Serie
Advents-Serie Folge 14: «Schnee kennt man bei uns aus Weihnachtsliedern»

Verschiedene Traditionen prägen die Advents- und Weihnachtszeit. Doch nicht in jedem Land und in jeder Familie wird auf die gleiche Weise gefeiert. Im Rahmen dieser Serie erzählen Menschen aus aller Welt ihre persönliche Weihnachtsgeschichte.

Corinne Bischof
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Dermot O’Grady feiert dieses Jahr Weihnachten, wie es alle Schweizer machen: mit einem echten Tannenbaum und dem Christkind, das die Geschenke bringt. (Bild: Corinne Bischof)

Dermot O’Grady feiert dieses Jahr Weihnachten, wie es alle Schweizer machen: mit einem echten Tannenbaum und dem Christkind, das die Geschenke bringt. (Bild: Corinne Bischof)

In Australien, wo ich herkomme, ist der Dezember besonders. Aber nicht etwa wegen der Adventszeit, sondern weil dann der Sommer beginnt. Die grossen Sommerferien sind da, man geht an den Strand und badet im Meer, während die Sonne heiss vom Himmel scheint. Klar freue ich mich auf Weihnachten, aber die Stimmung ist ganz anders als in der Schweiz. Schnee, Guezli und Punsch, das kennt man nur aus den Weihnachtsliedern. Das sind übrigens die gleichen Lieder, wie man sie aus Amerika kennt.

Tannenbäume wachsen keine in Australien. Ich kaufe einen Plastikbaum, der dann in meiner Wohnung steht. Die Australier glauben mir jeweils kaum, wenn ich erzähle, dass wir in der Schweiz richtige Tannen in unsere Wohnzimmer stellen. Allgemein reisen die Australier gerne zu mir in die Schweiz, wenn Weihnachten ansteht. Dann können sie Weihnachten einmal so feiern, wie es in den Büchern steht: Man singt Weihnachtslieder vor dem Christbaum, drinnen ist es nach einem Tag im Schnee gemütlich warm, und überall brennen Kerzen und Lichter.

Nur eine Strasse mit Weihnachtslichtern

Dort, wo ich in Australien gelebt habe, gibt es nur eine Strasse, in der die Häuser hell erleuchtet und voller kleiner, funkelnder Lichter sind. Das wird sogar von der Stadt unterstützt, denn diese Häuser müssen in der Weihnachtszeit weniger Strom bezahlen.

Zur Person

Dermot O’Grady, Jahrgang 1979, ist in Adelaide in Australien aufgewachsen. Mit 18 Jahren bekam er ein Tennis-Stipendium und zog in die USA. Er arbeitete in vielen verschiedenen Ländern als Tennis-Coach, bis er schliesslich in der Schweiz landete. Hier lebt er mit seiner Frau Eveline und seinen beiden Kindern Kimmi und Nikki in Neu St.Johann. (cob)

An Heiligabend dann passiert in Australien nichts Besonderes. Gefeiert wird erst am 25. Dezember, nachdem in der Nacht der Santa Claus auf Besuch war. Dieser steigt jeweils in der Nacht den Kamin hinunter und verteilt die Geschenke. Am Morgen stehen die Kinder gespannt auf und finden ihre Geschenke unter dem Plastikbaum. Langsam, aber sicher trudeln dann auch die anderen Familienmitglieder ein. Weihnachten wird nämlich mit der ganzen Verwandtschaft gefeiert. Wir veranstalten ein Grillfest im Garten, dazu gibt es ein riesiges Salatbuffet oder einen Apéro am Strand.

Ein kühles Bier gegen die Hitze

Allgemein trinkt man in Australien an Weihnachten mehr Alkohol als in der Schweiz. Ein kühles Bier hilft gegen die heissen Temperaturen, die gegen Ende Dezember am höchsten sind. Dieses Jahr feiere ich Weihnachten mit meiner Frau Eveline und meinen beiden Kindern Kimmi und Nikki in der Schweiz. Wir bekommen Besuch von einigen Verwandten aus Australien, und die Geschenke werden vom Christkind, und nicht vom Santa Claus gebracht.

Alle Folgen der Advents-Serie finden Sie hier