deckten ein breites Spektrum ab.
Martin Knoepfel
Martin Lieberherr, Joy Münger, Pascal Bachmann, Nadja Truniger, Larissa Rechsteiner und Svenja Kälin (von links) besuchten mit ihren Klassenkameraden die Klimasession des Kantonsrats. (Bild: Martin Knoepfel)

Martin Lieberherr, Joy Münger, Pascal Bachmann, Nadja Truniger, Larissa Rechsteiner und Svenja Kälin (von links) besuchten mit ihren Klassenkameraden die Klimasession des Kantonsrats. (Bild: Martin Knoepfel)

30 Jugendliche des Brückenangebots am BWZT in Wattwil verfolgten am Donnerstagmorgen in Begleitung ihrer Lehrerin Désirée Bärtsch die Klimadebatte im Kantonsrat in St. Gallen.

Danach liessen sie sich von den Kantonsräten Imelda Stadler (FDP, Lütisburg, bis vor wenigen Tagen Parlamentspräsidentin) und Christoph Thurnherr (SP) im Tafelzimmer, in dem auch die FDP-Fraktion tagt, den Ratsbetrieb erklären.

St.Galler Grün am Körper

Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu und hatten vor der Reise nach St.Gallen Fragen auf Zettel geschrieben. So wollten sie von Imelda Stadler wissen, ob Menschen sie auf der Strasse ansprechen und um Selfies bitten würden. Im Präsidialjahr sei man bekannter, und an Veranstaltungen sei sie um Selfies gebeten worden, sagte Imelda Stadler.

Ihr grünes Jackett erklärte sie damit, dass sie eine Umweltfreisinnige sei. Zudem sei die Farbe das St.Galler Grün und die Jacke sei ein St.Galler Produkt. Christoph Thurnherr wurde gefragt, ob es stressig sei im Kantonsrat. An diesem Tag müsse er nur den Knopf drücken, sagte der SP-Kantonsrat. Wenn man ein Geschäft vertreten müsse, sei es hingegen schon anstrengender. Christoph Thurnherr wurde auch gefragt, ob er schon Drohungen erhalten habe. Er habe bisher keine bösen Worte auf Facebook bekommen, sagte er.

Weniger Lohn als im Appenzell Ausserrhoden

Kantonsräte bekämen 150 Franken pro Sessionstag, also weniger als die Ausserrhoder Kollegen, antwortete Imelda Stadler auf die Frage nach dem Lohn. National- und Ständeräte erhielten 140'000 respektive rund 250'000 Franken. Der Stadtpräsident von St. Gallen verdiene rund 200'000 Franken, gemeint ist jeweils im Jahr.

«Was halten Sie vom Frauenstreik?», lautete eine weitere Frage. Christoph Thurnherr sagte, dass Frauen in der Schweiz im Durchschnitt 52 Tage im Jahr gratis arbeiteten, da sie tiefere Löhne als Männer hätten. Er werde am Frauenstreiktag an der Festwirtschaft im Service tätig sein. Im Schulwesen seien gleiche Löhne aber verwirklicht. Imelda Stadler hat selber erlebt, dass Frauen weniger Lohn erhalten als Männer. Sie ist gegen Quoten, findet aber, dass es mehr Frauen im Parlament braucht.

Zwei können sich ein Engagement vorstellen

Einige der Jugendlichen waren bereit, Fragen des «Toggenburger Tagblatts» zu beantworten. Joy Münger aus Rapperswil will nicht Politikerin werden. Politik sei schön und gut, aber nichts für sie, findet sie. Larissa Rechsteiner aus Bronschhofen erachtet es als sehr wichtig, dass man sich politisch engagiert. Sie schliesst nicht aus, dass sie irgendwann in einer Partei aktiv wird. Pascal Bachmann aus Ebnat-Kappel findet alles, was mit Politik zu tun hat, sehr spannend. Er kann sich aber nicht vorstellen, Politiker zu werden. Er werde sich eher in anderen Bereichen engagieren, sagt er.

Marvin Lieberherr lebt in Bronschhofen. Er verfolgt die Politik selber und findet die Diskussionen dort fesselnd. Er kann sich dennoch nicht vorstellen, für den Kantonsrat zu kandidieren, da er sich nicht als kompetent dafür ansieht. Svenja Kälin kommt aus Kaltbrunn. Sie hat noch nie mit der Politik zu tun gehabt und kann sich das auch nicht vorstellen. Sie findet die Politik schwierig. Ihr ist aufgefallen, dass die Politiker immer aufpassen müssen, was sie sagen.

Nadja Truniger aus Mosnang findet die Politik sehr faszinierend, aber auch sehr anspruchsvoll. Sie kann sich vorstellen, sich später einmal politisch zu engagieren.

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