Schwarzenbach

Brand im Neubau: Schulhaus kann per Ende Januar nicht bezogen werden – Abriss des alten Schulhauses verzögert sich ebenfalls

Am Samstag brannte es im Technikraum des fast fertigen Schulhausneubaus in Schwarzenbach. Bis die Räumlichkeiten gereinigt sind, herrscht ein Baustopp. Dadurch wird sich auch der Abbruch des alten Schulhauses verzögern.

Dinah Hauser
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Der Brand brach im Technikraum aus. Die Decke und Türen sind vom Rauch geschwärzt.

Der Brand brach im Technikraum aus. Die Decke und Türen sind vom Rauch geschwärzt.

Bild: PD

Am Samstagmorgen brannte es im Neubau des Schulhauses Schwarzenbach. Beim Eintreffen der Feuerwehr war allerdings kein offenes Feuer mehr zu sehen, wie die Kantonspolizei St.Gallen mitteilte. Jedoch habe es eine starke Rauchentwicklung gegeben. Die örtliche Feuerwehr hat am Samstag das Gebäude entlüftet.

Auf der Website der Gemeinde Jonschwil ist von einem «räumlich eng begrenzten Brand» zu lesen. Gemeindepräsident Stefan Frei sagt am Montagmorgen: «Ein Technikraum ist ausgebrannt.» Darin hätten sich Reinigungsmittel, Textilien sowie Maschinen befunden.

«Der Brand hat zum Glück nicht auf andere Räume übergegriffen.»
Im Raum befanden sich auch eine Waschmaschine und ein Tumbler.

Im Raum befanden sich auch eine Waschmaschine und ein Tumbler.

Bild: PD

Der Raum müsse nun renoviert werden. Auch wurden Zuleitungen der Erdwärmensondenheizung zerstört. Insgesamt wurden mehrere 100'000 Franken Sachschaden vermeldet.

Am Montagmorgen liefen die Abklärungen zur Brandursache und dem Ausmass des Schadens noch. Darin involviert sind die Kantonspolizei St.Gallen, das Architekturbüro, Versicherungen sowie Verantwortliche der Gemeinde. Sind diese abgeschlossen, muss das gesamte Gebäude von einer Spezialfirma gereinigt werden, wie Stefan Frei sagt. Dies, weil sich der Rauch im Gebäude verteilt und in den Decken und Wänden festgesetzt hat. Damit die Schülerinnen und Schüler nicht in eine Rauchkammer zum Unterricht müssen, soll dieser bald möglichst entfernt werden.

Völlig zerstörte Zuleitungen für die Erdwärmensondenheizung.

Völlig zerstörte Zuleitungen für die Erdwärmensondenheizung.

Bild: PD

Bezug verzögert sich

Trotz des Coronavirus war der Bau bisher im Zeitplan. Erst kürzlich wurde im Mitteilungsblatt der Gemeinde vermeldet, der Umzug könne Ende Januar stattfinden. Durch den Brand herrscht nun allerdings ein völliger Baustopp, wie Stefan Frei sagt. Im Moment dürfe niemand das Gebäude betreten, damit die Brandspuren nicht noch mehr verteilt werden, was die Reinigung aufwendiger gestalten würde. Mittlerweile ist auch klar: «Wir können den Bezugstermin von Ende Januar nicht einhalten», sagt Stefan Frei. Die Schülerinnen und Schüler bleiben also länger als geplant im alten Schulhaus. Wie lange, ist derzeit noch unklar.

Der Schulhausneubau in Schwarzenbach: Von aussen ist vom Brand nichts zu sehen.

Der Schulhausneubau in Schwarzenbach: Von aussen ist vom Brand nichts zu sehen.

Bild: Hans Suter

Dies hat weitere Auswirkungen. Mitte Februar hätte mit dem Abriss des alten Schulhauses begonnen werden sollen. Das hätte zirka zwei Monate gedauert. Danach wäre die Grube aufgefüllt und die Umgebung neu gestaltet worden. Auch ein Einweihungsfest im Herbst war geplant. «Ob wir diesen Termin einhalten können, ist ebenfalls noch unklar», sagt Stefan Frei. Es kann sein, dass sich die Arbeiten nun über den Herbst hinaus hinziehen. Nur, im Winter können gewisse Arbeiten nicht erledigt werden. In diesem Fall dürfte sich das Einweihungsfest noch weiter nach hinten verschieben.

Brandursache: Öl an Lappen

Gemäss Kantonspolizei St.Gallen steht als Brandursache «Öl an Lappen» stark im Vordergrund der Ermittlungen. Dies lässt aufhorchen, denn nur einige Tage zuvor ereignete sich in Uzwil an der Sonnenhügelstrasse ebenfalls ein Brand mit gleicher Ursache. Dort ist die Ursache mittlerweile bestätigt, wie Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei St.Gallen, sagt. In Schwarzenbach laufen die Abklärungen noch.

Zwischen Sonntagabend und Montagmorgen, dem 14. Dezember, brannte es in einem Einfamilienhaus, das sich in Renovation befand.

Zwischen Sonntagabend und Montagmorgen, dem 14. Dezember, brannte es in einem Einfamilienhaus, das sich in Renovation befand.

Bild: Kapo SG

Laut Krüsi handelt es sich bei dem Öl um Leinöl. Dieses wird als Holzpflegemittel verwendet, um etwa Böden zu versiegeln. Aber es kann auch schnell in Brand geraten, wie Krüsi sagt:

«Leinöl kann sich erhitzen und sich so selbst entzünden.»

Daher seien ein fachgerechter Umgang und eine entsprechende Lagerung wichtig. Deshalb habe es auf den Verpackungen einen entsprechenden Hinweis. Die in Öl getränkten Lappen sollen demnach auch nicht lose gelagert werden.

Von einer Häufung von Vorfällen mit Leinöl geht Krüsi allerdings nicht aus. «Die Vorfälle, die sich pro Jahr ereignen, kann man an einer Hand abzählen.» Dass sich gleich zwei Brände in so kurzer Zeit und in derselben Region ausbrachen, sei ein Zufall.