Schule
Kirchberg: Schulrat soll durch fünfköpfige Bildungskommission ersetzt werden

Kirchberg strebt eine Schul- und auch eine Gemeindereform an. Dies Thematik hatte in der Vergangenheit schon für grosse Diskussionen gesorgt. Am Donnerstagabend wurde wieder informiert.

Josef Bischof
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Am Workshop wurde intensiv über die künftige Organisation der Gemeinde Kirchberg diskutiert.

Am Workshop wurde intensiv über die künftige Organisation der Gemeinde Kirchberg diskutiert.

Bild: Josef Bischof

«Die Vorbereitung auf die Einführung der Einheitsgemeinde im Jahr 2017 ist nicht optimal verlaufen.» Dies hat Roger Sonderegger als externer Begleiter der Kirchberger Reformbemühungen festgestellt. Das latente Unbehagen in der Bevölkerung könnte unter anderem zur Ablehnung des 20-Millionen-Kredits für Schulraumerweiterung und Mehrzweckhalle im Juni geführt haben. Was an der Organisation der «an sich funktionsfähigen» Gemeinde verändert werden soll, ist am Donnerstagabend in der Turnhalle Gähwil gründlich erörtert worden.

Kein behördlicher Alleingang

Ziel der Behörde sei es, der nächstjährigen Bürgerversammlung eine neue Gemeindeverfassung zu unterbreiten, erklärte der Kirchberger Gemeindepräsident Roman Habrik. Der Vorbereitungsprozess läuft seit dem Frühjahr. Am Donnerstagabend ist bereits der zweite Mitwirkungsanlass mit der Bevölkerung durchgeführt worden.

Zwischen dem ersten und dem zweiten Anlass haben sich der Gemeinderat und der Schulrat an vier Workshops mit dem Thema auseinandergesetzt und zwei Modelle erarbeitet.

Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben gründlich darüber diskutiert, Fragen dazu gestellt und Anregungen gemacht. Die beiden Räte wollen unter Berücksichtigung der Hinweise bis im November eine neue Gemeindeordnung verfassen und präsentieren.

Fünfköpfige Bildungskommission

Von den beiden vorgelegten Modellen fand jenes fast uneingeschränkte Unterstützung, welches den neunköpfigen Schulrat durch eine Bildungskommission mit fünf Mitgliedern ersetzen will. Der Schulpräsident würde weiterhin als hauptamtliches Mitglied dem Gemeinderat angehören, die Mitglieder der Bildungskommission als Fachpersonen durch den Gemeinderat gewählt.

Die Taktgeber der neuen Organisation (von links): Gemeindepräsident Roman Habrik, Organisationsentwicklerin Petra Neff, Berater Roger Sonderegger und Schulpräsident Orlando Simeon.

Die Taktgeber der neuen Organisation (von links): Gemeindepräsident Roman Habrik, Organisationsentwicklerin Petra Neff, Berater Roger Sonderegger und Schulpräsident Orlando Simeon.

Bild: Josef Bischof

Dem Schulpräsidenten sollen einerseits die Schuleinheiten, andrerseits der Bereich Jugend und Familie unterstellt sein. Zu Letzterem gehören die Schulsozialarbeit, die Familienbegleitung, die Fachstelle für Jugendfragen, die Tagesstrukturen, die Bibliothek und die Ludothek.

Milizsystem beibehalten

Beim Gemeinderat soll von einer Reduktion der Mitgliederzahl abgesehen werden. Damit die fünf Dörfer sowie die Parteien und Organisationen angemessen berücksichtigt werden könnten, brauche es einen neunköpfigen Gemeinderat. Nicht gerüttelt werden soll auch am Milizsystem.

Vollamtlich tätig sollen nur der Gemeindepräsident und der Schulpräsident sein. Für die übrigen Mitglieder ist kein Ressortsystem vorgesehen. Beibehalten werden sollen auch über ein Dutzend Kommissionen zu allen möglichen Bereichen. Über deren Zusammensetzung und Wirkungsweise ist in den Workshops rege diskutiert worden.

Verwaltungsleiter als neue Position

Die Verwaltung wird neu strukturiert. Der Gemeindepräsident steht drei Abteilungen vor. In der Verwaltungsabteilung wird neu die Funktion eines Verwaltungsleiters geschaffen. Zur Abteilung gehören die Ratskanzlei, das Steuer- und das Betreibungsamt, das Grundbuchamt und die IT-Struktur. Finanzverwaltung, Bauverwaltung, soziale Dienste/Einwohnerdienste und Personal gehören zu einem zweiten Zweig. Als Drittes sind Liegenschaften und Infrastruktur, Werkhof, Hausdienst und ARA zusammengefasst.

Rauchende Köpfe in der Turnhalle Gähwil.

Rauchende Köpfe in der Turnhalle Gähwil.

Bild: Josef Bischof

Gemeindepräsident Roman Habrik und Schulpräsident Orlando Simeon betonten, dass das Organigramm noch nicht in Stein gemeisselt sei. Beide Räte würden sich zusammen mit den externen Begleitern, Organisationsentwicklerin Petra Neff und Berater Roger Sonderegger, nochmals tief über den Vorschlag beugen.

Und bezüglich der Information der Bürgerschaft wolle man, so Habrik, die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Die Inhalte müssten verständlich kommuniziert werden. Auch gedenke man, die Ratsmitglieder und die Teilnehmer an den Mitwirkungsanlässen als Botschafter einzusetzen. Erfreut zeigte sich der Gemeindepräsident über die Tatsache, dass der zweite Mitwirkungsanlass einen klaren Hinweis über die Marschrichtung ergeben habe.

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