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Serie

Schnee statt Sägemehl: Toggenburger Schwinger treffen Voluntaris aus der ganzen Welt

Pascal Schönenberger und seine Kollegen sind bei der Abfahrtsstrecke der Herren im Zielhang eingeteilt. Sprünge, die rund 70 Meter weit gehen, erleben sie bereits im Training hautnah mit.
Pascal Schönenberger
Pascal Schönenberger muss zusammen mit seinen Kollegen bei der Abfahrtsstrecke den Zielsprung betreuen. Hier donnert Beat Feuz an ihnen vorbei. Die Sprünge gehen teilweise bis zu 70 Meter weit. (Bild: PD)

Pascal Schönenberger muss zusammen mit seinen Kollegen bei der Abfahrtsstrecke den Zielsprung betreuen. Hier donnert Beat Feuz an ihnen vorbei. Die Sprünge gehen teilweise bis zu 70 Meter weit. (Bild: PD)

Zu einer Ski-WM gehören nebst den Rennläufern auch die freiwilligen Helfer. Jene 1400, die in Åre im Einsatz sind, stammen aus 35 Ländern und sind dafür besorgt, eine perfekte Piste und einen super Event gemeinsam zu organisieren. Da lernt man den einen oder anderen Helfer kennen.

Heino Hutters Vorfahren kommen aus dem Rheintal

Die meisten Helfer in Åre stammen aus Schweden und den anderen skandinavischen Ländern wie Norwegen oder Finnland. Nebst den vielen Skandinaviern hat es eine erstaunliche Anzahl Voluntaris aus der Schweiz. Viele dieser Schweizer waren bereits vor zwei Jahren an der Heim-WM in St. Moritz oder an einem anderen Rennen in der Schweiz. Sie wissen wie der Karren läuft.

Hier in Schweden findet man fast alle Nationen. Mir sind schon Voluntaris aus Österreich, Deutschland, Italien, Griechenland, Polen, den USA oder Kanada über den Weg gelaufen. Alle sind hier, um hart für die Ski-WM zu arbeiten. Einer von diesen 1400 Helfern ist Heino Hutter aus Kanada. Wie an seinem Namen unschwer zu erkennen ist, hat er Schweizer Wurzeln.

Pascal Schönenberger (links) mit dem Kanadier Heino Hutter, der ursprünglich aus Kriessern stammt. (Bild: PD)

Pascal Schönenberger (links) mit dem Kanadier Heino Hutter, der ursprünglich aus Kriessern stammt. (Bild: PD)

Er erzählte mir, dass er den Schweizer Pass hat und im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern von Kriessern im St.Galler Rheintal nach Kanada ausgewandert ist. Zusammen mit seinen Kollegen aus Kanada und den USA arbeitet er normalerweise an den Weltcup-Rennen in Lake Louise als Abschnittsverantwortlicher.

In diesem Jahr sind sie zusammen nach Schweden gereist, um ihr Wissen in Åre anzuwenden. Ich kann sogar mit im Mundart sprechen, er spricht allerdings mit einem deutlichen amerikanischem Slang. Dabei höre ich auch diverse Wörter im puren Rheintaler Dialekt – «mina Papä» zum Beispiel. In seiner Freizeit friesiert der Farmer Schneemobile und fährt teilweise mit einem Truck durch ganz Nordamerika.

Die Verpflegung lässt keine Wünsche offen

Damit die Voluntaris glücklich sind, brauchen sie auch gutes Essen. Hier in Åre werden mein Bruder Björn, Thomas Wild und ich sehr gut verpflegt. Denn wie es so heisst: «Ohne Mampf, kein Kampf». Wir können bereits unser Morgenessen im Voluntari-Zelt geniessen, bevor es auf die Piste geht.

Am Mittag wartet immer ein warmes Menü auf uns, wobei das schwedische Nationalgemüse, die Kartoffel, in ÅreTrumpf ist. Trotzdem konnte ich zum ersten Mal in meinem leben ein feines Rentier-Geschnetzeltes probieren. Meine Kollegen und ich geniessen das Essen regelrecht. Auch auf der Piste werden wir immer verpflegt.

Hans Knauss, früherer Weltcupfahrer, heute Kamerafahrer beim ORF, ist beeindruckt von der Arbeit der Voluntaris. (Bild: PD)

Hans Knauss, früherer Weltcupfahrer, heute Kamerafahrer beim ORF, ist beeindruckt von der Arbeit der Voluntaris. (Bild: PD)

Es gibt Helferteams, die mit warmem Tee und diversen Energieriegeln für uns schauen. Damit alle den Tee geniessen können, hat jeder einen faltbaren Becher erhalten. Ich kann von der Verpflegung in Schweden nur Gutes sagen.

Der Zielsprung der Abfahrt der Männer hat es in sich. So donnern die Männer mit 130 km/h auf unseren Sektor zu und landen, wie heute der Österreicher Matthias Meyer, nach 70 Metern Flug im Ziel. Der Berner Martin Rufener, Cheftrainer des kanadischen Teams, war beim ersten Training ebenfalls bei diesem Sprung und erklärte mir, auf was es beim Sprungbau ankommt und weshalb fünf Zentimeter entscheidend sein können. Somit erfuhr ich von einem erfahrenen Mann wichtige Dinge, was es mit dem Pistenbau auf sich hat.

Der Berner Martin Rufener (rechts), Cheftrainer des kanadischen Skiteams, gehörte auch zu denjenigen, die den Zielsprung genauer unter die Lupe nahmen. (Bild: PD)

Der Berner Martin Rufener (rechts), Cheftrainer des kanadischen Skiteams, gehörte auch zu denjenigen, die den Zielsprung genauer unter die Lupe nahmen. (Bild: PD)

Die Rennfahrer halten häufig nach der Besichtigung bei Björn und mir an. Sehr oft können wir dann noch etwas «Smalltalk» betreiben. Auch Leute von den Medien sehe ich oft.

Die Zeit hat gereicht, um mit Stefan Hofmänner (links), Kommentator beim Schweizer Fernsehen, ein Foto zu machen. (Bild: PD)

Die Zeit hat gereicht, um mit Stefan Hofmänner (links), Kommentator beim Schweizer Fernsehen, ein Foto zu machen. (Bild: PD)

Ich konnte bei unserem Sprung Stefan Hofmänner, Kommentator des Schweizer Fernsehens, oder Hans Knauss, den einstigen Weltcupfahrer und jetzt Kamerafahrer beim ORF, begrüssen. Solche Eindrücke werden ich und meine Kollegen nie wieder vergessen.

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