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Schule ohne Schulhaus – Tagebucheintrag 7 der Schülerin: «Ich bin froh über das Vertrauen der Lehrer»

Während des Homeschoolings müssen Kinder Selbstständigkeit lernen. Das könnte im späteren Leben helfen.

Alicia Caspari
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Zuhause und doch in der Schule: Während Corona haben Schülerinnen und Schüler eine ungewohnte Situation zu bewältigen.

Zuhause und doch in der Schule: Während Corona haben Schülerinnen und Schüler eine ungewohnte Situation zu bewältigen.

Symbolbild: Matthias Jurt

Ich habe mich mittlerweile an das neue Schulprogramm und alles, was dazugehört, gewöhnt. Es ist gar nicht so schlimm, wie ich anfangs noch dachte. Ich bin nach wie vor froh, dass uns die Lehrer so viel Vertrauen schenken und uns so selbstständig arbeiten lassen. Wenn sie das nicht tun würden, wäre es einiges mühsamer.

Die Zeitdauer, in der wir unsere Aufträge erledigen müssen, finde ich sehr gut. Man hat keinen Zeitdruck. Ich komme eigentlich gut zurecht und habe soweit auch keine Probleme. Und wenn doch – die Lehrer stehen einem bei Fragen ja zur Verfügung.

Hilfe für später

Ich finde es ganz gut, dass wir lernen müssen, online Schule zu haben, auch wenn wir nicht die ganze Zeit alles online bearbeiten. Auf diese Art müssen wir selber einteilen, wann wir was machen und wir können nicht einfach sicher in die nächste Stunde gehen. Ich denke, auf eine Art wird uns das im Leben später helfen.

Ich habe mich schon so daran gewöhnt, zu Hause Schule zu haben, dass ich vergessen habe, wieso dies alles so ist. Da ich keine Zeitung lese und auch nicht wirklich Radio höre, bekomme ich auch nicht viel von der ganzen Coronakrise mit. Ich muss zugeben, es interessiert mich auch nicht wirklich, wie viele Personen neu infiziert sind oder wie viele schon gestorben sind.

Ein bisschen weniger Drama

Die wichtigsten Sachen – wie zum Beispiel wann welche Geschäfte oder die Schulen wieder aufgehen und andere wichtige Informationen – bekomme ich ja sowieso irgendwo zu hören. Wenn man die ganze Zeit immer das neuste über die Situation weiss, denke ich, dreht sich alles nur noch um die Coronakrise.

Ich bin mir bewusst, dass dieses Virus nichts Schönes ist und man das Abstandhalten zu Anderen sowie die weiteren Massnahmen ernst nehmen muss. Trotzdem finde ich, könnte man auch ein bisschen weniger Drama machen. Ich finde die Leute haben sich bis jetzt mehrheitlich gut darangehalten, was man aber nicht überall sagen kann.

Wenn man jedoch noch länger zu Hause bleiben muss, werden Leute, welche sich schon mehr als sechs Wochen nur zu Hause aufhalten, zum Beispiel ältere Personen, es nicht mehr lange aushalten und gehen dann halt einfach nach draussen, obwohl sie noch nicht sollten. Wenigsten wurden ein paar Läden schon wieder geöffnet.

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