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Schule ohne Schulhaus – Tagebucheintrag 3 der Schülerin: Man wird im Alltag kreativer

Wenn es an Alternativen fehlt, entdeckt man plötzlich die Schönheit von Dingen, die schon immer da waren.

Alicia Caspari
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Die Coronakrise hat auch ihre guten Seiten, findet Schülerin Alicia Caspari. Man werde kreativer, zum Beispiel beim Kochen.

Die Coronakrise hat auch ihre guten Seiten, findet Schülerin Alicia Caspari. Man werde kreativer, zum Beispiel beim Kochen.

Bild: PD

Ich erlebe im Alltag manchmal Situationen, in denen ich beobachten kann, dass das Social Distancing nicht eingehalten wird. Manchmal kommt es mir so vor, als würden manche Leute überhaupt nicht wissen, dass sie Abstand halten müssen.

Schule ohne Schulhaus

Die Schule findet wegen des Corona-Virus nicht mehr vor Ort statt. Wie kommen die Direktbetroffenen mit der speziellen Situation klar? Eine Lehrerin und eine Schülerin der Oberstufe Kirchberg berichten wöchentlich.

Sie quetschen sich einfach an dir vorbei und berühren dich dabei sogar. Ich finde es deshalb gut, dass viele Läden eine Einlassbeschränkung haben. In den Gängen der Läden kann es teilweise sehr eng sein.

Auch die Arbeitskräfte kommen den Kunden nahe

Ich finde auch, dass andere Läden eine Einlassbeschränkung haben könnten, die das bisher nicht tun. Manchmal halten selbst die Arbeitskräfte den Zwei-Meter-Abstand zu den Kunden nicht ein.

Erstaunlich finde ich auch, dass sich die älteren Leute und damit die Risikogruppe am wenigsten an die Regeln zu halten scheinen. Ich weiss nicht, warum sie das nicht tun. Vielleicht nehmen sie es nicht so ernst, verstehen es nicht oder es ist ihnen unangenehm, jemanden um Hilfe zu bitten.

Unfaires Verhalten der Älteren

Ich finde es aber unfair, wenn sich alle jungen Leute an die Regeln halten und deswegen nicht mehr arbeiten oder zur Schule gehen, während einige ältere Leute immer selbst einkaufen gehen. Es ist aus meiner Sicht unfair, weil sie ja keiner Arbeit mehr nachgehen müssen. Während die jungen Leute den Umständen entsprechend nicht mehr arbeiten können und daher auch teilweise kein Geld mehr verdienen, obwohl sie sich an die Regeln halten.

Es gibt sowieso grosse Unterschiede: Manche Leute nehmen das Thema überhaupt nicht ernst, während andere teilweise so tun, als würde dieser Virus überall in der Luft hängen.

Die unterbezahlten Berufe erhalten Anerkennung

Ich finde es aber gut, dass im Moment genau diejenigen Berufe am meisten gebraucht werden, welche nicht sehr gut bezahlt werden. Durch diese Situation schätzt man diese Berufe auch mehr und ist all den Arbeitskräften dankbar.

Ich denke, die aktuelle Situation ist für viele Leute eine grosse Herausforderung, gleichzeitig aber auch irgendwie ein Erlebnis. Dieser Virus ist nicht nur negativ, wie viele denken, er hat auch seine positiven Seiten. Als positiv erachte ich zum Beispiel Folgendes: Man wird kreativer im Alltag, zum Beispiel beim Kochen oder beim Sporttreiben. Auch die Vielfältigkeit und Schönheit der Natur wird viel mehr zur Kenntnis genommen, der Familienzusammenhalt wird gefördert und die meisten Menschen werden achtsamer.