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Schnee statt Sägemehl: Schwinger schwitzen bei minus 25 Grad in Åre

Als Lindsey Vonn bei ihrem Sturz im Super-G ein Tor umfuhr, war einer der Toggenburger Schwinger zur Stelle, um das Tor wieder herzustellen. Auch sonst hatten die Helfer im eisigen Åre viel zu tun.

Pascal Schönenberger
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Die freiwilligen Helfer aus dem Toggenburg werden mit einem schönen Panorama belohnt. (Bild: PD)

Die freiwilligen Helfer aus dem Toggenburg werden mit einem schönen Panorama belohnt. (Bild: PD)

Für Björn Schönenberger, meinen Bruder, Thomas Wild und mich ging es am Montag, 4. Februar, los. Wir starteten unsere Arbeit als Voluntari an der Ski-Weltmeisterschaft in Åre. Eingekleidet in die roten WM-Anzüge ging es auf die Piste. Bei hohen Minustemperaturen sind wir dem schwedischen Wetter so richtig ausgesetzt.

Beim Sprung auf der Abfahrtsstrecke der Damen mussten Netze aufgestellt werden. (Bild: PD)

Beim Sprung auf der Abfahrtsstrecke der Damen mussten Netze aufgestellt werden. (Bild: PD)

Es sind keine Ferien hier in Schweden. Um 5 Uhr klingeln die Wecker. Wir packen unsere Sachen und marschieren zur Bushaltestelle, wo uns ein Reisecar um 6 Uhr abholt. Im Voluntari-Zelt angekommen, wird Wild aufgerufen, da er auf der Rennstrecke der Damen im vierten Abschnitt helfen muss. Mein Bruder und ich konnten etwas warten, bis wir zum Einsatz kamen. Später sind wir auf der Rennstrecke der Männer im letzten Abschnitt vor dem Ziel eingeteilt worden. Da die Damen an diesem Morgen ihr erstes Training auf der Abfahrtstrecke hatten, mussten wir die Sicherheitsnetze beim Sprung installieren. Das hat mich doch erstaunt, denn in der Schweiz ist es üblich, dass dies bereits vor dem Training gemacht wird.

Bei minus 25 Grad sieht die Bergstation spektakulär aus. (Bild: PD)

Bei minus 25 Grad sieht die Bergstation spektakulär aus. (Bild: PD)

Am Wochenende vor dem Start der WM in Åre hatte die Piste im oberen Teil der Abfahrt ein wenig Neuschnee erhalten. Dieser musste von der Piste entfernt werden. Bei schönstem Winterwetter, aber eisigen Temperaturen, kamen alle Helfer richtig ins Schwitzen. Meine Gruppe besteht aus Schweden, Finnen, Amerikanern und Schweizern, eine gute Mischung. Ich bin es gewohnt, dass in der Schweiz Neuschnee mit Rutschern von der Piste entfernt wird. In Schweden arbeitet man aber etwas anders. Wir mussten den Schnee aus der Piste schaufeln und dies auf der ganzen Pistenlänge der Abfahrtsstrecke für die Herren. Frieren war überhaupt kein Thema mehr.

Thomas Wild war just jenes Tor zugteilt, das die Amerikanerin Lindsey Vonn bei ihrem Sturz umfuhr. (Bild: PD)

Thomas Wild war just jenes Tor zugteilt, das die Amerikanerin Lindsey Vonn bei ihrem Sturz umfuhr. (Bild: PD)

Der erste Wettkampf, der Super-G der Damen, stand am Dienstag an. Für Wild galt es bereits am zweiten Tag ernst. Bei minus 25 Grad wurde früh am Morgen die Piste bereit gemacht. Während des Rennens kommt Wild beim Sturz von Lindsey Vonn zum Einsatz, denn genau sein Tor hat die Amerikanerin umgefahren. Er hat es gekonnt wieder installiert. Mein Bruder und ich waren weiterhin fleissig am Schaufeln. Dank der Bronzemedaille der Schwyzerin Corinne Suter im Super-G konnten wir am Abend im House of Switzerland den Tag ein wenig feiern.

Thomas Wild trifft im House of Switerzland die Schweizer Bronze-Medaillengewinnerin Corinne Suter. (Bild: PD)

Thomas Wild trifft im House of Switerzland die Schweizer Bronze-Medaillengewinnerin Corinne Suter. (Bild: PD)

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