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Schule ohne Schulhaus – Tagebucheintrag 8 der Lehrerin: «Wie teile ich bloss die Klassen auf?»

Am 11. Mai kehren die Lehrpersonen und die Jugendlichen ins Schulzimmer zurück. Aber nur in Halbklassen. Das bedarf einer speziellen Vorbereitung.

Trudi Schönenberger-Hofmann
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Bald gehts für die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler zurück ins Klassenzimmer. Nicht ohne Vorsichtsmassnahmen.

Bald gehts für die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler zurück ins Klassenzimmer. Nicht ohne Vorsichtsmassnahmen.

Symbolbild: Christian Beutler/Keystone

Wir wissen nun, dass wir am 11. Mai mit Halbklassen wieder starten werden. Ich finde das eigentlich nicht schlecht und freue mich sehr, wieder wirklich im Schulzimmer sein zu können. Aber es drängen sich schon einige Fragen auf: Wie organisieren wir so den Unterricht? Wie machen wir das mit dem Abstand zwischen den Schülerinnen und Schülern? Wie bespreche ich mit Abstand eine Aufgabe? Werden die Schülerinnen und Schüler die Regeln einhalten?

Auch die Informatoinen des BLD geben zu diskutieren. Für Eltern dürfte es nicht einfach werden, diesen Halbtagesunterricht zu bewältigen. Und auch für uns stellen sich noch Fragen. Ich bin aber inzwischen froh über die geteilten Klassen. Denn mit 22 Schülerinnen und Schülern im Schulzimmer wären die Regeln sicherlich schwieriger einzuhalten.

Schule ohne Schulhaus

Die Schule findet wegen des Coronavirus nicht mehr vor Ort statt. Wie kommen die Direktbetroffenen mit der speziellen Situation klar? Eine Lehrerin und eine Schülerin der Oberstufe Kirchberg berichten wöchentlich.

Teamsitzung findet in der Aula statt

Wie wir das regeln, haben wir an einer Teamsitzung in der Aula besprochen. Alleine die Einteilung der Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen ist nicht so einfach, wie es tönt. Die einen haben das Fach Mathezusatz, die anderen Handarbeit oder mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht, oder, oder, oder… Schaue ich auf gewisse Fächer? Oder auf den Schulweg? Ich schaue darauf, dass ich die Mädchen und Knaben aufteile und so in beiden Gruppen etwa gleich viele sind, was auch fürs Turnen Sinn macht.

Auch wenn es zu Beginn nur jeweils die Hälfte sein wird: Ich freue mich riesig, dass ich die Schülerinnen und Schüler wiedersehen kann und wir die Fragen eins zu eins besprechen können. Ich würde aber leugnen, wenn ich sagen würde, dass ich keinen Respekt vor dieser neuen Aufgabe hätte. Es ist ja nicht so, dass alle Experten und Expertinnen den Virus gleich einstufen. Bei den Einen können auch die Jugendlichen Träger und Verbreiter des Virus sein, bei den anderen nicht. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir auch diese Situation gut meistern, wie so viele Herausforderungen der letzten Wochen.

Fernunterricht wurde Routine

Man merkte zum Beispiel, dass der Fernunterricht auch für die Schülerinnen und Schüler immer mehr zur Routine wird. Sie arbeiten immer selbstständiger und fragen immer mehr per Videochat nach. Teilweise hatte ich eine richtiggehende Warteschlange. Eigentlich hätte ich eine Botschaft einspeisen sollen: «Die Leitung ist momentan besetzt, du wirst bedient, sobald ich frei bin.» Natürlich hätte da auch noch Musik dazugehört.

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