Wattwiler Risi-Schule wird in nur einem halben Jahr saniert

Die beiden Gebäude der Schule Risi müssen dringend saniert werden. Die Arbeiten sollen im Sommer 2020 beginnen und schon wenige Monate später abgeschlossen sein.

Ruben Schönenberger
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So sollen Trakt A (rechts) und Trakt B nach Abschluss der Arbeiten aussehen. (Visualisierung: PD)

So sollen Trakt A (rechts) und Trakt B nach Abschluss der Arbeiten aussehen. (Visualisierung: PD)

Die Schule Risi besteht aus zwei Gebäuden. Das eine wird Neubau genannt, das andere Altbau. Ganz akkurat ist vor allem die erstere Bezeichnung nicht mehr, ist doch auch der Neubau schon über vier Jahrzehnte alt. Die beiden Gebäude aus den Jahren 1974 und 1916 werden deshalb neu Trakt A (1974) und Trakt B (1916) genannt. Beide bedürfen einer dringenden Sanierung.

Diese Sanierung hat der Schulrat Wattwil-Krinau nun aufgegleist. Beide Gebäude sollen für die nächsten 40 Jahre fit gemacht und so auch an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. Dazu gehören beispielsweise räumliche Anpassungen, um aktuelle Normen zu erfüllen. So werden einzelne Zimmer vergrössert oder leicht umgestaltet. Und im Trakt A können dadurch in Zukunft auch die Erschliessungskorridore mitgenutzt werden. Die Gebäude – insbesondere der Trakt A – seien grundsätzlich aber gut gebaut worden. «So viel Volumen würde man heute auf dieser Fläche gar nicht mehr unterkriegen», sagt Schulratspräsident Norbert Stieger.

Eine Aula tritt an die Stelle des Gymnastikraums

Ebenfalls im Trakt A soll eine neue Aula erstellt werden. Gleich daneben entsteht ein separat nutzbarer Raum, der dank einer mobilen Trennwand mit der Aula verbunden werden kann. Der dann entstehende grosse Raum ist aber nicht als öffentlicher Mehrzwecksaal gedacht. «In aller Regel wird er für schuleigene oder schulnahe Veranstaltungen genutzt werden», erklärt Stieger.

Schulratspräsident Norbert Stieger erklärt die geplanten Massnahmen bei der Schule Risi. (Bild: Urs M. Hemm)

Schulratspräsident Norbert Stieger erklärt die geplanten Massnahmen bei der Schule Risi. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Aula tritt an die Stelle des Gymnastikraums, der bisher als zweite Turnhalle genutzt wurde. «Dafür war der Raum aber gar nie vorgesehen», sagt Stieger. Wegen des Wegfalls dieses Sportraums besteht zwischen der Risi-Sanierung und dem geplanten Sportplatz im Gebiet Rietwis ein Zusammenhang. Dort wird aber nur gebaut, wenn auch der Campus Wattwil auf dem Areal der heutigen Rietsteinhalle gebaut wird. Sollte der Campus sich verzögern oder – «das hoffen wir alle nicht» – gar nicht zustande kommen, bräuchte die Schulgemeinde daher eine Zwischenlösung. Diese sähe vor, die Sporthalle Hochsteig weiter zu nutzen. Zudem müssten die in Wattwil angesiedelten kantonalen Sonderschulen dann für ihren Turnunterricht andere Lösungen suchen, da die noch knapperen Turnraum-Ressourcen gesamthaft durch den ordentlichen Turnbetrieb der örtlichen Volksschule besetzt werden müssten.

Von Anfang an mit dem Denkmalschutz im Kontakt

Etwas komplizierter sind die Arbeiten im Trakt B, weil dieser unter Denkmalschutz steht. «Wir haben deshalb von Anfang an die zuständigen kantonalen Stellen an Bord geholt», sagt Stieger. Ohnehin kommt dem Altbau eine besondere Rolle zu. «Das ältere Gebäude soll auch weiterhin das Gesicht der Risi bleiben», sagt der Schulratspräsident.

Die komplizierte Ausgangslage ändert indes nichts daran, dass Arbeiten zur Erdbebensicherung vorgenommen werden müssen. Ein Teil davon erfolgt durch den Einbau eines Lifts, der gleichzeitig dem Gebäude im Fall der Fälle Halt gibt. Im Trakt A übernimmt ebenfalls ein Lift diese Aufgabe, dazu kommt ein zweites Treppenhaus an der hinteren Seite des Gebäudes, welches gleichzeitig die neuen Normen der Fluchtwege sicherstellt. Mit dem Einbau der Liftanlagen in beiden Gebäuden wird die komplette Schulanlage zudem invalidengerecht erschlossen und erfüllt somit die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes an öffentliche Bauten.

