Schiesssport
Eine sechs Jahre alte Rechnung beglichen: Andreas Schweizer aus Brunnadern wird Dritter am Schützenkönigsfinal des Eidgenössischen Schützenfests

Das Gefühl im Schützenstand war gut, die Resultate top: Andreas Schweizer ist zufrieden mit seiner Leistung am Eidgenössischen Schützenfest. Auch wenn mit Roger Itin ein anderer sich mit dem Königstitel krönte.

Sabine Camedda
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Andreas Schweizer ist zufrieden mit dem Wettkampf, den er auf dem dritten Platz beendete.

Andreas Schweizer ist zufrieden mit dem Wettkampf, den er auf dem dritten Platz beendete.

Bild: PD

Rückblende: Am letzten Wochenende im Juni herrscht im Schützenstand der Sportschützen Neckertal in Brunnadern Hochbetrieb. An jenem Wochenende absolvieren die Vereinsmitglieder ihr Eidgenössisches Schützenfest. Gemeinsam im heimischen Stand.

Unter ihnen ist der 28-jährige Andreas Schweizer. 170 Schüsse gibt er mit dem Standardgewehr auf die 300 Meter weit entfernte Zielscheibe ab. Das bedeutet, dass er bei allen Wettkämpfen mitmacht, die im Rahmen des Eidgenössischen Schützenfestes angeboten werden. «Ich habe noch eine Rechnung vom letzten ‹Eidgenössischen› offen», sagt er und lacht.

Beim Schiessen im Heimstand in Brunnadern legte Andreas Schweizer die Basis für seinen dritten Platz am Eidgenössischen Schützenfest in Luzern.

Beim Schiessen im Heimstand in Brunnadern legte Andreas Schweizer die Basis für seinen dritten Platz am Eidgenössischen Schützenfest in Luzern.

Bild: Sabine Camedda

2015 beim Eidgenössischen Schützenfest im Wallis habe er die Qualifikation für die Schützenkönigskonkurrenz knapp verpasst. Das sollte ihm dieses Mal nicht mehr passieren. Andreas Schweizers Fokus:

«Mein oberstes Ziel ist, dass ich in diesem Jahr im Final mitschiessen kann.»

Die Vorbereitung: Nicht mit dem Standardgewehr schiessen

Andreas Schweizer, Brunnadern

Andreas Schweizer, Brunnadern

Bild: PD

Bereits als er in seinem Heimstand den Schützenkönigsstich schoss, hatte er ein gutes Gefühl. «Mit meinem Resultat habe ich gesehen, dass es weit nach vorne reichen könnte», erzählt Andreas Schweizer gut zwei Wochen später. In der Tat: Als Neuntplatzierter schaffte er diese Hürde problemlos und war am vergangenen Wochenende an der Schützenkönigskonkurrenz dabei.

Wie hat er sich auf den grossen Tag vorbereitet? Andreas Schweizer lacht. Er habe sich mental schon darauf vorbereitet. Aber besondere Trainings? Nein, die gab es nicht. «Ich habe mein Standardgewehr nach unserem Schiesswochenende in Brunnadern nicht mehr benutzt und nicht mehr über 300 Meter geschossen», sagt er.

Eines habe ihm aber sicher geholfen: Er durfte am Samstag, am Tag vor dem grossen Final, für die St.Galler beim Ständematch antreten. Diesen haben er und seine drei Kollegen auf dem 6. Rang beendet. Da erhielt er die Möglichkeit, den Schiessstand in Kriens-Emmen kennen zu lernen. Dies habe ihn in einer gewissen Weise beruhigt.

Schnell gemerkt, dass es funktioniert

Um sich die Reiserei zu ersparen, hat Andreas Schweizer die Nacht zwischen dem Ständematch am Samstag und dem Schützenkönigsfinal am Sonntag in der Innerschweiz verbracht. In der Qualifikation mit 72 Teilnehmern, die am Vormittag durchgeführt wurde, habe er schnell gemerkt, dass «es funktioniert».

97, 96, und 97, also insgesamt 290 von 300 möglichen Punkten, gab es für den Neckertaler. Das bedeutete den ersten Rang und somit durfte er am Nachmittag nochmals antreten, als es dann definitiv um den Königstitel ging. Ob sein Puls ins Flattern geriet? Andreas Schweizer relativiert:

«Die Nervosität ist schon ein bisschen gestiegen, aber ich konnte sie gut im Griff behalten.»
Der Preis: Ein Kägi fret und eine Medaille.

Der Preis: Ein Kägi fret und eine Medaille.

Bild: PD

Letztlich standen acht Schützinnen und Schützen im Final. Zuerst einmal mussten sie zweimal je fünf Schuss in Serie abgeben. Danach jeweils zwei Einzelschüsse. Weil der Final kommentiert war, habe er immer gewusst, wo er steht, auch wenn sein Gefühl besser war als das Resultat. Und er hat mitbekommen, welcher der Konkurrenten nach jeweils zwei Schüssen seinen Platz räumen musste.

Freude ist um einiges grösser als die Enttäuschung

Nach 22 Schüssen war für Andreas Schweizer Ende Feuer. Das bedeutete Rang drei. Zwei Schützen verblieben und machten den König unter sich aus. «Ich war nicht enttäuscht, im Gegenteil», sagt Andreas Schweizer.

«Ich hatte keine Ambitionen, dafür viel Spass und kann mich über das Resultat freuen.»
Im Fokus der Kameras: Die Sieger des Schützenkönigsstichs der 300-Meter-Gewehr kniend mit Andreas Schweizer (hinten rechts).

Im Fokus der Kameras: Die Sieger des Schützenkönigsstichs der 300-Meter-Gewehr kniend mit Andreas Schweizer (hinten rechts).

Bild: PD

Der Abstand nach vorne sei bei seinem Ausscheiden so deutlich gewesen, dass er auch keiner verpassten Chance nachtrauern müsse. «Das Wochenende ist super gewesen», zieht Andreas Schweizer ein positives Fazit. Es sei ein perfekter Abschluss des Eidgenössischen, das bereits Ende Juni beim Schiessen in Brunnadern gelungen war.

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