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Familiengeschichten: Kuhn - sechs Jahrzehnte an Nesslaus Spitze

Von 1845 bis 1907 hiess der Gemeindeammann von Nesslau stets Kuhn, und alle waren miteinander verwandt. Die Familie stand auch sonst in der Öffentlichkeit als Gastwirte, Ärzte und mit diversen öffentlichen Aufgaben betraut.
Sabine Schmid
Stammvater der Nesslauer Familie Kuhn war Johannes Kuhn-Hässig (links). Heinrich Kuhn war einer seiner vier Söhne. (Bild: PD)

Stammvater der Nesslauer Familie Kuhn war Johannes Kuhn-Hässig (links). Heinrich Kuhn war einer seiner vier Söhne. (Bild: PD)

Von Johannes Kuhn-Hässig sagt man, dass er ein begüterter Bergbauer gewesen sei. Er habe beim sonntäglichen Kirchgang von seinem Wohnort im Bürgli bis hinunter zur Kirche stets eigenen Boden unter den Füssen gehabt. Dazu besass er ein Alpzimmer mit den dazu gehörenden Nutzungsrechten auf der Alp Selun. Über ein politisches Engagement ist nichts bekannt, dies überliess er der nächsten Generation. Sein ältester Sohn, Johann Heinrich, Gastwirt zur «Traube» war von 1845 bis zu seinem Tod 1863 Gemeindeammann.

Ihm folgte sein Bruder Nicolaus für eine dreijährige Amtsdauer. Er wurde von einem weiteren Bruder, Johann Jakob, abgelöst, der zuvor schon die Wirtschaft zur «Traube» übernommen hatte. Als Letzter der Kuhn-Dynastie wurde sein Neffe Albert, der jüngste Sohn des «ersten Kuhn’schen» Gemeindeammanns, in dieses hohe Amt gewählt. Er war übrigens ebenfalls Wirt im Hotel Traube. Er blieb bis ins Jahr 1907 Gemeindeammann, sein Rücktritt erfolgte nach seiner Wahl zum Bezirksammann von Obertoggenburg. So wurde Nesslau während über 60 Jahren von der Familie Kuhn regiert, die fast lückenlos die Gemeinde von der «Traube» aus geführt hatten.

Die Familie Kuhn als Gastwirte

Die Kuhns sind viele Jahre mit der «Traube» verbunden, bis Albert Kuhn als Bezirksammann das Wirten aufgeben musste. Dies war aber nicht ihr einziges Engagement in der Gastwirtschaft. Johann Gottfried, der ältere Sohn des ersten «Traube»-Wirts Johann Heinrich, betrieb mit seiner Frau Babette eine Landwirtschaft in der «Wiese» und führte dort die Pension Bellevue.

Ihr ältester Sohn Johann Heinrich (1874-1955) wurde Direktor der Brauerei Hürlimann in Zürich. Sein jüngster Bruder Gottfried junior (1881-1955) versuchte sich als Hoteldirektor in Mailand und England, kehrte aber in seine Heimat zurück. Dort war er, stets gut gekleidet mit steifem weissen Hemdkragen, Krawatte und vornehmem Hut, als Original über die Gemeindegrenzen hinweg bekannt. Er sammelte Pilze, die er aber nicht in den Nesslauer «Sternen» lieferte, wo er täglich einkehrte. Vielmehr schickte er sie per Express ins «Baur au Lac» nach Zürich.

Die Familie Kuhn als Ärzte

Nicolaus Kuhn war der erste bekannte Arzt in der Nesslauer Kuhn-Dynastie. (Bild: PD)

Nicolaus Kuhn war der erste bekannte Arzt in der Nesslauer Kuhn-Dynastie. (Bild: PD)

Nicolaus Kuhn war der erste bekannte Arzt in der Familie. Seine beiden Söhne, Johannes und Jakob, liessen sich zu Doktoren der Medizin ausbilden. Johannes (1863-1938) übte den Beruf aber nicht lange aus, wegen eines schweren Nervenleidens soll er «ein volles Menschenleben lang auf sein Zimmer gebannt gewesen sein». Jakob Kuhn (1870-1939) praktizierte nach seiner Heirat mit Rosine Ammann in Unterwasser, bis er 1918 die Nachfolge von seinem Vater und seinem Bruder in Nesslau antrat. Er sei ein beliebter und angesehener Dorfarzt gewesen, ist in Quellen zu lesen. Er habe viele seiner Patienten im Dorf, in der Laad, im Büel, im Lutenwil oder Schlatt zu Fuss oder per Velo besucht.

