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Anerkennungspreis geht an jungen Schwinger

Der Rotary Club hat am Mittwochabend zum zehnten Mal seinen Anerkennungspreis vergeben. Im Jubiläumsjahr erhielt den «Stein des Anstosses» der Hemberger Nachwuchsschwinger Werner Schlegel.
Anina Rütsche
Heinz Fluck, der Macher des Stein des Anstosses übergibt Schwinger Werner Schlegel den Siegercheck sowie das Objekt der Begierde, das ursprünglich aus dem Fluss Necker stammt. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Heinz Fluck, der Macher des Stein des Anstosses übergibt Schwinger Werner Schlegel den Siegercheck sowie das Objekt der Begierde, das ursprünglich aus dem Fluss Necker stammt. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Vor zehn Jahren hat der Rotary Club Neckertal den «Stein des Anstosses» mit der Absicht ins Leben gerufen, auf positive Leistungen Jugendlicher aufmerksam zu machen, die ansonsten in der Flut negativer Meldungen unterzugehen drohten. Die erste Preisträgerin 2009 war die damals neunjährige Jasmin Giger, deren aussergewöhnliches Talent als Leichtathletin beim Turnverein St. Peterzell gefördert worden ist. Sie hat seither ihren Weg konsequent weiterverfolgt. Junioreneuropameisterin, mehrfache Junioren-Schweizermeisterin sowie Rekordhalterin (U20) über 400-Meter-Hürden sind einige Beispiele ihres eindrücklichen Palmarès.

Der Einladung von Christoph Meier, Präsident Rotary Club Neckertal, und Heinz Fluck, Macher des Anerkennungspreises, hat Jasmin Giger gerne Folge geleistet und ist persönlich zur Jubiläumsfeier in der Holz Keller AG im Bächli (Hemberg) erschienen. «Ich bin gerne hier, war es doch vor zehn Jahren einer der ersten Preise, die ich entgegennehmen durfte. Ich habe gespürt, die Leute glauben an mich und zudem war das Preisgeld eine willkommene Starthilfe für den Besuch der Sportschule.»

Die drei anwesenden Preisträger, von links: Mirco Signer, Jasmin Giger und Werner Schlegel. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die drei anwesenden Preisträger, von links: Mirco Signer, Jasmin Giger und Werner Schlegel. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Nebst Jasmin Giger war mit Mirco Signer ein zweiter ehemaliger Preisträger vor Ort. Der Doppel-Schweizer-Meister 2014 als Schreiner und Teilnehmer der Berufsweltmeisterschaften in Sao Paolo (Brasilien) absolviert zurzeit eine Zusatzausbildung als Landwirt. Heinz Fluck war es ein Anliegen, alle bisherigen Preisträger namentlich zu erwähnen und auf ihre Leistungen einzugehen, mit denen sie sich im Auszeichnungsjahr den «Stein des Anstosses» verdienten. «Ich möchte allerdings betonen, dass noch mehr Jugendliche den Preis verdient hätten. Wir haben hier im Neckertal Talente verschiedenster Richtungen, die Aussergewöhnliches leisten. Allein in diesem Jahr seien zwölf Jugendliche für den Preis in Frage gekommen, letztendlich habe sich die Jury für den Schwinger Werner Schlegel entschieden.

Alle Preisträger sind ihren Weg gegangen

«In erster Linie freut es mich, dass alle bisher Ausgezeichneten ihren Platz im Leben gefunden haben und ihren Weg gegangen sind», erklärte der Laudator. Der Ort der diesjährigen Preisübergabe war durchaus bewusst gewählt worden. Immerhin fällt in einem Holzbaubetrieb jenes Abfallprodukt an, das bei den Schwingern unerlässlich ist – Sägemehl. Bevor Preisträger Werner Schlegel seine Auszeichnung entgegennehmen durfte, musste er den rund 40 Anwesenden die Geheimnisse des Schwingens näherbringen – auf einem eigens angefertigten Sägemehlring.

Als Gegner hatte Werner Schlegel seinen Trainer Roman Bleiker mitgenommen. Gemeinsam stellten sie die unterschiedlichen Schwünge vor. Darunter waren der Kurz, der Kreuzgriff oder der sogenannte Wyberhaken. Letzterer geht auf die Zeit der französischen Besatzung unter Napoleon zurück. Die Eidgenossen hätten mit dem Wyberhaken ihren Frauen aufgezeigt, wie sie sich gegen aufdringliche französische Soldaten zur Wehr setzen konnten. Am Ende der Demonstration kam es zu einem «Ernstkampf», bei dem Ueli Roth, dem einstigen Nachwuchstrainer von Werner Schlegel, als Ringrichter fungierte.

