Schwingen
Das Toggenburger Verbandsschwingfest endet ohne Überraschung - Schlegel ist nicht zu schlagen

Der 18-jährige Hemberger Werner Schlegel lässt am Samstag auch in Jonschwil nichts anbrennen und gewinnt sein viertes U20-Schwingen in Serie. Beim gleichentags durchgeführten Buebeschwinget bleiben die Jungschwinger des Toggenburger Schwingerverbandes hinter den Erwartungen.

Beat Lanzendorfer
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Werner Schlegel war einmal mehr eine Klasse für sich und gewann sein viertes Fest in Folge auf souveräne Art und Weise.

Werner Schlegel war einmal mehr eine Klasse für sich und gewann sein viertes Fest in Folge auf souveräne Art und Weise.

Bild: Beat Lanzendorfer

Werner Schlegel schwingt im Moment in einer eigenen Liga. Weil die Aktivschwinger zurzeit zum Nichtstun verdonnert sind, hat der Verband in dieser Saison die U20-Schwingen ins Leben gerufen. Damit ermöglicht er dem Nachwuchs ab Jahrgang 2001, sich bei Wettkämpfen in Form halten kann.

Und dort lässt der 18-Jährige aus Hemberg der Konkurrenz wenig Entfaltungsmöglichkeiten. In Jonschwil reihte er am Samstag sechs Siege in sechs Gängen aneinander. Fünfmal davon erschien die Zehn auf seinem Notenblatt. Einzig im vierten Gang gegen den Kirchberger Tobias Schönenberger musste er sich mit einer 9.75 begnügen.

Im Schlussgang gegen Manuel Bollhalder

Der Schlussgang war auf zehn Minuten angesetzt. So lange benötigte Schlegel allerdings nicht, um Manuel Bollhalder aus Flawil ins Sägemehl zu legen. Nach 1.08 Minuten war der Kampf mit einem Kurz mit Nachdrücken Geschichte. Schlussgangteilnehmer Manuel Bollhalder beendete das Fest nach dieser Niederlage im Rang 5.

Mit einem Gestellten gestartet, verdiente er sich den letzten Kampf des Tages mit vier Siegen, drei davon mit der Maximalnote. Zu überzeugen vermochten auch Andreas Niederer (2), Gähwil, Ramon Baumgartner (3), Niederglatt, und Manuel Lüthi (4), Pfäffikon ZH, sowie Patrick Kurmann (9a), Gähwil. Sie verliessen den Platz wie Schlegel ohne Niederlage, vergaben aber eine mögliche Schlussgangteilnahme wegen eines oder mehrerer Gestellten.

Eine Platzierung im einstelligen Bereich schafften auch Ueli Bleiker, Ulisbach (6c) und Tobias Schönenberger, Kirchberg (7d). Insgesamt gingen auf der Schulanlage Degenau 65 Nachwuchsschwinger an den Start.

Schwierige Bedingungen bis zur Durchführung

Als Organisator dieses etwas anderen Toggenburger Verbandsschwingfestes trat die Männerriege Jonschwil auf. Sie erhielt an der Delegiertenversammlung des Toggenburger Schwingerverbandes im Jahre 2018 die Zustimmung zur Durchführung im Jahre 2020. Weil im letzten Jahr sämtliche Schwingfeste wegen der Coronapandemie nicht stattfinden konnten, wurde der Anlass auf den letzten Sonntag im April 2021 neu angesetzt.

Vor fünf Wochen waren die Lockerungen allerdings noch nicht so weit fortgeschritten, deshalb musste das Fest erneut verschoben werden. Beim dritten Anlauf klappte es, darüber waren die Schwinger und die Mitglieder der Männerriege erleichtert. Einen Haken hatte die Angelegenheit trotzdem: Zuschauer waren keine zugelassen.

Eidgenosse Gerry Süess, links, und Schwingerkönig Jörg Abderhalden waren die Kommentatoren beim Livestream.

Eidgenosse Gerry Süess, links, und Schwingerkönig Jörg Abderhalden waren die Kommentatoren beim Livestream.

Bild: Beat Lanzendorfer

Wer trotzdem dabei sein wollte, konnte sich via Livestream zuschalten. Als Kommentatoren stellten sich Schwingerkönig Jörg Abderhalden und Eidgenosse Gerry Süess zur Verfügung. Beide hatten Spass daran, die Zuschauer nicht nur über das Geschehen vor Ort zu informieren, sie lieferten auch diverse Anekdoten ihrer Aktivzeit.

