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Schwäche ist zur Stärke geworden

Ramona Forchini hat während der letzten Monate eine Leistungsstufe übersprungen. An der Europameisterschaft in Glasgow erhofft sich die Vizemeisterin eine einstellige Klassierung.
Urs Huwyler
Ramona Forchini wird an der EM und Heim-WM für die Schweiz am Start sein. (Bild: Urs Huwyler)

Ramona Forchini wird an der EM und Heim-WM für die Schweiz am Start sein. (Bild: Urs Huwyler)

Zu Beginn der rollenden Saison wurde Ramona Forchini (Wattwil) aufgrund der Resultate in den Vorbereitungsrennen zwar eine Leistungssteigerung im Vergleich mit ihrem ersten Profijahr zugetraut, aber als Kandidatin für die EM-/WM sahen sie wenige. Ihre Selbsteinschätzung deckte sich durchaus mit der allgemeinen Prognose: «2017 klassierte ich mich zwischen 30 und 40, im zweiten Jahr dachte ich an Positionen zwischen 20 und 30», schaut sich nach einer lockeren Trainingsfahrt über die Schwäg-alp zurück.

Dann folgte Ende Mai im tschechischen Nove Mesto der 16. Rang. «Ich konnte zu jenem Zeitpunkt», so die ebenso talentierte Strassenfahrerin, „meine Leistung nicht wirklich einschätzen. Handelte es sich um einen Exploit oder eine realistische Platzierung?» Inzwischen weiss sie, dass Top 20-Klassierungen in jedem Rennen realistisch sind. «Ich habe so gesehen die Stufe 20 bis 30 übersprungen.“

Leistungssteigerung auch dank Teamwechsel

Der Wechsel zum professionellen JB Brunex Felt Factory-Team dürfte einer von mehreren Gründen für den Aufwärtstrend sein. «Am Trainingsaufbau habe ich wenig geändert, einzig die Umfänge etwas erhöht. Aber es steht mir mehr Zeit für die Regeneration zur Verfügung, das Material passt und weil es sich um Schweizer Team handelt, muss ich nicht zusätzlich herum reisen», sagt die amtierende Bikerin.

Augenfällig ist die Leistungssteigerung von Ramona Forchini in den steilsten Passagen. Während der Juniorinnen- und U23-Zeit vermochte sie aufwärts lediglich mitzufahren, auf den flachen Teilstücken als Rollerin jedoch Druck auszuüben. Die Stärke ist geblieben, die Schwäche ausgemerzt. „Es stimmt, ich kann nun in den steilen Abschnitten angreifen. Die Ausgangslage hat sich dadurch verändert.“ Und das Selbstvertrauen ist gestiegen.

Was dies für die Europameisterschaft in Glasgow bedeutet, das Rennen findet im Rahmen des Sport-Festivals mit Titelkämpfen im Turnen, Triathlon, Rudern, oder Rad Strasse/Bahn/Bike) statt, lässt sich anhand des letzten Weltcuprennens in Vallnord (Andorra) ausrechnen. Würden nur die Europäerinnen und die Ü23 gewertet, wäre die Toggenburgerin (14.) Neunte geworden. Das Ziel muss demnach eine Top 10-Klassierung sein.

Aufstieg in die erweiterte Weltspitze

Glasgow soll eine weiterer Schritt Richtung Gala-Auftritt an der Heim-WM in der Lenzerheide (6.-9. September) werden. Sorgen über die Selektion muss sich Ramona Forchini keine mehr machen. Sie hat sich seit Ende Mai von der nationalen Nummer fünf oder sechs an Linda Indergand oder Kathrin Stirnemann vorbei auf Position zwei hinter Weltmeisterin Jolanda Neff nach vorne gekämpft.

Die WM wiederum dient mittelfristig als Meilenstein auf dem Weg an die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Spannend wird sein, welches Förderungssystem sich durchsetzt. Der Aufstieg von Ramona Forchini in die erweiterte Weltspitze dauerte länger als bei gleichalötrigen Konkurrentinnen. Sie fuhr – bildlich gesprochen - nicht mit der Schwebeahn auf den Säntis, sondern wanderte hinauf. «Freude und Genugtuung, auf dem Gipfel zu stehen, sind dafür grösser. Und die Gefahr, sportlich abstürzen, ist bei einem sanften Aufstieg kleiner.»

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