Xylofon-Konzert für Krebsstation: Schüler spendet 1'100 Franken an die Abteilung für Onkologie und Hämatologie des Kinderspitals in St.Gallen

Als Abschlussarbeit seiner Sekundarschulzeit organisierte Janis Raschle aus Bütschwil ein Xylofon-Konzert, bei welchem Spenden von mehr als 1'000 Franken zusammenkamen. Den Check überbrachte er dem Kinderspital persönlich.

Natascha Gmür
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Karin Hollenstein und Janis Raschle bei der Übergabe des Checks im Wert von 1'100 CHF.

Karin Hollenstein und Janis Raschle bei der Übergabe des Checks im Wert von 1'100 CHF.

Natascha Gmür

Einen Teenager oder ein Kind im Kinderspital anzutreffen, ist eigentlich nie erfreulich. Doch am Mittwoch gab es eine Ausnahme. Der fünfzehnjährige Janis Raschle überbrachte der Krebsabteilung des Kinderspitals in St.Gallen einen Check, in der Höhe von 1'100 Franken.
Für seine Abschlussarbeit der Sekundarschulzeit hat er folgendes Thema gewählt: Wie kann ich mit meinem Hobby ein Benefizkonzert organisieren, um den Erlös für einen guten Zweck zu spenden. Sein Hobby ist die Musik und er entschied sich dazu, an die Krebsstation des Kinderspitals St.Gallen zu spenden.

Xylofonspielen für einen guten Zweck

Seit etwa sieben Jahren spielt Janis Raschle Mallets. Dazu gehören Xylofon, Marimbafon oder Glockenspiel. Er organisierte ein Xylofon-Konzert in Bütschwil, bei welchem er mit seinem Bruder und dem Ensemble der Toggenburger Musikschule auftreten sollte. Für das Benefizkonzert stellte die Musikschule Toggenburg sämtliche Musikinstrumente fürs Ensemble, Janis Raschle und seinen Bruder zur Verfügung, und die Oberstufe stellte die Aula bereit. Bei den Lehrern fand sein Vorhaben Gehör, denn schon einige Schüler hätten sich an einem ähnlichen Projekt versucht, seien jedoch gescheitert.

Solo statt Ensemble

Das Benefizkonzert wäre auf den 24. April geplant gewesen, wurde jedoch coronabedingt abgesagt. So musste Janis Raschle umplanen und spielte stattdessen anlässlich der Schulschlussfeier alleine zwei Lieder. Anschliessend wurde beim Publikum, welches aus den Eltern der Abschlussklassen bestand, Spenden gesammelt. Es kam ein Betrag von 1006 Franken zusammen, welchen Verwandte der Familie auf 1100 Franken aufrundeten. Natürlich sei es schade gewesen, nicht mit dem Ensemble ein grösseres Konzert zu veranstalten. Umso erfreuter ist Janis Raschle aber darüber, dass auch beim kleineren, durchgeführten Konzert so viele Spenden zusammengekommen sind.

Beim Abschlussprojekt darf jeder Schüler und jede Schülerin das Thema selbst bestimmen. Auf die Idee, ein wohltätiges Projekt, rund um die Musik zu machen, kam Janis Raschle mit Hilfe seiner Schwester. Er sagt:

«Ich möchte damit den Kindern eine Freude bereiten.»

Er wolle den Kindern einen Lichtblick geben und mit der Spende dazu beitragen, dass sie unterstützt werden.

Spürbare Wertschätzung der Angestellten

Im dritten Stock befindet sich die Abteilung der Onkologie und Hämatologie des Kinderspitals. Janis Raschle und seine Mutter Nicole Raschle erhalten am Eingang von Stationsleiterin Karin Hollenstein Masken und dürfen eintreten. Die Stationsleiterin führt die beiden durch die Abteilung. Als sie ins Stationszimmer schauen, wissen die Pflegerinnen schon Bescheid und rufen ihm entgegen: «Eine tolle Sache, die du da machst». Und: «Danke vielmals, das freut uns sehr.» Weiter geht es zu dem Raum, in welchem die Zytostatika, also die Krebsmedikamente, gemischt werden.

Auch ins Behandlungszimmer darf Janis Raschle einen Blick werfen. Im Zimmer sitzt ein junger Patient auf der Liege und wird gerade behandelt. Auch hier bedanken sich die Pflegerinnen sofort und meinen: «Wir haben schon von dir gehört.»

Ein Sofa für den Aufenthaltsraum

Im Aufenthaltsraum werden Getränke ausgeschenkt, Karin Hollenstein nimmt sich Zeit für Fragen und erzählt von ihrem Arbeitsalltag. Die Räume sind klein und es wird oft eng, weiss sie. In etwa sechs Jahren soll die Krebsstation ins Kantonsspital umziehen, wodurch das Platzproblem ein Ende haben wird.

Der Aufenthaltsraum sei dazu da, dass sich Familien krebskranker Kinder zum gemeinsamen Essen oder Beisammensein einfinden können. Sie zeigt in eine Ecke des Raumes und meint: «Hier würde ein Sofa wunderbar hinpassen». Dank Janis Raschle und der fleissigen Spender, kann sich die Station mit einem Teil des geschenkten Geldes diesen Wunsch nun erfüllen.

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