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Von Weltrekorden und weiteren Zukunftszenarien

Kantonsrat Martin Sailer wagt in seiner 1.- August-Ansprache in Krummenau einen Blick ins Jahr 2028. Es werden sensationelle Entwicklungen stattfinden. Das Volk müsse jedoch den ältesten Toggenburger beerdigen, den Neid.
Michael Hug
In Krummenau feierte man den 1. August am Schärmen, und zwar in einer Firmenhalle. (Bild: Michael Hug)

In Krummenau feierte man den 1. August am Schärmen, und zwar in einer Firmenhalle. (Bild: Michael Hug)

Es sah erst nicht gut aus für die Bundesfeier in Krummenau. Ein Gewitter war im Anzug und es entleerte seine feuchte Fracht am Mittwochabend exakt über dem Toggenburg. Ebenso exakt zu dem Zeitpunkt, an dem viele Bundesfeiern in der Region ihren Auftakt nahmen. So blieb man denn ein paar Minuten länger zu Hause und wartete das Ungemach ab.

Gegen halb neun liess der Regen nach – doch da hatte man in Krummenau mit der Feier schon begonnen. Man sei sich das ja schon gewohnt, sagte der Vertreter des Einwohnervereins, der die Feier organisierte: «Wenn es rund um den Nationalfeiertag nie regnet, dann sicher am 1. August.»

Halb so schlimm, denn man hatte vorgesorgt und die Feier vom offenen Parkplatz in die Halle der Firma Kuratli GmbH verlegt. So blieben fast alle trocken, ausser die, die gerade zu Fuss auf dem Festplatz unterwegs waren und ohne Schirm losgingen. Martin Sailer, der geladene Festredner aus Unterwasser, kam mit Schirm. Der Kantonsrat und «Zeltino» hatte sich vorbereitet. Er brachte ein Manuskript von acht Seiten mit, versprach aber, in zehn Minuten damit durch zu sein. Was er dann auch einhielt. Plusminus. Doch seine Rede war kurzweilig.

Eine virtuelle Reise in die Zukunft

Martin Sailer stellt eine These auf. Er begab sich auf eine virtuelle Reise durchs Toggenburg im Jahr 2028. Lauter zufriedene Gesichter sieht er da, nicht nur in Kirchberg. «Das Freizeit- und Kulturangebot in Bazenheid ist immens. Die Mosliger haben schon wieder einen Weltrekord aufgestellt und die Lütisburger Brücken werden ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.»

In Ganterschwil werde ein Innovationszentrum eröffnet, wo schlaue Köpfe darüber nachdenken, wie die Ruhe im Tal erhalten werden kann, damit man in Ruhe auf neue Ideen kommen könne. «Lichtensteig wurde zu schönsten Schweizer Stadt gekürt und kein Ladenlokal steht mehr leer.» Mit leicht verklärtem Blick reiste Sailer weiter das Toggenburg hinauf ein seine Gefilde, wo er seit mehr als zwei Jahrzehnten wohnt.

Besonderes fiel dem Reisenden in Krummenau und Nesslau auf: «Heinz Wittenwiler gewinnt noch immer jedes Parlamentarierskirennen. Das Restaurant Bahnhof hat eine weltbekannte chinesische Köchin angestellt und die Gäste pilgern nicht mehr nach Vorarlberg, um gut zu essen. Der Parkplatz der Wolzenalpbahn heisst Arthur-Honegger-Platz und in Ennetbühl wird eine neue Schwefelquelle entdeckt.»

Schliesslich kam der Redner zum Schluss. Wunderschön sei es im Toggenburg des Jahres 2028: «Was haben wir es schön hier, heitere Fahne und Schweizerfahne! Doch damit das so bleibt und vielleicht ein wenig in Richtung meiner Vision geht, müssen wir zusammenstehen, Verrücktes zulassen und unterstützen.» Man müsse den ältesten Toggenburger – den Neid – verabschieden und durch das Gemeinsame ersetzen: «Neid macht einsam und ich möchte in guter Gesellschaft altern und nicht alleine.»

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