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Sein neuster Streich heisst "Krabat"

In der Dreyschlatt geht Ende Juli erstmals das Freilichtspiel "Krabat" über die Bühne. Hinter dem Projekt steht der 24-jährige Simon Keller, der in Hemberg aufgewachsen ist und nun die Schauspielschule in Zürich besucht.
Anina Rütsche
Regisseur Simon Keller (rechts) bespricht eine Szene mit dem französischen Schauspieler Antoine Peres, der die Rolle des Müllersburschen Andrusch spielt. (Bild: Michael Hug)

Regisseur Simon Keller (rechts) bespricht eine Szene mit dem französischen Schauspieler Antoine Peres, der die Rolle des Müllersburschen Andrusch spielt. (Bild: Michael Hug)

Es ist ein Kampf zwischen Gut und Böse, der diesen Sommer oberhalb von Wattwil ausgetragen wird. Liebe trifft auf Zorn, und ein Schüler lehnt sich mit all seiner Kraft gegen seinen Meister auf. All dies geschieht im Rahmen des Freilichtspiels «Krabat», das am 21. Juli unter freiem Himmel beim Bräkerhaus in der Dreyschlatt uraufgeführt wird. Geschrieben und zusammengestellt hat das Mundart-Stück der Schauspieler und Autor ­Simon Keller. Dies anhand des Jugendbuchs von Otfried Preussler, das 1971 erschienen ist und von einem Müllersjungen und Schwarzer Magie handelt.

Win-win-Situation für Theatermacher

Derzeit sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Seit April trifft sich das «Krabat»-Team mehrmals pro Woche in der alten Turnhalle in Lichtensteig, um am Auftritt zu feilen. Anfang Juli steht ein Probewochenende in der Dreyschlatt an. 18 Darsteller spielen eine Sprechrolle, zudem hat Simon Keller mehrere Statisten engagiert. «Wir üben pro Abend eine Szene ein, wobei aber nicht immer die gesamte Crew vor Ort sein muss», sagt Simon Keller, der an der European Film Actor School (EFAS) in Zürich studiert und sich mit Eigenproduktionen wie «Wo ist Walter?» und «Endstation» einen Namen gemacht hat.

Die Müllersburschen üben einen «Freeze», eine «Einfrierung». (Bild: Michael Hug)

Die Müllersburschen üben einen «Freeze», eine «Einfrierung». (Bild: Michael Hug)

«Krabat» ist sein erstes Freilichtspiel. Es hat sich in Zusammenarbeit mit der Bühne Thurtal aus Wil ergeben, welche dieses Jahr die Produktion «Ueli Bräker – der Arme Mann im Tockenburg» auf ebendiese Open-Air-Bühne bringt. «Eine Win-win-Situation», freut sich Simon Keller, der sich wie die Verantwortlichen der Bühne Thurtal vor rund einem Jahr voller Tatendrang in die Vorbereitungen dieses Doppel­projekts gestürzt hat.

Eine Band mit Chor spielt epische Filmmusik

Insgesamt sind rund 60 Leute aus den unterschiedlichsten Deutschschweizer Regionen bei «Krabat» involviert. Dazu zählen auch all jene hinter den Kulissen, die sich um die Maske, die Kostüme und die Requisiten kümmern. Auch wurde eigens für das Freilichtspiel eine Band mit Chor gegründet. «Sie untermalt das Geschehen auf der Bühne mit Klängen, die sich an epischer Filmmusik orientieren», verrät Simon Keller. Im Programmheft heisst es: «Krabat ist jung, frisch und gewagt.» Dies, weil die meisten Beteiligten wie Simon Keller in ihren Zwanzigern sind, und das ist bei einer Produktion in dieser Grössenordnung nicht gerade üblich. Von Beginn weg hatte Simon Keller eine klare Vorstellung von «seinem» Krabat. «Zu sehen, wie diese Pläne nun Schritt für Schritt umgesetzt werden, ist sehr schön», findet er.

Die Band für die Livemusik probt bereits mit dem Ensemble. (Bild: Michael Hug)

Die Band für die Livemusik probt bereits mit dem Ensemble. (Bild: Michael Hug)

Seine Motivation ist nach wie vor gross, und dies, so der 24-Jährige, färbe auf sämtliche Beteiligte ab. «Natürlich habe ich auch eine gesunde Portion Respekt, weil das wirklich aufwendige Aufführungen sind», sagt er. Doch seine Truppe sei optimal vorbereitet, viele Darstellerinnen und Darsteller seien Profis, die er seit längerem kenne. «Das vermittelt mir ­Sicherheit», sagt Simon Keller, der sowohl für die Produktion, den Text als auch die Regie verantwortlich ist und zudem einen kleinen Part als Darsteller übernimmt. «Mit der Nervosität geht es erfahrungsgemäss erst rund zwei Wochen vor der Premiere los.»

Fragt man Simon Keller nach den Besonderheiten des Stücks, kommt dieser ins Schwärmen. Unter anderem erzählt er vom funktionierenden Wasserrad, das extra gebaut wurde, um das Bräkerhaus in eine Mühle zu verwandeln. Auch erwähnt er, dass ein grosser Aufwand betrieben wurde, um die Requisiten authentisch zu gestalten. Simon Keller sagt: «Die Requisiteurin hatte freie Hand, es war mir aber wichtig, zu zeigen, dass die Szenen im 18. Jahrhundert spielen.» Zudem sind die Masken, die in der Aufführung verwendet werden, besonders detailreich. «Sie bewirken krasse Veränderungen», verrät der junge Autor. Einige allzu ausgefallene Ideen, beispielsweise den künstlichen Schnee, habe er jedoch im Verlauf der Vorbereitungsphase verworfen. «Sonst wäre es ein bisschen zu viel geworden», gesteht Simon Keller ein. «Ansonsten bin ich meinen Vorstellungen aber treu geblieben.»

Wenn ein Gewitter aufzieht, wird das Spiel abgebrochen

Die Freilichtspiele in der Dreyschlatt werden gemäss Simon Keller hauptsächlich durch Fördergelder von Sponsoren, Partnern und Stiftungen getragen – sie sind finanziell abgesichert. Nicht planbar sind hingegen die Witterungsbedingungen, doch diese bereiten Simon Keller keine Sorgen. «Noch nicht», führt er lachend an. Die Regel lautet: Bei Regen wird gespielt, doch wenn es hagelt oder ein Gewitter aufzieht, muss abgebrochen werden. «Das ist nötig, um die Sicherheit zu gewährleisten», erklärt er.

Die Tribüne fürs Publikum ist übrigens gedeckt, und die Schauspielerinnen und Schauspieler, auch er selbst, seien abgehärtet. «Wir hoffen also, dass wir an sechs Abenden so richtig Gas geben können.»

Hinweis

Freilichtspiel Krabat, 21. Juli bis 11. August, Dreyschlatt, Wattwil; Shuttlebus ab Bahnhof Lichtensteig, Gratisparkplätze beim Bahnhof und im Dreyschlatt. Tickets und Informationen: www.krabat-dreyschlatt.ch

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