Bei seiner Beerdigung predigte Pfarrer Oskar Frei: «Ein grosser Schweizer Arzt hat das Wort geprägt: ‹Nur ein guter Mensch kann auch ein guter Arzt sein.› Doktor Kuhn war ein guter Arzt, weil er ein guter Mensch war, weil er seinen Kranken mehr als der Arzt ihres kranken Leibes war, weil er als ihr Freund und Bruder mit ihnen fühlte.»

Familie Kuhn und öffentliche Aufgaben

Albert Kuhn, 1859-1929, «Traube»-Wirt, Gemeindeammann und Bezirksammann.

Albert Kuhn, 1859-1929, «Traube»-Wirt, Gemeindeammann und Bezirksammann.

Nicht nur in der Politik machte sich die Dynastie einen Namen. Werner Kuhn, Sohn von Johann Gottfried, war Direktor der Fa. Bühler in Uzwil. Albert Kuhn war neben seinem Amt als Bezirksammann auch Mitglied im Grossen Rat im Kanton St. Gallen und setzte sich für die Fortführung der Toggenburger Bahn von Ebnat nach Nesslau ein. Zudem betrieb er zusammen mit Major Grob das Kraftwerk im «Giessen», das noch heute existiert.

Der Arzt Nicolaus Kuhn war Mitglied im Schulrat und eine der treibenden Kräfte bei der Gründung der Realschule. Später wurde er in den Kirchenrat und in den Synodalrat gewählt, zudem war er 25 Jahre lang Mitglied im Bezirksgericht Obertoggenburg, von 1889 bis 1892 sogar als dessen Präsident.

Dr. Jakob Kuhn, 1870-1939, Arzt in Nesslau.

Dr. Jakob Kuhn, 1870-1939, Arzt in Nesslau.

Sein Sohn Jakob führte das freiwillige Engagement weiter. Er war 37 Jahre lang Mitglied des Bezirksschulrates, von 1917 bis zu seinem Tod als Präsident. Er setzte sich auch in der Jugendkommission, in der Pfarrerpensionskasse und bei der Pro Juventute ein. Seine Tochter Anna (1906-1981) arbeitete lange Zeit als Kindergärtnerin in Nesslau.

Die Kuhn-Dynastie

Stammvater der Familie Kuhn war Pfleger Johannes Kuhn-Hässig, der im «Bürgli» in Lutenwil, Nesslau, gewohnt hat. Er hatte vier Söhne – Johann Heinrich (*1818), Johann Jakob (*1825), Nicolaus (*1827) und Johannes (*1831) – dazu die beiden Töchter Verena (*1820) und Anna Katharina (*1821).

Sein ältester Sohn Johann Heinrich hatte mit Elsbeth (*1847), Amalia (*1848) und Albertina (*1849) drei Töchter, 1851 wurde sein Sohn Johann Gottfried geboren und acht Jahre später sein zweiter Sohn, Albert. Johann Gottfried vermählte sich mit Babette Grob und bekam drei Söhne, Heinrich (*1874), Gottfried (*1881) und Werner (*1883). Albert Kuhn hatte zwei Söhne, Jakob Albert (*1890) und Bruno (*1893).

Während über Verena, Anna Katharina und Johann Jakob Kuhn wenig bekannt ist, begründete der Arzt Nicolaus Kuhn eine weitere bedeutende Familienlinie. Er war mit Barbara Lieberherr verheiratet. Aus dieser Verbindung gingen fünf Kinder hervor. Johannes (*1863), Susanna (*1865), Anna (*1867), Jakob (*1870) und Katharina (*1873).

Sein jüngerer Sohn, Jakob, vermählte sich mit Rosine Ammann. Sie bekamen zwei Kinder, Anna (*1906) und Hans (*1908). (sas)

Quellenangabe: Angaben und Bilder stammen aus dem Artikel «Die Nesslauer Familie Kuhn: Gastwirte, Ammänner, Ärzte» von alt Bezirksammann Jakob Rutz und Patrick Bernold (Bearbeiter), erschienen im Toggenburger Jahrbuch 2003.

Familiengeschichten

Alle kennen ihre Namen. Zumindest im Heimatdorf, meist im ganzen Toggenburg. Doch was verbirgt sich dahinter? Das «Toggenburger Tagblatt» erkundet diesen Sommer Familiengeschichten und stellt sie vor.

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