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Damals: Zweiter Kinosaal ist finanziert

Aus vergangenen Zeiten – das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Vor 100 Jahren

Wegen der Heberlein-Tanks kam der zweite Kinosaal im Kino Passerelle teurer zu stehen als ursprünglich gedacht.

Wegen der Heberlein-Tanks kam der zweite Kinosaal im Kino Passerelle teurer zu stehen als ursprünglich gedacht.

Bild: PD

7. Januar: Wattwil. Der hiesigen Polizei gelang es nun, den Täter ausfindig zu machen, der letzten Sommer im Lindberg in ein momentan unbewohntes Haus einbrach und ein Sennenkessi und ein Bett samt Federzeug im Betrag von 450 Franken stahl. Als Täter entpuppte sich ein hiesiger Gelegenheitsarbeiter, welcher nun in Haft sitzt. Es konnten ihm noch weitere Delikte, so ein Wäschediebstahl und ein Werkzeugdiebstahl, nachgewiesen werden. Das gestohlene Gut, das er bei Verwandten unterbrachte, wurde grösstenteils wiedergefunden.

11. Januar: Nesslau. Das neue zu 160’000 Franken budgetierte Schulhaus von katholisch Wildhaus wird im heimeligen Toggenburger Stil erbaut und wird damit zu einer Zierde der Gegend werden.

11. Januar: Wattwil. 300-jähriger Bestand des Frauenklosters. Vergangenen Dezember waren es 300 Jahre, dass das Kloster Maria von den Engeln in Wattwil von Ordensfrauen bezogen wurde. Am 17. März 1617 legte Fürstabt Bernhard von St.Gallen den Grundstein und weihte das Kloster unter dem Titel «Maria von den Engeln» der Mutter Gottes. Im Dezember desselben Jahres war der Neubau fertig und konnten die Schwestern, die vordem in der «Pfannanrogg», heutige Pfanneregg, südlich vom Dorf Wattwil gegen Hemberg zu gelegen eine Niederlassung hatten, in ihre neue Wohnstätte einziehen. Die Einweihung der Kirche geschah am 16. Oktober des Jahres 1622 durch den Weihbischof von Konstanz. Letzten Sonntag beging das Kloster zur Ehrung dieses Anlasses eine ganz bescheidene Dank- und Erinnerungsfeier.

Vor 50 Jahren

7. Januar: Ebnat-Kappel. Musikalische Sorgen einer Landgemeinde. Seit 70 Jahren steht das musikalische Leben von Ebnat-Kappel unter der Leitung von vollamtlichen und ortsansässigen Musikdirektoren. Nach der Demission von Musikdirektor H. Seiler im Frühjahr 1971 war es nicht mehr möglich, einen Nachfolger zu finden. Verschiedene Lehrkräfte und Musiker teilen sich vorderhand die grosse Aufgabe. Die bis heute ergebnislos verlaufenen Ausschreibungen haben gezeigt, dass junge Musiker gerne einzelne Aufgaben übernehmen würden. Die meisten aber distanzieren sich vom Unterricht an der Sekundarschule. Auch Männerchöre und Frauenchöre sind scheinbar bei vielen Berufsmusikern nicht mehr gefragt. Hingegen können Lehrstellen an Mittelschulen mit gutem Salär und gesicherter Pension gut besetzt werden. Beim Chorgesang stürzen sich junge Musiker auf Kammerchöre und gut geschulte Oratorienchöre. Diese Entwicklung, von der übrigens noch viele grössere Landgemeinden betroffen sind, wird von der Bevölkerung mit Besorgnis verfolgt. Schliesslich kann die musikalische Erziehung in Zukunft nicht erst bei den Kammerchören und auf der Mittelschulstufe beginnen. Wenn sich aber unsere jungen Berufsmusiker vor der Grundausbildung drücken, könnten Lücken entstehen, die sich auf das allgemeine Musikverständnis sehr nachteilig auswirken können.

Vor 20 Jahren

8. Januar: Wattwil. Zweiter Kinosaal ist finanziert. Die Genossenschaft Kino Passerelle musste wegen höherer Kosten 100’000 Franken zusätzlich auftreiben. Breite Bevölkerungskreise im Toggenburg, die das Projekt zum Anbau eines kleinen Saales für Studiofilme von Anfang an ideell und finanziell unterstützt haben, werden sich freuen. Die Realisierung des Projekts ist nun in greifbare Nähe gerückt. Man erinnere sich: An ihrer letzten Generalversammlung im Frühjahr 2001 musste die Kinogenossenschaft den Bau um ein Jahr verschieben. Grund: Der detaillierte Kostenvoranschlag zeigte, dass der Anbau nicht 540’000, sondern 640’000 Franken kosten wird. Grund dafür waren die nahen Heberlein-Tanks, die eine verstärkte Bauweise erforderten.

Vor 10 Jahren

12. Januar: Toggenburg. Volle Auftragsbücher, gute Umsätze, aber kleine Gewinne. Gemäss einer Mitteilung des Schweizerischen Baumeisterverbandes habe vor allem die hohe Anzahl von Anbietern in der Schweizer Baubranche zu einem ruinösen Preiskampf geführt, der es Unternehmen kaum mehr erlaube, Gewinne zu erwirtschaften. Statt dass entsprechend der grossen Nachfrage die Preise erhöht wurden, blieben diese wegen des Konkurrenzkampfes praktisch stabil. Auch die Toggenburger Bauunternehmer sind in diesem Wettbewerb gefangen. Trotz guter Ergebnisse 2011 sind die Erwartungen für das Jahr 2012 «verhalten optimistisch», wie eine Umfrage unter den drei grössten Bauunternehmen im Toggenburg zeigt. (red)

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