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Schule ohne Schulhaus – Tagebucheintrag 4 der Lehrerin: 22 Jugendliche in einem Video sind zu viel

In der dritten Homeschooling-Woche wurde klar: Videokonferenzen mit einer ganzen Klasse funktionieren nicht.

Trudi Schönenberger-Hofmann
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Videokonferenzen werden bei zu vielen Teilnehmenden unübersichtlich.

Videokonferenzen werden bei zu vielen Teilnehmenden unübersichtlich.

Symbolbild: Alex Spichale

Weil es nach den Frühlingsferien mit Homeschooling weitergehen dürfte, haben wir uns nochmals vertieft mit der Software Teams auseinandergesetzt.

Ich habe dann einen Klassenraum erstellt und innert kürzester Zeit kamen die ersten Nachrichten: «Sie, ich bin stummgeschaltet, muss das so sein?» – «Ich komme nicht rein.» – «Was muss ich jetzt machen?» Das war eigentlich etwas zu früh, die erste Videokonferenz mit der Klasse stand erst zwei Tage später auf dem Programm.

Schöne Ferien mit Abstand

Es waren auch alle rechtzeitig für diese Videokonferenz eingeloggt. Aber schnell habe ich gemerkt: 22 Jugendliche in einer Videokonferenz sind zu viel. Man kann nicht alle sehen und dann kommt der eine oder andere auf dumme Ideen, wie während der Videokonferenz zu gamen oder Musik einzuspielen. Mit je der Hälfte klappte es dann bestens und ich konnte meine Informationen weitergeben.

Nach der Videokonferenz bin ich bei allen Schülerinnen und Schülern mit dem Velo vorbeigefahren, um schöne Ferien zu wünschen. Natürlich mit Abstand.

Ferienreif bin ich selber aber auch. Als mich ein Kollege fragte, wie man denn Personen zu Videokonferenzen einlädt, wollte ich das bei mir testen. Ich dachte, dass das niemand bemerkt. Aber ohalätz! Schon wuselte es und schon war ich mitten im Klassenchat meiner Klasse, obwohl ich das gar nicht wollte. Es war ganz lustig und die Schülerinnen und Schüler konnten sehen, dass wir Lehrpersonen auch noch einiges lernen müssen.

Vorbereitungen für die Zeit nach den Ferien

Ferienreif bin ich auch, weil ich natürlich weiterhin neben den eigentlichen Aufgaben viele E-Mails beantworten, Informationen an die Eltern weiterleiten und mich selber in neue Tools vertiefen muss. Aber auch wenn die Schülerinnen und Schüler Ferien haben, habe ich zu tun. Schon am Montag bin ich wieder ins Homeoffice, um mit der Vorbereitung für die Zeit nach den Ferien zu beginnen. Es ist jetzt natürlich viel entspannter, da ich an einer Sache dranbleiben kann, weil ich nicht unterbrochen werde. Erstaunlicherweise kommen aber doch auch E-Mails von Schülerinnen und Schülern rein, sie sind auch am Arbeiten.

Was ich noch nicht weiss: Wie setzen wir die Idee des Abschlussfilms um, den wir eigentlich drehen wollten. Vielleicht haben ja die Schülerinnen und Schüler eine Idee?

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