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Serie

Das Jahr 2018 im Rückblick – März: Der Saisonbeginn war vielversprechend

Nach einem guten Start verzeichneten die kleinen Skigebiete keinen guten Winter. Der Wärmeeinbruch Ende Dezember 2017 wirkte sich wegen der geringen Höhenlage negativ aus.
Martin Knoepfel
Die kleinsten Skilifte in der Ostschweiz, hier eine Anlage in Degersheim, kämpfen ums Überleben. (Bild: Claudio Heller)

Die kleinsten Skilifte in der Ostschweiz, hier eine Anlage in Degersheim, kämpfen ums Überleben. (Bild: Claudio Heller)

Für die Betreiber der tiefer gelegenen Skigebiete hielt der Winter 2017/18 eine emotionale Achterbahnfahrt bereit. Früher und reichlicher Schneefall im Dezember bot Grund zur Hoffnung auf eine gute Saison. Ende Dezember kam allerdings ein Warmlufteinbruch, der vielerorts den Schnee wegschwemmte. Im Februar war es zeitweise wiederum sehr kalt, aber davon konnten nicht alle Gebiete profitieren, denn dieses Jahr lag die Schneefallgrenze oft bei 1000 Metern.

Die meisten Vertreter der kleinen Toggenburger Skigebiete sprachen von einem bestenfalls durchschnittlichen Winter. Eine Umfrage des «Toggenburger Tagblatts» ergab, dass für einen Grossteil der Skilifte in unteren Lagen mit Beginn des Monats März die Skisaison endete. Dies traf sicher auf den Familienskilift Tanzboden zu. Beim Skilift Hemberg schauten die Betreiber situativ, ob sie den Tellerlift nochmals laufen lassen konnten. Auf der Wolzenalp fand am Samstag, 10. März noch der beliebte Splash-Contest statt. Am Sonntag liefen die Anlagen ebenfalls. Die Betreiber entschieden anschliessend von Woche zu Woche. Die anderen im Artikel erwähnten Skigebiete hatten die Saison bereits beendet.

Beliebt auch bei Kindern aus der Umgebung

Der Skilift Krinau verzeichnete einen frühen Saisonbeginn am 9. Dezember. Bis zum 2. Januar lief es gut, dann musste der Betrieb wegen Schneemangels eingestellt werden. Zwischen Mitte Februar und dem 3. März gab es noch einige Betriebstage. In den Sportferien konnte der Skilift Krinau hingegen nicht fahren. Insgesamt ergab das sechs Abende und 19 Nachmittage, an denen der Skilift fuhr. Das antwortete Willi Kummer auf Anfrage.

Der Skilift Krinau sei ausserhalb der Weihnachts- und der Sportferien nicht täglich in Betrieb, erklärte er. Betriebstage seien der Mittwochnachmittag, der Freitagabend, der Samstag (Nachmittag und Abend) sowie der Sonntagnachmittag. Der Skilift sei nicht nur bei den Krinauer Kindern, sondern auch bei ihren Kameraden aus Wattwil und Lichtensteig sowie bei deren Eltern sehr beliebt. Der eigentliche Skiliftbetrieb ist laut Willi Kummer wegen der Kosten für den Unterhalt und die Prüfung der Anlagen defizitär. Das, obwohl die Mitarbeiter unentgeltlich tätig sind.

Betrieb vor allem im Monat Dezember

Von einer trotz frühem Schneefall unterdurchschnittlichen Saison sprach auch Jakob Looser, Betriebsleiter des Skilifts Oberhelfenschwil. Der Skilift sei im Winter 2017/18 an rund 20 Tagen im Betrieb gewesen. Fast alle Betriebstage seien im Dezember angefallen. «Als es kalt wurde, lag zu wenig Schnee, um den Skilift fahren zu lassen.» In Oberhelfenschwil gibt es keine künstliche Beschneiung. Trotz der wenigen Betriebstage geht Jakob Looser davon aus, dass sich die laufenden Kosten decken lassen. «Der Skilift hat keine Festangestellten. Wenn der Skilift in Betrieb ist, arbeiten die Aktionäre gratis am Wochenende.»

«Die Saison hat gut begonnen, aber trotz grosser Schneemengen abrupt geendet», sagt auch Hans Brunner. Er betreibt den Skilift Hörnli im Bächli, Schönengrund, wobei das eher ein Hobby ist. Der Skilift habe vor Neujahr den Betrieb einstellen müssen und dieses Jahr keinen Betriebstag gehabt. Trotzdem fielen Kosten für Revisionen und Landentschädigungen an. «Es macht Spass, wenn die Kinder Freude haben.» So benennt Hans Brunner als Motivation für sein Engagement. Für die Besitzer der Jahreskarten organisierte er wegen des frühen Betriebsschlusses Vergünstigungen am Pizol.

Fast 60 Betriebstage in Hemberg

«Es ist sehr gut gelaufen für unsere Höhe. Wir hatten fast 60 Betriebstage und zudem schöne Wochenenden. Das ist super für unsere Region», antwortet Felix Näf. Er ist Verwaltungspräsident des Skilifts Hemberg. Man habe die Anlagen fast den ganzen Dezember über betreiben können. Einziger Wermutstropfen sei ein Stillstand während der Sportferien gewesen. Der Grund war Schneemangel. Ob in der Rechnung ein Gewinn resultiert, kann Felix Näf noch nicht sagen.

Auch Theo Mesmer, technischer Leiter des Skilifts Hamberg in Gähwil weiss noch nicht, ob die Zahlen rot oder schwarz sind. Gähwil verbucht eine eher kurze Saison. «Etwa eine Woche vor Weihnachten. Wir liegen halt zu wenig hoch», sagt Theo Mesmer. Wenn die Finanzierung gelingt, will der Skilift im Hinblick auf die nächste Wintersaison einen «Zauberteppich» anschaffen, damit wieder vermehrt Familien mit Kindern kommen. Das ist mittlerweile geschehen. Der Zauberteppich ist installiert und wartet wie die Betreiber auf Schnee.

Sechs Betriebstage im Dezember in Mosnang

Sechs Betriebstage im Dezember nennt Martin Bollhalder. Der Verwaltungsratspräsident des Skilifts Hochwacht, Mosnang, geht davon aus, dass eine ausgeglichene Rechnung 14 Betriebstage erfordert. Als es im Februar kalt war, lag zu wenig Schnee für den Skibetrieb. «Mosnang hat einen steilen Hang», sagt Martin Bollhalder. Beim Skilift wurden in den letzten Jahren die Rollenbatterien erneuert. Die letzte Etappe des Projekts ist abgeschlossen. Es wird laut Martin Bollhalder rissgeprüfte, neue und wartungsfreie Lager geben, was den Betrieb erleichtert.

Der Nesslauer Rolf Hager, Verwaltungsratspräsident der Sportbahn Krummenau-Wolzenalp AG, spricht von einem sehr guten Start in die Skisaison und von sehr guten Weihnachts- und Neujahrstagen. Danach sei das Wetter ungünstig gewesen. An den Wochenenden habe fast ausschliesslich schlechtes Wetter geherrscht, was für Gebiete, die auf Tagestouristen aus dem Unterland angewiesen sind, ein Handicap ist. Die Wintersaison war laut Rolf Hager nicht ganz schlecht. Der Verwaltungsratspräsident der Sportbahn Krummenau-Wolzenalp AG sieht aber auch keinen Grund zur Euphorie.

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