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«Alles Fassade» in Krinau: Künstler verwandelt Schindeln in Postkarten

Bei der Gruppenausstellung «Alles Fassade» in Krinau wirkt unter anderem der Fotograf Ralph Brühwiler mit. Postkarten und handgeschriebene Wünsche spielen in seinem Projekt die Hauptrolle.
Anina Rütsche
Ralph Brühwiler präsentiert vor seinem frisch renovierten Haus in Ebnat-Kappel die Prototypen der Karten, die er für sein Krinauer Kunstprojekt anfertigen lässt. (Bild: Anina Rütsche)

Ralph Brühwiler präsentiert vor seinem frisch renovierten Haus in Ebnat-Kappel die Prototypen der Karten, die er für sein Krinauer Kunstprojekt anfertigen lässt. (Bild: Anina Rütsche)

Die Westfassade der Krinauer Turnhalle, bedeckt mit Eternitschindeln, hat eigentlich nichts Aussergewöhnliches an sich. Das ändert sich zumindest vorübergehend, wenn im September die temporäre Freilichtausstellung «Alles Fassade» im Dorf Einzug hält. «Fassaden-Kultur oder die Kunst, Kartenwünsche anzubringen» lautet das Projekt, mit dem Ralph Brühwiler aus Ebnat-Kappel die Wand bespielen wird. Seit über 20 Jahren fotografiert er, dies neben seiner Arbeit als Autor und Illustrator. Ausgewählte Sujets aus seinem Foto-Fundus sind seit einiger Zeit als Postkarten erhältlich. Und genau solche Karten bilden die Ausgangslage für Brühwilers Teilnahme bei «Alles Fassade», der Ausstellung, die von «Kunsthalle(n) Toggenburg» initiiert wurde und an der insgesamt 20 Kunstschaffende aus mehreren Kantonen mitwirken.

Karten, die genau auf die Schindeln passen

Gleich eine Flut von grossformatigen Karten bringt Ralph Brühwiler schon bald nach Krinau. 793 Stück mit Motiven aus dem Toggenburg werden es sein, wie der Projektbeschrieb verrät. «Die Anzahl kam zustande, weil sich exakt so viele Eternitschindeln auf der Fläche befinden, die ich für ‹Alles Fassade› gestalten werde», sagt der 62-Jährige.

Derzeit lässt Ralph Brühwiler bei der Toggenburger Druckerei in Wattwil eine Serie von Karten aus einem witterungsbeständigen Material anfertigen. Deren Format stimmt exakt mit demjenigen der sichtbaren Schindeln an der Aussenwand der Krinauer Turnhalle überein – 29.5 mal 15 Zentimeter. «Dank dieser Passgenauigkeit lassen sich die Karten mit Hilfe einer Klammer direkt an der Fassade befestigen», erklärt der Kulturschaffende seinen Plan, den er selbstverständlich vor Ort getestet hat. Um das Projekt an seiner ersten Gruppenausstellung umzusetzen, benötigt er ein Gerüst, zudem hat er drei Helfer engagiert.

Auf der Mehrheit der 793 Karten wird ein Schwarzweissbild zu sehen sein, das verwitterte Holzschindeln zeigt. Aneinandergereiht entsteht durch die Wiederholung ein Ornament, das als Hintergrund dient. Davon wird sich der in Farbe gehaltene Schriftzug «Kultur» abheben, den Ralph Brühwiler aus insgesamt 97 Karten zusammensetzen wird. «Die Farbfotos zeigen alle ihr je eigenes Motiv», sagt er. Es sind Aufnahmen von verschiedenen Fassaden aus dem Toggenburg. Drei Tage sei er hierfür zu Fuss, per Velo und im Auto durch die Region gereist, sagt der Kunstschaffende. «Das war eine spannende Erfahrung, da ich die Häuser und Baustile so genau betrachtet habe wie nie zuvor.» Sein Fazit: «Die Vielfalt und die Kontraste sind enorm.»

Wünschen, schreiben und diskutieren

Wie der Kartenliebhaber erklärt, sollen Ausstellungsbesucher sich in Reichweite befindliche schwarzweisse Karten von der Fassade lösen und mit einem Wunsch beschriftet in eine Postkiste werfen können. Als Adressaten stehen neben dem «Alles Fassade»-Organisator «Kunsthalle(n) Toggenburg» auch «Kultur Toggenburg» und der Verein Krinau aktiv. Zur Motivation in Bezug auf sein Projekt sagt Ralph Brühwiler: «Ich möchte hiermit die Fassaden-Kultur zur Diskussion stellen, eine Plattform für kulturelle Wünsche bieten und das Kartenschreiben fördern.»

Ralph Brühwilers Affinität zu Postkarten ist übrigens nicht neu. Dies wird sofort deutlich, wenn man sich auf seiner Website umsieht. Die Natur- und Architekturmotive, die der Ostschweizer mit der Kamera festgehalten hat, wirken liebevoll ausgesucht und hübsch arrangiert. «Ich bin ein Romantiker und freue mich, dass Karten in der zunehmenden Digitalisierung unserer Welt ein Revival erleben», schreibt der Fotograf denn auch in seinem Karten-Shop im Internet. Ihm gehe es, sagt Ralph Brühwiler, aber nicht bloss um ein schönes Bild auf der Vorderseite. Wichtig sei auch, dass man sich die Zeit zum Schreiben nehme, denn: «Was gibt es Schöneres, als eine Karte zu erhalten? Sie auszuwählen und zu versenden», fügt er hinzu.

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