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Schnee statt Sägemehl: Toggenburger Schwinger erkennen den Prinzen von Norwegen nicht

Die Speedwoche ist zu Ende. Das Wetter hat an den Ski-Weltmeisterschaften in Schweden eine grosse Rolle gespielt. Dank vieler Voluntaris konnte bisher trotzdem jedes Rennen wie geplant durchgeführt werden. Einen Höhepunkt erlebten die vier Toggenburger Schwinger, als Goldmedaillengewinnerin Wendy Holdener im House of Switzerland auftauchte.

Pascal Schönenberger
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Pascal und Björn Schönenberger sowie Thomas Wild (von links) zusammen mit Kombinations-Weltmeisterin Wendy Holdener, die nach der Medaillenübergabe mit ihren Fans im House of Switzerland feierte. (Bild: PD)

Pascal und Björn Schönenberger sowie Thomas Wild (von links) zusammen mit Kombinations-Weltmeisterin Wendy Holdener, die nach der Medaillenübergabe mit ihren Fans im House of Switzerland feierte. (Bild: PD)

Thomas Wild, Björn Schönenberger und ich freuten uns extrem auf das Speedwochenende. Wir hofften alle auf viele Schweizer Medaillen. Nach dem Erfolg von Corinne Suter setzte Wendy Holdener am Freitag mit dem Sieg in der Kombination ein weiteres Ausrufezeichen. Während Thomas Wild auf der Damenpiste mit der Schaufel alles perfekt vorbereitete, waren mein Bruder Björn und ich im Steilhang bei der Männerpiste ebenfalls mit den Schaufeln unterwegs.

Wind und Schneefall beeinflussten die Arbeiten. Als bei Wendy Holdener der Sieg sicher war, jubelten die Schweizer Voluntaris im Steilhang der Männerabfahrt, die Schweden gratulierten uns.

Die Voluntaris bearbeiten den Steilhang der Männerabfahrt. Er präsentierte sich beim Rennstart in perfektem Zustand. (Bild: PD)

Die Voluntaris bearbeiten den Steilhang der Männerabfahrt. Er präsentierte sich beim Rennstart in perfektem Zustand. (Bild: PD)

Der Wetterbericht für den Samstag war ebenfalls kritisch. Als ich zusammen mit Bruder Björn und Thomas Wild am Morgen ins Voluntarizelt fuhr, gingen wir davon aus, dass kein Rennen stattfinden würde. Es kam anders. Der Schneefall, der Nebel und der Wind waren trotzdem das grosse Thema.

Viele Norweger kommen zu Svindals Abschied

In Rekordzeit packten alle auf der Piste mit an. Dadurch waren wir bereits um 11 Uhr bereit für das Abschiedsrennen von Aksel Lund Svindal. Dass dies sein letztes Rennen war, bemerkte man am Aufmarsch der vielen Norweger im Zielraum.

Bei der Besichtigung fuhr er nochmals bei uns vorbei. Unterwegs auf der Piste war auch der norwegische Prinz. Ich stand mit der Schaufel zwei Meter neben ihm, erkannte ihn allerdings nicht. Unsere finnischen Voluntari-Frauen klärten uns anschliessend auf.

Hier in Are haben sie eine grosse Flutlichtanlage, diese wurde am Samstag auch gebraucht. Bei Schneefall donnerten die Männer die Abfahrt runter und kamen bei uns am Zielsprung optimal vorbei. Die TV-Bilder liessen mehr Nebel erahnen, als es effektiv hatte. Dank des Flutlichtes hatten die Fahrer eine perfekte Sicht.

Die Voluntari-Gruppe des Zielsprungs der Herrenabfahrt, liegend Jakob Eriksson, der Chef dieses Streckenabschnittes. (Bild: PD)

Die Voluntari-Gruppe des Zielsprungs der Herrenabfahrt, liegend Jakob Eriksson, der Chef dieses Streckenabschnittes. (Bild: PD)

Aksel Lund Svindal bedankte sich übrigens persönlich bei allen Helfern mit einer Nachricht an Hans Olsson. Der ehemalige Weltcupfahrer ist hier der Chef sämtlicher Rennen auf der Männerpiste.

Gute Stimmung im House of Switzerland

Das House of Switzerland steht mitten im Dorf und befindet sich nur 150 Meter vom Medal Plaza entfernt. Ich verbringe dort mit meinen Kollegen häufig den Feierabend. Bei einer Schweizer Medaille ist die Stimmung dort immer auf dem Siedepunkt. Dies ist auch der Hausmusig zu verdanken.

Drei Nidwaldner sorgen mit dem Örgeli für die richtige Stimmung. Die Geschwister Liem und ihr Kollege Wallimann zelebrieren die Medaillen ausgiebig und reissen die Besucher mit. Dies war auch am Sonntagabend der Fall, als Corinne Suter die Silbermedaille der Abfahrt feierte.

Die «Husmusig» im Schweizer Haus mit der 20-jährigen WM-Teilnehmerin Aline Danioth. (Bild: PD)

Die «Husmusig» im Schweizer Haus mit der 20-jährigen WM-Teilnehmerin Aline Danioth. (Bild: PD)

Die Helfergruppe von Björn und mir besteht aus drei Schweden, zwei Finnen, einem Amerikaner und vier Schweizern. Wir reservierten im Schweizer Haus einen Tisch, um Fondue zu essen. Für die netten Kollegen war dies ein Höhepunkt im House of Switzerland.

Dank der gewonnenen Silbermedaille von Corinne Suter war die Stimmung perfekt und sie erlebten, wie in der Schweiz Skifahrer euphorisch gefeiert werden. Ein unvergesslicher Moment, auch für uns, denn Wendy Holdener kehrte nach der Siegerehrung auf dem Medal Plaza ins Schweizer Haus zurück, um mit den vielen Gästen zu feiern.

Nun folgt nach der Speedwoche, die Technikwoche. Mal schauen, was Petrus mit uns und der WM noch alles vorhat.

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