Heinz Fluck wusste aber noch mehr aus der Schwinger-Geschichte zu berichten. So sei es nicht klar belegt, was älter sei: Der Rütlischwur oder das Schwingen. Ersteres gehe auf das Jahr 1291 zurück. Unterlagen über das Schwingen wiesen hingegen darauf hin, dass schon ums Jahr 1250 hartgesottene Männer beim Schweizer Nationalsport zusammengegriffen hätten.

Nach diesen Ausführungen war es Zeit, dem 15-jährigen Werner Schlegel das Objekt der Begierde zu überreichen. Der Empfänger tat dies in seiner gewohnten Art und wie vorher von Heinz Fluck beschrieben: Ruhig, zurückhaltend aber durchaus mit einer Portion gesundem Selbstvertrauen. Eine Charaktereigenschaft, welche die meisten Schwinger auszeichnet und sie sympathisch macht.

Ein Stein aus dem Necker

Der diesjährige «Stein des Anstosses» ist dreiteilig. Das Holzbrett, auf dem die Steine angebracht sind, symbolisiert den Sägemehlring. Die zwei Steine von unterschiedlicher Grösse, der eine unbehandelt, der andere geschliffen, stellen die Schwinger dar. Den Anerkennungspreis «Stein des Anstosses» hat sich Werner Schlegel unter anderem mit zehn Festsiegen beim Nachwuchs im vergangenen Jahr verdient.

Dass er auch bei den Aktiven schon das Zeugs für herausragende Leistungen hat, stellte er Ende Mai beim St. Galler Kantonalen in Tübach unter Beweis. Mit einem Notenblatt von 58.00 Punkten holte er sich hinter den beiden Siegern Samuel Giger und Daniel Bösch den ausgezeichneten zweiten Schlussrang. Es scheint, als sei der noch nicht 16-Jährige bereit, auch bei den Aktiven für Aufsehen zu sorgen. Ein eidgenössischer Kranz bleibt sein Fernziel.

Der Stein des Anstosses

Beim Stein des Anstosses handelt es sich um einen Anerkennungspreis, welcher jährlich vom Rotary Club Neckertal verliehen wird. Die Preisverleihung erfolgte erstmals im Jahre 2009. Der Preis geht an Jugendliche des Neckertals, die jeweils im vergangenen Jahr durch besonders eindrückliche Leistungen aufgefallen sind. Zur Erlangung des Preises sind praktisch sämtliche Sparten des Lebens möglich: Schule, Ausbildung, Beruf, Sport, Soziales und Kulturelles.

Der Preis ist zweiteilig: Einerseits beinhaltet er einen Geldbetrag zur Unterstützung, andererseits einen «Symbolstein» aus dem Fluss Necker – eben einen Stein, der anstossen soll. Der Stein wird so bearbeitet, dass Farbe und Glanz sichtbar werden, was eine Parallele zum Menschen darstellt. Die verborgenen Talente werden sichtbar. Mit der Auszeichnung Stein des Anstosses anerkennt der Rotary Club Neckertal diese beeindruckenden Leistungen.

Auf das Positive aufmerksam machen

Viele junge Menschen verhalten sich sehr positiv und fallen durch Herausragendes auf, das durch besonderes Interesse, Fleiss und Ausdauer entsteht. Darauf möchten die Neckertaler Rotarier hinweisen.

Leider wird immer wieder «Anstoss» in negativem Sinn an Meldungen über Fehlverhalten von Jugendlichen genommen. Mit dem Preis möchte der Rotary Club Neckertal auf das Positive aufmerksam machen. So soll aufgezeigt werden, dass es sich lohnt, besondere Leistungen zu erbringen. Die Jugendlichen sollen mit dem Stein des Anstosses motiviert werden. Der Preis wird in diesem Jahr schon zum zehnten Mal verliehen. Gleichzeitig feiert der Rotary Club Neckertal sein 25-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr steht der Vereinigung Christoph Meier als Präsident vor. Aktuell zählt der Rotary Club Neckertal 42 Mitglieder.

Weltweites Netzwerk für humanitäres Engagement

Rotary ist ein globales Netzwerk von über 32000 Rotary Clubs, die sowohl vor Ort als auch in anderen Ländern Projekte im humanitären Bereich durchführen. Rotarierinnen und Rotarier anerkennen hohe ethische Grundsätze im Privat- und Berufsleben, sie bilden eine Weltgemeinschaft zur Förderung von Frieden und Verständigung unter den Völkern. Der rotarische Jugenddienst verfolgt unter anderem das Ziel, den Jungen gute Startbedingungen zu bieten sowie den Tatendrang junger Menschen zu unterstützen und entsprechend zu fördern. (pd)

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