Kindergarten wird integriert

Integriert wird im Trakt B auch der Kindergarten, der bisher nicht am gleichen Standort geführt wird. Mit dem Einbezug des Kindergartens kann den Kindern aus den Gebieten Bergli, Risi, Büel, Hembergerstrasse, Wanne und zum Teil der Wilerstrasse ermöglicht werden, die Schulkarriere in der Nähe ihres Wohnortes zu starten. Gleichzeitig wird die Gefahr durch die Überquerung der Wilerstrasse auf dem Schulweg umgangen.

Die Kindergärtler erhalten zudem einen neuen Spielplatz hinter der Anlage, in Richtung Wald. Die Sanierung umfasst denn auch die Fläche rund um die beiden Gebäude. So soll unter anderem ein möglichst flacher Weg rund um die Spielwiese erstellt werden. Dieser soll vor allem auch den Bewohnerinnen und Bewohnern des Altersheims also Spazierweg dienen. Das Areal vor dem Altbau könnte so zum Treffpunkt von Jung und Alt werden. Auch angepasst wird die Parkplatzsituation an der Büelstrasse. Das ermöglicht unter anderem, dass der Schulbus einfacher wenden kann. Bisher musste dieser jeweils rückwärts wieder von der Schule wegfahren, ein unnötiges Sicherheitsrisiko.

Im Trakt B muss die gesamte Haustechnik ersetzt werden

Dass die Risi saniert werden muss, hängt auch mit der Strategie der Schulgemeinde Wattwil-Krinau zusammen. Diese setzt auf drei Schuleinheiten. Neben der Risi sind das die Anlagen in der Grüenau und der Wis. Diesen Einheiten sind auch die verschiedenen Aussenstandorte zugeordnet. Weil die Zukunft aufgrund der demografischen Entwicklung nicht vollumfänglich planbar ist, muss die Strategie Handlungsspielraum ermöglichen. Für die Risi heisst das vor allem, das verschiedene Szenarien mitgedacht werden. So muss aufgrund positiver oder negativer Entwicklung der Schülerzahlen stets ein Auf- und Abbau innerhalb der gesamten Schulgemeinde möglich sein. Unabhängig davon, in welche Richtung sich die Schülerzahlen entwickeln:

«Die Risi bleibt immer ein Quartierschulhaus.»

Dass die Sanierung nun mit rund 10,8 Millionen Franken etwas teurer ausfällt, als ursprünglich geplant war – in früheren Phasen der Planung strebte der Schulrat ein Projekt unter der 10 Millionen-Grenze an –, liegt an verschiedenen Faktoren. Neben dem Denkmalschutz, der Erdbebensicherung und den Brandschutzmassnahmen führt vor allem der Zustand der Fassade des Trakts A im Hinblick auf die energietechnische Sanierung zu höheren Kosten. Die dem Bau vorgehängten Betonelemente seien nicht in der Lage, zusätzliches Gewicht in Form von Aussendämmung zu tragen. Stieger sagt dazu:

«Niemand garantiert uns diese Tragfähigkeit.»

«Wir haben verschiedene Varianten geprüft, uns dann aber dafür entschieden, die Elemente komplett zu ersetzen.» Neu sollen vorfabrizierte Holzelemente zum Zug kommen, die mit einem Abrieb versehen werden. Massiv kostentreibend ist zudem die markant höhere Eingriffstiefe im Trakt B. Verschiedene Sondierungen am Gebäude haben ergeben, dass die gesamte Haustechnik ersetzt werden muss.

Zeitpunkt für die Investition ist günstig

Die Kosten seien immer noch im Rahmen, wenn man bedenke, wie tief in die beiden Gebäude eingegriffen werden muss, sagt Stieger. «Der Zeitpunkt für diese Investition ist auch aus finanzstrategischen Gründen optimal», so der Schulratspräsident. Weil zum geplanten Abschreibungsbeginn dieser Massnahmen die Sanierung Wis praktisch vollständig amortisiert sein wird, ändere sich am Finanzbedarf gegenüber der Rechnung 2018 nichts. Andere Varianten habe man auch geprüft, aber:

«Ein Neubau käme mindestens doppelt so teuer.»

Sagen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Schulgemeinde Wattwil-Krinau am 10. Februar Ja zur Vorlage, soll zu Beginn der Sommerferien 2020 mit den Arbeiten losgelegt werden. Die Übergangsphase will die Schulgemeinde mit vorhandenen Räumen bestreiten. So wird beispielsweise in der Hochsteig weiter geturnt und die Klassen werden auf die verschiedenen anderen Schulhäuser verteilt. Schon rund ein halbes Jahr später, nach den Winterferien 2021, sollen die Gebäude dann wieder bezugsbereit sein.