Der Präsident zeigt sich glücklich

Am Ende des Tages zeigte sich Köbi Roth, Präsident des Toggenburger Schwingerverbandes glücklich über den Ablauf des Festes: «Die Organisatoren waren beileibe nicht zu beneiden. Umso mehr freue ich mich, dass alles reibungslos über die Bühne ging.»

Das nächste Toggenburger Verbandsschwingfest findet 2022 in Magdenau statt. Dazu Köbi Roth abschliessend: «Ich hoffe, dass wir in einem Jahr ein Fest ohne Einschränkungen erleben dürfen.»

Die komplette Rangliste sowie die Statistik sind hier zu finden.

Toggenburger können beim Buebeschwinget nicht vorne mitmischen

Die Sieger der vier Alterskategorien, von links: Josias Müller, Zillis, Pirmin Fäh, Benken, Philipp Höhener, Gais, und Johann Mazenauer, Appenzell.

Die Sieger der vier Alterskategorien, von links: Josias Müller, Zillis, Pirmin Fäh, Benken, Philipp Höhener, Gais, und Johann Mazenauer, Appenzell.

Bild: Beat Lanzendorfer

Am Pfingstmontag vermochten die Einheimischen beim Buebeschwinget in Ebnat-Kappel mit vier Schlussgangteilnahmen zu brillieren. Zu einem Festsieg reichte es zwar nicht, mehrere Spitzenplätze waren am Ende des Tages auf der Rangliste trotzdem Tatsache.

Ganz so überzeugend verlief das Buebeschwinget am Samstag im Vorfeld des U20-Turniers dann nicht mehr. Beim vom Schwingclub Wil und von der Jonschwiler Männerriege organisierten Fest, schaffte es kein Jungschwinger vom Toggenburger Schwingerverband in einer der vier Alterskategorien in den Schlussgang. Dem Toggenburger Verband gehören die Clubs aus Wattwil, Flawil, Wil und Uzwil an.

Köbi Roth, Präsident Toggenburger Schwingerverband.

Köbi Roth, Präsident Toggenburger Schwingerverband.

Bild: Beat Lanzendorfer

Darüber zeigen sich die Verantwortlichen aber nicht beunruhigt. Köbi Roth, Präsident des Toggenburger Schwingerverbandes, sagt: «Das kann es geben, heute hat es halt nicht gepasst.» Vielmehr beruhigt ihn, dass die Anzahl an Jungschwingern nicht weniger geworden ist. «Wenn ich dem Schwingkeller in Ebnat-Kappel einen Besuch abstatte, sehe ich darin immer noch gleich viele Jungschwinger wie zu Zeiten vor Corona.» Es freut ihn auch, dass viele davon aus dem obersten Toggenburg kommen.

Hans Trummer, Chef beim St.Galler Schwingernachwuchs.

Hans Trummer, Chef beim St.Galler Schwingernachwuchs.

Bild: Beat Lanzendorfer

Diese Einschätzung teilt Hans Trummer aus Kirchberg, der beim St.Galler Kantonalen Schwingerverband für den Nachwuchs zuständig ist: «Bei den Jüngsten stimmen die Zahlen, hier kann ich keine Abnahme der Schwinger feststellen.» Sorgen bereiten ihm die älteren Kategorien im Alter von etwa 16 Jahren. Hier sei schon eher eine rückläufige Tendenz feststellbar. Diesen Trend gelte es zu stoppen, den dies hätte über kurz oder lang Auswirkungen bei den Aktiven.

Zwei Appenzeller, ein St.Galler und ein Bünder gewinnen die Kategorien

Dass das Schwingen beim Nachwuchs aber weiterhin beliebt ist, zeigt die Teilnehmerzahl am Samstag. 265 Jungschwinger teilten sich in vier verschiedene Alterskategorien auf.

Bei den Ältesten der Jahrgänge 2006/2007 gewann Josias Müller, Zillis, gegen Mario Bösch, Waldstatt, mittels Kurz nach 1.31 Minuten. Die Kategorie B, Jahrgänge 2008/2009 entschied Pirmin Fäh, Benken, für sich. Er schlug Sepp Inauen aus Appenzell nach 45 Sekunden mit einem Gammen/Kreuzgriff.

Gar nur sechs Sekunden benötigte Philipp Höhener, Gais, um in der Kategorie C (Jahrgänge 2010/2011) Sämi Moser, Mutten, mit einem Hüfter ins Sägemehl zu spedieren. Zu guter Letzt brauchte Johann Mazenauer, Appenzell, in der Kategorie D (Jahrgänge 2012/2013) 21 Sekunden, um den Sieg gegen Lars Kobler, Oberriet, mittels Gammen/Kreuzgriff sicherzustellen.

Die komplette Rangliste sowie die Statistik sind hier zu finden.